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01. September 2013

JEIN oder vielleicht?

Die Qual mit der Wahl. Von Sarah Walter

Entscheidungen, die wir treffen, bestimmen und verändern unser Leben. Es liegt an uns, ob wir einen Fehler begehen oder nicht. Immerhin sind wir für unser Leben selber verantwortlich, wenn man die Kinder erstmal außen vor lässt.

Insbesondere sind die Entscheidungen, die man in der Jugend trifft, ausschlaggebend für die Zukunft. Was für einen Job werde ich wählen? Sollte ich mich erst auf die Karriere fokussieren oder lieber eine Familie gründen? Solche Fragen stellen sich aber nur Jugendliche, die sich überhaupt Gedanken um die Zukunft machen.

Eher werden sie in der Liebe mit Entscheidungsfragen konfrontiert. „Soll ich oder soll ich nicht?“ Schließlich steht man vor der Frage, ob man glücklich wird oder einen Fehler macht und somit verletzt wird. Manchmal bekommt man aber Hilfe, die Entscheidung zu treffen.

Beispielsweise wird man davor gewarnt, dass diese Person nur mit einem spielt. Leider ist es so, dass die meisten dieses Glück gar nicht wertschätzen, dass sie eine Vorwarnung bekommen haben. Die Naivität und Neugier in der Liebe herrscht über das Gehirn. Wie kann man denn auch schon herausfinden, ob man einen Fehler macht oder nicht, wenn man nicht das Risiko eingeht und es ausprobiert? So denken die meisten Teenager, obgleich sie schon mitbekommen haben, dass der/die Vorgänger/in von diesem Menschen verletzt wurde.

Anstatt zu denken, dass man diesem Menschen nicht trauen sollte, finden sie, dass Leute sich ja ändern können. Der US-amerikanische Autor Ernest Hemingway, der dazu auch noch einer der erfolgreichsten und bekanntesten Schriftsteller des 20. Jahrhundert war, bestärkt diese Denkweise durch das Zitat: „The best way to find out if you can trust somebody is to trust them.” Aber warum muss man es denn noch versuchen, wenn man die Antwort doch schon lange kennt? Es ist das gleich wie wenn man wissen will, ob ein Messer scharf ist: Hat man vorher schon jemanden dabei gesehen, wie er es ausprobiert und sich dabei geschnitten hat, ist man doch nicht so blöd und versucht es auch, oder etwa doch?

Ebenfalls schwer ist es, sich zu entscheiden, wenn man gar nicht weiß, was man überhaupt will und das kann verheerend sein. Meine Freundin erklärte es mir mit einem Beispiel: Man stelle sich vor, fünf Typen kämen auf ein Mädchen zu, das sich nicht bewusst ist, was es eigentlich will. Also probiert sie alle erstmal durch und wird von Mal zu Mal immer verletzt. Dadurch geht das Vertrauen auch mehr und mehr verloren, bis es dann irgendwann ganz weg ist. Vertrauen zu verlieren ist schwerer als Vertrauen zu gewinnen. Sollte dann ausgerechnet der letzte Junge der Richtige sein, fällt es ihr schwer ihm zu vertrauen, weil die schlechten Erinnerungen hängen bleiben und man Angst hat, dass es wieder passiert.

Soll das jetzt etwa heißen, dass man seine Entscheidungen immer von anderen beeinflussen lassen sollte sowohl niemals das Risiko eingehen und etwas versuchen darf, nur damit man eventuell nicht verletzt wird? Ist: „Vertraue niemandem, dann wirst du glücklich!“ jetzt das neue Lebensmotto? Schließlich hat ja noch niemand bewiesen, dass Leute sich nicht ändern können…