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14. November 2009

Jugendliche und Kinder sollten eigene Vertreter für die Parlamente wählen dürfen

Gedanken über Kinder und ihre Rechte in der Demokratie von Tom Borg

Kinder und Jugendliche haben ihre eigenen Vorstellungen vom Leben. Wenn sie könnten, würden sie in vielen Dingen anders entscheiden. Warum dürfen keine Regierungen wählen? Schließlich muss die Jugend die Fehler der Erwachsenen ausbaden. Sollten sie darüber nicht mitbestimmen dürfen?

Der meistgenannte Grund für das Ablehnen der Wahlberechtigung von Kinder und Jugendlichen ist der, dass sie noch nicht reif genug seien. Aber müssen Sie das überhaupt? Meinen wir mit "reif" nicht letztlich, dass sie so denken, wie Erwachsene es gerne hätten, dass sie deren Werte übernehmen und sich in deren Welt einordnen?

Kinder und Jugendliche haben aber durchaus ihre eigenen Vorstellungen vom Leben. Wenn sie könnten, würden sie in vielen Dingen anders entscheiden. Haben sie kein Recht dazu? Wer gibt den Erwachsenen eigentlich das Recht zu sagen: Ihr lebt jetzt erst mal, wie wir es als richtig ansehen. Und wenn ihr später etwas anders machen möchtet, dürft ihr das gerne tun. Bis dahin macht ihr aber erst mal das, was wir wollen.

Damit werden nicht nur die Vorstellungen der Erwachsenen einzementiert, sie verlangen darüber hinaus auch, dass ihre Kinder erst einmal Jahre ihres Lebens dafür zu vergeuden haben, für eine Welt zu arbeiten, die sie so gar nicht wollen, nur damit sie später, wenn sie selbst erwachsen sind, erneut dafür arbeiten dürfen, alle Fehler ihrer Eltern zu korrigieren. Die meisten davon lassen sich aber nicht mehr korrigieren! Man kann nicht Brücken einreißen, über die man täglich gehen muss. Kinder können wenn sie erwachsen sind, nicht alles total anders machen. Sie bekommen letztendlich das aufgezwungen, was die Eltern ihnen vorsetzen - einschließlich aller Staatschulden, die gemacht wurden, damit unter anderen "die Kinder es später besser haben". Aber wer hat die Kinder gefragt, ob sie es so überhaupt haben wollen?

Haben Erwachsene wirklich das Recht, ihren Kinder die gigantischen Schuldenberge aufzulasten, die unsere Gesellschaft täglich anhäuft? Sind Kinder dazu verpflichtet, diese Schulden überhaupt anzuerkennen? Was, wenn Kinder einfach das "gesellschaftliche Erbe" ausschlagen und sich weigern, die Schulden ihrer Eltern zu übernehmen...?

Kinder dürfen zwar ihre Meinung sagen, aber wenn diese stark von den Meinungen der Erwachsenen abweichen, ist man schnell versucht zu sagen: "Ihr redet Unsinn!" Ist es Unsinn, wenn Kinder sagen, was sie wollen? Kinder wollen eben nicht immer das, was ihre Eltern wollen! Mit welchen Recht dürfen Eltern dann ihren Kindern vorschreiben, wie sie zu leben haben, denn darauf läuft es in unserer Gesellschaft schließlich hinaus, weil die Sachzwänge so groß sind, dass die Kinder als Erwachsene nicht mehr alles ändern können, was sie gerne ändern würden, sofern sie vom gesellschaftlichen Druck nicht ohnehin längst wie der Kuchenteig in eine vorbestimmte Kuchenform gepresst wurden.