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01. April 2012

Glücklich sein ist gar nicht schwer

Haben auch Sie Talent zum Glück? fragt Tom Borg

Glückliche Menschen glauben, die Kontrolle über ihr Leben zu besitzen. Sie haben das Gefühl, dass sie allein über ihr Schicksal bestimmen oder zumindest einen großen Einfluss darauf nehmen können. Zudem sind sie Optimisten und zweifeln nicht an ihren Fähigkeiten. Und selbstverständlich ist das Glas nie halb leer sondern halb voll ist.

Amerikanische Forscher haben in Langzeitstudien ein überraschendes Ergebnis herausgefunden: Es gibt offensichtlich Menschen, die ein Talent zum Glück haben. Dabei sind nicht die Lebensumstände entscheidend, sondern die innere Einstellung. Glückliche Menschen haben ein starkes Selbstwertgefühl. Sie betrachten sich selbst als intelligent, gesund und sozial verantwortlich.

Bei glücklichen Menschen fällt weiterhin auf, dass sie glauben, die Kontrolle über ihr Leben zu besitzen. Sie haben das Gefühl, dass sie allein über ihr Schicksal bestimmen oder zumindest einen großen Einfluss darauf nehmen können. Zudem sind sie Optimisten und zweifeln nicht an ihren Fähigkeiten. Und selbstverständlich ist das Glas nie halb leer sondern halb voll ist.

Aber auch nach außen wirkt dieses innere Glücksgefühl. Menschen mit dem besonderen Talent zum Glück sind extrovertiert und kontaktfreudig.

Die wissenschaftliche Untersuchung ergab noch einen weiteren interessanten Aspekt: Die Selbsteinschätzung bezüglich des eigenen Lebens ist konstant. Bei Stichproben im Abstand von zehn Jahren gaben die Befragten trotz Schicksalsschläge an, glücklich zu sein.

Man kann dem Glück aber auch mit weniger Talent zum Glück auf die - zugegeben vorübergehenden - Sprünge helfen. Jogger berichten immer wieder davon dass Laufen high macht! Gemeint ist damit das Gefühl, das durch die gleichmäßige rhythmische Bewegung und die damit verstärkte Sauerstoffzufuhr ans Gehirn hervorgerufen wird. Der Effekt ist tranceähnlich: Die rechte und linke Gehirnhälfte arbeiten synchron, bildhafte Vorstellungen, Erinnerungen, Träume tauchen aus der Tiefe auf. Gleichzeitig produziert das Gehirn Endorphine; das sind körpereigene Luststoffe, die die Jogger in einen rauschartigen Zustand versetzen. Dadurch können sogar Schmerzen unterdrückt werden. Euphorie durch Laufen...

Freilich hat auch der längste Marathon irgendwann ein Ende - und dann taucht auch der verklärteste Jogger wieder ein in die normale Gefühlswelt, wo der Takt des Lebens durch die innere Einstellung vorgegeben wird. Wer das Leben positiv nimmt und glaubt, glücklich zu sein, der ist es am Ende auch. Und das hat weniger mit Selbsthypnose zu tun, als vielmehr mit simpler Logik: Wer aktiv und selbstbewusst durchs Leben geht, nimmt seine Interessen wahr, trauert deshalb weniger verpassten Chancen nach und erfährt mehr Glücksmomente, die ihm letztlich wiederum vermitteln, dass er eigentlich ein glückliches Leben führt. Diese Erkenntnis werte seine innere Stimmung auf und gibt ihm neues Selbstvertrauen und kräftigt das Selbstbewusstsein. Eigentlich ist glücklich sein doch gar nicht so schwer...