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25. Juni 2014

Smartphone, die legale Droge

Die praktischen Begleiter mit Abhängigkeitspotenzial und Suchtgefahr. Von Sarah Walter

Wenn man es nicht unbedingt im Beruf braucht, ist ein Smartphone in gewisser Weise überflüssig. Es lässt uns Dinge virtuell erledigen, für die wir früher andere Menschen direkt angesprochen hatten. Dafür nimmt es oft die soziale Rolle eines Statussymbols ein. Ein Smartphone, wenn man das "richtige" besitzt, ist cool, es macht was her und lässt seine Besitzer "angesagt" aussehen,

Früher waren sie nicht mal auf der Welt, heute kaum wegzudenken. Fast jeder hat eins. Jeder benutzt es: ein Smartphone. Für die einen ist es ein praktischer Begleiter, für die anderen einfach nur ein teures Spielzeug. Aber für viele ist es ziemlich wichtig.

Schließlich ist es schon sehr bemerkenswert, was so ein kleines Ding alles kann. Wenn man allein schon bei den Standardfunktionen anfängt, bis hin zu den zahlreichen Apps, die entweder zu bestimmten Zwecken genutzt werden oder einfach nur zur Unterhaltung. Anstatt Sachen wie Kamera, MP3-Player, Notizblock und Terminkalender, etc. immer mit sich zu schleppen, hat man alles in ein paar Gramm zusammengefasst.

Doch das ist es nicht nur allein, was es so besonders macht, sondern vielmehr die Tatsache, dass eine Menge Daten darauf gespeichert sind - nicht nur Kalendereinträge oder Notizen, sondern auch Nachrichten und Fotos. Würde man diese verlieren, wäre es ein sehr großer Verlust - oder empfinden wir dies lediglich als Verlust weil wir uns daran gewöhnt haben, weil süchtig nach dem minütlichen Blick aufs Handy sind?

Wenn man es nicht unbedingt im Beruf braucht, ist ein Smartphone in gewisser Weise überflüssig. Es lässt uns Dinge virtuell erledigen, für die wir früher andere Menschen direkt angesprochen hatten.

Ein Smartphone, wenn man das "richtige" besitzt, ist cool, es macht was her und lässt seine Besitzer "angesagt" aussehen, was wiederum das allgemeine nach dem Gebrauch des Handys verstärkt.

Wir sind abhängig geworden von diesem kleinen Stück Technik. Doch darin liegt das Problem, denn viele sind regelrecht süchtig nach dem Ding ohne es wirklich praktisch zu benötigen.

Am Anfang stand zweifelsohne der praktische Nutzen: Das Handy ist eben Ersatz für viele Dinge, die wir täglich benutzen. Ohne das Smartphone fühlt man sich entwaffnet im Alltag und im Berufsleben.

Es ist aber nicht nur allein der Ersatz für die vielen Dinge, die einen an das Smartphone fesseln, sondern auch, dass damit alles schneller geht und man mobiler ist.

Alles auf einmal bedient die Unterhaltung. Sie lenkt extrem ab und schon vergeht die eine oder andere Stunde ohne dass Langeweile aufkommt. Aber - weg ist weg!


Der coole Zeitkiller


Nimmt man sich vor, kurz etwas im Internet zu suchen, sieht man plötzlich, dass eine Nachricht bei Whatsapp eingetrudelt ist, - und liest sie. Und in der Regel antwortet man dann auch.

Zufällig ist das Whatapp-Logo direkt neben dem Facebook-Logo und man will "kurz" schauen, ob es etwas Neues gibt, und kommt dann auf die Idee, auch noch "schnell" die E-Mails zu kontrollieren.

Schnell ist vergessen, was man eigentlich tun wollte. Erinnert man sich dann wieder daran, versucht man, es dann zu erledigen. Allerdings kommt dann meist wieder eine Nachricht. Es ist ein Teufelskreis, der zu einem großen Problem werden kann, wenn man es nicht schafft, da auch wieder raus zu kommen.

Will man wirklich in so eine Sucht und Abhängigkeit verfallen? Natürlich werden alle sagen, dass man ein Handy nicht mit dem Rauchen oder Trinken vergleichen kann - doch genauso ist es. Ohne Handy, fühlt man sich heutzutage unvollständig. Was für eine unvorstellbare Katastrophe man es verlieren sollte und man sich kein neues leisten kann? Hilflos und verlassen stünde man da, nackt unter all den klickenden Handy-Besitzern. Man wüsste nicht, was man tun sollte. Ist das nicht so etwas wie Weltuntergang…?

Nein, vielleicht ist es die Rettung! Spätestens wenn man einmal ein Smartphone verloren hat, lernt man wie beim Festplattencrash ohne Backup, dass all die schönen Bilderchen und Nachrichten allesamt vergänglich sind. Ein Tastendruck genügt - und unser halbes Leben ist schlagartig verschwunden, vernichtet…

Doch ist es das wirklich? Vielleicht sollte man versuchen, nicht mehr alles Wichtige dem Smartphone zu überlassen und die alltäglichen Dinge selbst erledige, die Kontakte zu löschen, die man sowieso nur aus der virtuellen Welt kennt.

Und warum sollte man zur Unterhaltung immer mit einem Telefon spielen? Warum nicht einfach wieder, wie in dieser schrecklichen vortechnischen Zeit, mit den Menschen, die neben einem stehen, reden, statt virtuelle Kontakte mit SMS zu bombardieren? Haben wir das etwa verlernt? Können wir Emoticons inzwischen besser interpretieren als die Körpersprache unseres Gegenübers? Dann wäre es in der Tat Zeit, den Coolness-Faktor zu reduzieren und die Menschlichkeit wieder hervorzukramen. Schließlich ist ein Smartphone ein Gerät, das uns Menschenhelfen soll, nicht eben diese ersetzen…