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24. August 2013

Verbote und Regeln als Erziehungsmaßnahme?

Sie können auch das Gegenteil bewirken meint Sarah Walter

Pearl S. Buck meinte einmal: "Die Jugend soll ihre eigenen Wege gehen, aber ein paar Wegweiser können nicht schaden." Doch wie viele Verkehrschilder sind denn überhaupt nötig und beachtenswert für das Leben und welche sind einfach nur überflüssig?

Es ist klar, man muss Kindern und Jugendlichen Regeln vorsetzen, damit sie nicht einfach unüberlegt handeln können und machen, was sie wollen und ihnen letztendlich nichts Schlimmes zustößt bzw. man sie nicht irgendwann bei der Polizeistation abholen muss, weil sie irgendetwas einfältiges angestellt haben. Da stellt sich jetzt aber die Frage, was besser ist: tausende Regeln und Verbote oder genügend Freiraum, sodass sie die Chance erhalten, sich selbst zu entfalten.

Was aber auf jeden Fall gut ist, ist, dass man ihnen ja immer noch sagen kann, dass sie etwas sein lassen sollten, weil es falsch oder gefährlich scheint. Hierbei liegt aber die Betonung auf "scheint". Wieso müssen viele Eltern eigentlich alles so ernst und verhängnisvoll sehen? Bestimmt bin ich nicht die einzige, die denkt, dass sich manche Eltern mal entspannen sollten. Meinetwegen können sie ja ab und zu einen guten Rat geben. Selbst die US-amerikanische Schriftstellerin Pearl S. Buck meinte einmal: "Die Jugend soll ihre eigenen Wege gehen, aber ein paar Wegweiser können nicht schaden." Doch wie viele Verkehrschilder sind denn überhaupt nötig und beachtenswert für das Leben und welche sind einfach nur überflüssig?

Das manche ihren eigenen Weg gehen und dabei völlig ignorant an den Verkehrsschildern vorbei laufen bzw. nie welche vorgesetzt bekamen, beweist jedenfalls der Teil der Jugendlichen, die ein respektloses und unvernünftiges Benehmen an den Tag legen und deren nette Ausdrucksweise nur zu wünschen übrig lässt. Immerhin erlauben sie sich einfach alles und lassen sich leichtsinnig mit Leuten ein, die nur schlechte Hintergedanken haben. Die für diese Kinder verantwortlichen Eltern, denen das egal ist, verbieten diesen schlechten Umgang nicht. Normalerweise sollte man diesen desinteressierten Erziehungsberechtigten das Sorgerecht entziehen. Vor allem weil sie daran Schuld sind, dass die Kriminalität der Jugend zunimmt, weil sie sich nicht verantwortungsvoll zu verhalten wissen. Soll man das denn einfach so hinnehmen, dass diese Art von Teenagern auf die Gesellschaft losgelassen und durch Desinteresse sowohl mangelndes Bewusstsein an Verantwortung wie die Pest weiter verbreitet wird? Schließlich tragen die Jugendlichen, die gerade ihren Führerschein absolviert haben, auch zur Unfallrate bei, da sie an Schnelligkeit Gefallen finden und diesbezüglich nicht die Geschwindigkeitsbegrenzung einhalten.

Andererseits stellt sich auch die Frage, ob der Erlass von zahlreichen Verboten und Richtlinien sinnvoll und von Nutzen sind, um diese Situation zu ändern. Jedenfalls sind manche Eltern davon überzeugt und erlauben ihrem Kind fast gar nichts, aus Angst, dass es Gefallen an etwas Unvernünftigen findet und man es aus diesem Grund davor beschützen will. Ob diese Erklärung für diesen Freiheitsentzug auch wirklich einleuchtend ist, darf zumindest bezweifelt werden. Besonders wenn man dabei bedenkt, dass ein Verbot zu etwas, dies noch viel interessanter macht, sodass man es erst recht ausprobieren will. Mir hat man früher auch gesagt, ich solle den Kaktus nicht anfassen, was dann passiert ist, kann man sich ja wahrscheinlich schon denken…

Zudem zeigt die Tochter einer Bekannten, das Ergebnis für diese Erziehungsmaßnahme: ab ihrem 18. Geburtstag, machte sie nur noch das, was sie wollte. Die Meinung ihrer Eltern hat sie nicht mehr interessiert. Sicherlich hat es die Eltern nicht sehr erfreut. Aber wie soll man auch schon Erfahrungen sammeln und lernen, selbstständig zu denken und zu handeln, wenn man keine eigenen Entscheidungen über sein Leben treffen kann, die das eigene Leben betreffen, sondern alles nur verboten bzw. vorgeschrieben wird und man für alles um Erlaubnis bitten muss, bevor man etwas tut? Ist es denn nicht verständlich, dass man das alles nachholen muss, weil man vorher nicht die Gelegenheit dazu hatte?

Außerdem lernt man nur durch Fehler fürs Leben und dazu ist die Freiheit zur persönlichen Entfaltung eine wichtige Grundlage für eine gute Zukunft, über die Eltern schließlich sowieso keine Kontrolle haben. Und will man denn der Jugend die ganze Freude und den Spaß am Leben nehmen , damit sie nicht zu dem werden, was man befürchtet? Vielleicht werden sie dann noch etwas viel Schlimmeres…

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags gibt die persönliche Meinung des Autors wieder. Diese Meinung wird nicht notwendigerweise von der gesamten Redaktion geteilt.