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09. September 2013

Unkontrollierte Staatliche Aggression

Sind die USA demokratisch gewählte Staatsterroristen? fragt sich Tom Borg

"Wir sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Wir können uns angesichts der Bilder, die wir aus Syrien sehen, nicht blind stellen." Zementiert Obama damit die Rolle der USA als von Gott höchstpersönlich eingesetzter Polizeimacht auf diesem Planeten, der alles darf weil niemand ihn mehr daran hindern könnte?

Ob sie es nun tun oder nicht spielt letztlich keine allzu große Rolle mehr. Alleine die Ankündigung notfalls auch ohne UN-Mandat gegen Syrien in den Krieg zu ziehen, zeigt die Geisteshaltung der außer Rand und Band geratenen Weltmacht. Alleine schon Barrack Obamas Begründung für den Kriegszug spricht Bände: "Wir sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Wir können uns angesichts der Bilder, die wir aus Syrien sehen, nicht blind stellen."

Zementiert Obama damit die Rolle der USA als von Gott höchstpersönlich eingesetzter Polizeimacht auf diesem Planeten? Darf dieser Staat alles, weil niemand ihn mehr daran hindern könnte? Selbst Russland, als ehemaliger Widersacher, ist nicht mehr in der Lage, der wild gewordenen Weltmacht USA Grenzen zu setzen. Dank ungenierter Polit- und Wirtschaftsspionage und einer schier unerschütterlichen Wirtschaftskraft sind die USA nicht (mehr) angreifbar ohne dabei Selbstmord zu begehen - und sei es auch nur wirtschaftlich. Die Menschheit hat sich freiwillig in die Abhängigkeit eines Volkes begeben, das -weitestgehend zumindest - auf die Rechte anderer pfeift.

Eigentlich wollte Barrack Obama in Guantanamo aufräumen, so lautete einst eines seiner Wahlversprechen. Doch ein eigenes KZ zu haben, scheint ihm nun auch recht verlockend zu sein. Die Sowjetunion hatte Sibirien - die USA haben Guantanamo, wo sämtliche Grundrechte außer Kraft sind und auch die allgemein anerkannten Menschenrechte nicht sonderlich hoch eingeschätzt werden. Doch das erstaunlichste dabei ist, dass die internationale Gemeinschaft das alles so hinnimmt und allenfalls rhetorisch beiläufig gelegentlich das böse Wort Guantanamo in Nebensätzen erwähnt.

Für die USA scheinen die meisten Regeln der internationalen Gemeinschaft nicht zu gelten. Es ist ja nicht so, dass wir jetzt auf das menschenverachtende Kriegsverbrechen in Hiroshima zurückgreifen und den Abwurf der beidem Atombomben bemühen müssten, für die sich bis heute kein US-Präsident öffentlich entschuldigt hat. Wozu auch? Die USA dürfen sowas…

Nein, auch Vietnam fällt uns ein, wenn es darum geht, das Regime Präsident Baschar al-Assads zu zerschlagen, obwohl bis heute keinerlei eindeutige, für jedermann nachvollziehbare Beweise für seine Schuld am Einsatz von Giftgas vorgelegt wurden. Dass die USA im Vietnamkrieg ganze Landstriche mit Napalm und Agent Orange spielt heute keine Rolle mehr - und es musste wohl auch kein US-General sich für diese Kriegsverbrechen verantworten. Wozu auch? Die USA dürfen sowas… Und die Welt schaut zu, schreibt vielleicht eine Protestnote, aber zieht keine echten Konsequenzen.

Sind wir alle inzwischen so abgestumpft, dass uns das nicht mehr interessiert oder sind wir in Wahrheit selbst kleine Perverslinge, die da selbst gerne auf die Knöpfchen gedrückt hätten, aber nicht durften, und jetzt die "Kriegshelden" des A-Bomben- und Napalm-Abwurfs heimlich bewundern?

Viele Jahrzehnte, ja eigentlich ganze Jahrhunderte, wurde Amerika bewundert. Doch das Land tut alles, um uns täglich aufs neue zu zeigen, dass Recht und Gesetz nur für die anderen gelten, während die USA sich locker darüber hinweg setzen dürfen. Wer sollte sie auch daran hindern? Wer wollte den USA einen "Schuss vor den Bug" verpassen ohne an der Antwort zugrunde zu gehen?

Beenden kann diesen irdischen Wahn wohl nur noch eine neue göttliche Sinnflut. Denn unsere Seelen sind eh nicht mehr zu retten, dafür haben wir viel zu lange zugeschaut und indirekt mitgemacht…