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15. November 2014

Weihnachten

Glaubensfest oder nur noch Tradition?, fragt sich Sarah Walter

Für die meisten von uns ist Weihnachten eine der selbstverständlichsten Veranstaltungen des Jahres. Doch haben nicht Viele den wirklichen Sinn dieses Festes längst aus den Augen verloren? Ist es nicht ein Glaubensfest? Der Glauben der Christen an Jesus, der geboren wurde als Sohn Gottes - der Grund, warum es dieses Fest überhaupt gibt?

Fast jeder Mensch auf der Welt kennt Weihnachten und auch hier in Deutschland wird es ausgiebig von fast allem Christen gefeiert. Schließlich gehört es zu einem der wichtigsten Feste des Jahres eines Christen, weshalb die Vorfreude auch entsprechend groß ist. Allein schon an den Verkaufszahlen von Essen, Geschenken, Weihnachtsschmuck etc. kann man erkennen, dass den Deutschen das Fest sehr wichtig ist. Doch feiern sie es auch aus dem richtigen Grund?

Oft schon im Oktober findet man sie in den Regalen der Supermärkte: Adventskalender, Schoko-Weihnachtsmänner und Weihnachtsgebäck. Zwar sind es dann noch zwei Monate bis zum Fest, aber trotzdem bekommt man schon das Gefühl vermittelt, dass Weihnachten naht. Die Vorfreude steigt und die Weihnachtsstimmung nimmt einen immer mehr gefangen, vor allem dann, wenn es auch noch anfängt zu schneien.

Schon im November kann man an den Häusern den ersten Weihnachtsschmuck bewundern und aus Schulen und Kindergärten kann man hören, wie die Schüler Weihnachtslieder einüben.

Hat der erste Advent dann begonnen und wurde die erste Kerze angezündet, fängt der Stress an - die schöne Stimmung bekommt dann ihren ersten Knacks. Es fängt schon bei den Weihnachtsgeschenken an - Familie und Freunde sollen ja schließlich auch Geschenke bekommen. Und das wird meist zum Problem. Was wünscht sich die einzelnen? Wo kann ich sowas bekommen? Fragen häufen sich und das Problem mit der Finanzierung multipliziert das Ganze. Insbesondere die Eltern von jüngeren Kindern überkommt der Stress, wenn der Nachwuchs viele Wünsche und auch noch Geschwister hat.

Diskussionen, wo und wie man überhaupt feiert sind oft ebenfalls vorprogrammiert, vor allem, wenn es darum geht, bei wessen Eltern man feiert. Wenn man sich nicht besonders gut mit seinen Schwiegereltern versteht, bekommt die Freude auf das Fest des Jahres einen argen Dämpfer.


Jubel, Trubel, Dauerstress


All dieser Stress wegen eines christlichen Festes? Für die meisten von uns ist Weihnachten eine der selbstverständlichsten Veranstaltungen des Jahres. Doch haben nicht Viele den wirklichen Sinn dieses Festes längst aus den Augen verloren? Ist es nicht ein Glaubensfest? Der Glauben der Christen an Jesus, der geboren wurde als Sohn Gottes - der Grund, warum es dieses Fest überhaupt gibt?

Christus ist das Thema, von dem in allen Weihnachtsliedern gesungen wird. Fast jeder feiert Weihnachten, aber nicht immer aufgrund des Glaubens.

Weihnachten, so scheint es, ist ein Fest aus Tradition geworden, eines, dass gefeiert wird, weil es auf dem Kalender steht und es schon immer so war und nicht mehr wegen des Glaubens - oder vielleicht doch?

Zweifel sind allemal angebracht, denn allein schon an der Zahl der Konfessionslosen - ca. ein Drittel der Bevölkerung Deutschlands ist konfessionslos - könnte man ablesen, dass es, wie es aussieht, nicht mehr wirklich um den Glauben bei diesem Fest geht. Doch so ganz geht auch diese Rechnung nicht auf, denn es treten natürlich auch zutiefst gläubige Menschen aus der Kirche aus, gerade weil sie einen festen Glauben haben und mit den Traditionskirchen nicht mehr einverstanden sind. Dennoch bleibt die Frage: Stehen heutzutage beim Weihnachtsfest nicht lediglich Tradition und Vergnügen im Vordergrund? Und natürlich der weihnachtliche Kaufrausch, der jedes Jahr die Menschen überkommt. Viele Geschäfte machen in der Weihnachtszeit mehr Umsatz als im ganzen Rest des Jahres. Was würden die alle tun, wenn es kein Weihnachten gäbe?

Ja, Weihnachten zu feiern ist schön. Aber ist es richtig, es aus dem falschen Grund zu feiern? Hat man denn überhaupt das Recht als Konfessionsloser Weihnachten zu feiern? Schließlich steht man glaubensmäßig gar nicht hinter dem Weihnachtsgedanken!

Nun, ich will es niemandem verbieten und das kann man letztendlich auch nicht, aber vielleicht sollte ein jeder Mal wieder darüber nachdenken, worum es beim Weihnachtsfest letztlich geht. Man muss nicht alles glauben, was in der Bibel steht. Aber man sollte sich bewusst sein, dass es Menschen gibt, für die Weihnachten mehr bedeutet als nur essen, trinken und Geschenke kaufen. Zur Toleranz einer modernen Gesellschaft gehört auch, dass man deren Gefühle respektiert und achtet - egal wie man selbst dazu steht.