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Simone de Beauvoir

französische Schriftstellerin (1908 - 1986)

Am 9. Januar 1908 wurde Simone Lucie-Ernestine-Marie Bertrand de Beauvoir in Paris geboren. Bekannt wurde Simone Beauvoir vor allem als Schriftstellerin, Intellektuelle, Feministin und Philosophin. Sie war Vertreterin des Existentialismus und verfasste politisch motiviert zahlreiche Romane, Erzählungen und Essays. Ihr Werk "Das andere Geschlecht" wurde zum Welterfolg und zu einem Höhepunkt feministischer Literatur.

Als Tochter aus gutem Hause studierte sie unter aanderem an der Sorbonne Philosophie und unterrichtete dies auch in Marseille, Rouen und Paris. Montparnasse jedoch blieb immer ihre Heimat. Ihr Verhältnis zu Jean-Paul Sartre war geprägt durch Freiheiten und gegenseitiges Vertrauen, jedoch gab sie ihre alten Freunde für Sartre auf. Sie lebten in getrennten Wohnungen und genossen "die Vorteiles des Lebens zu zweit und keine seiner Unannehmlichkeiten".

In Montparnasse schrieb sie auch u. a. ihre sechs Romane. "Die Mandarins von Paris" erschienen 1955 und wurden preisgekrönt. Simone de Beauvoir unternahm viele Reisen, die zum Teil auf Einladungen von Regierungen ausgesprochen wurden und die sie durch Europa, den Amerikanischen Kontinent, den Nahen und Fernen Osten führten, nach China und in die UdSSR.

Wo immer sie auftrat, blieb sie ihren Thesen und politischen wie feministischen Anschauungen treu und ließ sich nicht durch andere Interessen vereinnahmen. Auch verteilte sie als politische Aktivistin Flugblätter und verbotene Zeitungen und beteiligte sich seit dem Jahre 1970 an der internationalen Frauenbewegung. Diese Erfahrungen sowie ihre eigenen Schlussfolgerungen und Analysen brachte sie in ihrem bedeutenden Werk "Das andere Geschlecht" in die Öffentlichkeit.

Später wurde Rom die zweite Heimat von de Beauvoir und Sartre, wo sie vier Monate im Jahr verbrachten. Sie pflegte ihren Lebensgefährten Sartre während seiner langen Krankheit bis zu seinem Tod im Jahre 1980. „Die Zeremonie des Abschieds“ wurde 1981 veröffentlicht und gab noch einmal einen leidvollen Rückblick auf die letzten Lebensjahre Sartres.

Am 14. April 1986 starb Simone de Beauvoir. Sie wurde neben Jean Paul Sartre auf dem Cimetière du Montparnasse in Paris begraben.

Posthum erschienen nach ihrem eigenen umfangreichen Werk an Essays, Romanen und Erzählungen noch die Lettres à Sartre (Briefe an Sartre) (1990), herausgegeben von Sylvie Le Bon de Beauvoir Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, RoRoRo, Reinbek 1997 und Lettres à Nelson Algren (Eine transatlantische Liebe. Briefe an Nelson Algren), herausgegeben von Sylvie Le Bon de Beauvoir aus dem Englischen von Judith Klein; Rowohlt Verlag, Reinbek 1997.