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16. November 2009

Frieden

Wie ein Songtext entstand von Tom Borg

Einsame Menschen am Wegrand, traurige Kinder, die unschuldig weggezerrt wurden und gar nicht verstanden, warum das alles passierte. Sie sind aber die Leidtragenden; sie müssen die Folgen des Kriegs den sie nicht verursacht haben einen Leben lang mit sich herumtragen.

Was ist Frieden? Diese Frage stellte sich mir vor ein paar Jahren, als ich einen Songtext zu diesem Thema schreiben musste. Ein Partner hatte einen Trompetensong, der auf dem Refrain mit Gesang unterlegt war, den Wildecker Herzbuben angeboten - und die wollten den Song haben. Allerdings mit vollem Text.

Damals stand nur der Refrain mit den Worten:

Frieden, wir wollen Frieden
und Liebe für die Menschen der Welt;
Frieden für alle Freunde,
Liebe für die Kinder der Welt.

Und so saß ich da an einem Sonntagmorgen und grübelte: Was ist Frieden? Was kann man über Frieden in einem Liedtext schreiben? Mir fiel zwar alles mögliche ein, aber immer nur, was Frieden nicht ist. So sah ich in meinen Gedanken die Fernsehbilder aus dem ehemaligen Jugoslawien und aus Afrika. Da sah man immer wieder, wie Panzer und miltärische Geländewagen durch die Gegend rollten, während Flüchtlinge, viele von ihnen Kinder, am Wegrand standen und den Fahrzeugen traurig, machmal mit leerem Blick, hinterherschauten. Das war Frieden ganz sicher nicht. Aber was ist denn nun Frieden?

Eine Antwort fand ich an dem Tag nicht, aber einen Text. Und das ging plötzlich ganz schnell. Ich schrieb einfach das auf, was ich in den Nachrichten sah: Einsame Menschen am Wegrand, traurige Kinder, die unschuldig weggezerrt wurden und gar nicht verstanden, warum das alles passierte. Sie sind aber die Leidtragenden; sie müssen die Folgen des Kriegs den sie nicht verursacht haben einen Leben lang mit sich herumtragen. Werden sie ihre Erlebnisse je vergessen? Werden sie eines Tages verstehen, warum das alles passiert ist? Und was werden sie unserer Generation sagen, wenn wir sie eines Tages um Verzeihung bitten?


Es brennt in den Herzen,
wenn wir Kinder seh'n,
mit weinenden Augen,
still an Wegen steh'n.

Sie wünschen sich Wärme
und auch etwas Glück;
sie wollen nur Leben
und vom Himmel ein Stück.

Frieden, wir wollen Frieden
und Liebe für die Menschen der Welt;
Frieden für alle Freunde,
Liebe für die Kinder der Welt.


Weit weg von zu Hause,
siehst du Menschen geh'n;
sie lernen begreifen
ohne zu versteh'n.

Sie suchen nach Liebe
und sind doch allein.
Gebrochene Herzen -
werden sie je verzeih'n?

Frieden, wir wollen Frieden
und Liebe für die Menschen der Welt;
Frieden für alle Freunde,
Liebe für die Kinder der Welt.

Frieden, wir wollen Frieden
und Liebe für die Menschen der Welt;
Frieden für alle Freunde,
Liebe für die Kinder der Welt.
Liebe für die Kinder der Welt.

Frieden!


("Frieden" erschienen 2002 auf dem Album "Bubenstreiche" der Wildecker Herzbuben)