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23. Juni 2014

Leben ohne Glauben

Hat das Leben ohne Glauben einen Sinn? fragt sich Sarah Walter

Viele fragen nach dem Sinn des Lebens. Doch sollte man sich nicht eher Gedanken darüber machen, ob das Leben überhaupt einen Sinn hat?

Jeder denkt über das Leben anders. Jeder lebt es anders. Die einen reisen gerne um die Welt, während andere nur so weit gehen, wie sie den Kirchturm noch sehen können. Andere planen schon mit ihren Altersvorsorgungen 50 Jahre voraus, während andere noch nicht einmal wissen, was sie morgen machen werden. Allerdings wird sich früher oder später jeder fragen, was der Sinn bei allem ist, der Sinn des Lebens.

Doch hängt die Sichtweise auf das Leben nicht eigentlich von der Religion bzw. der Glaubensrichtung ab? Christen glauben an den Himmel und die Hölle, man landet nach dem Tod entweder im Paradies oder eben im Gegenteil davon - es hängt von der Lebensweise davor ab. Hinduisten hingegen glauben, an eine Reinkarnation - wiedergeboren als etwas neues, wobei es sich ebenfalls auf die Lebensweise davor bezieht und man auch dementsprechend wiedergeboren wird, also entweder als etwas Gutes oder Schlechtes. Ähnlich ist es bei den meisten anderen Religionen, entweder gibt es ein Leben nach dem Tod irgendwo in einer anderen Welt oder man wird auf der Erde wiedergeboren. Somit ist meistens der Sinn des Lebens für die mit einer Religion schon abgeklärt: Benimm dich gut, dann wird es dir nach dem Tod auch gut gehen, wenn nicht, dann kommt das böse Ende nach...

Doch was ist mit den Konfessionslosen? Was ist mit denen, die an gar nichts glauben, weder an ein Leben nach dem Tod in einer anderen Welt, noch an eine Wiedergeburt? Die, die denken, dass es nach dem Leben nichts mehr gibt? Das hieße, dass nach dem Tod einfach alles vergessen ist. Dementsprechend gibt es doch eigentlich nichts, für das es sich lohnt zu leben, Leben zu geben. Warum sollte man auch Kinder bekommen, wenn danach ohnehin alles ein Ende hat, wie irgendeine Serienreihe, die nach der 3. Staffel vorbei ist? Man verlässt das Leben und lässt alle anderen zurück und es gibt keinen Ort oder keinen Moment mehr, bei dem man sich wieder sehen kann.

Genauso könnte man sich dann auch fragen, warum man arbeiten sollte. Fast sein ganzes Leben soll man arbeiten und dann? Ohne Leben danach nützt es einem doch gar nichts. Alles nur reine Zeitverschwendung von wertvoller Lebenszeit. Bei solchen Bedingungen sollte man eigentlich das Leben in vollen Zügen genießen, anstatt seine Zeit an einem Arbeitsplatz zu verbringen, den man womöglich nicht einmal leiden kann.

Problematisch wird es erst recht, wenn es darum geht, gute und schlechte Taten zu unterscheiden bzw. wenn es um die Moral geht. Die logische und mögliche Konsequenz kann ja sein, dass es keinen Unterschied mehr macht, wenn man gute Dinge vollbringt oder schlechte. Außer vor dem Gesetz wird man nicht weiter in Verantwortung gezogen und gute Taten wären sowieso dann überflüssig wenn es dafür keine Belohnung gäbe - abgesehen von einem Orden oder ähnliches, wenn es mal etwas ganz besonderes ist. Aber im Grab hat man dann ja auch nicht mehr viel davon.

Zwar sind es alles nur Möglichkeiten, wie es sein könnte und keine Tatsachen. Aber wenn man es recht betrachtet, dann macht es ohne Glauben keinen Sinn. Ohne Glauben an ein Leben nach dem Tod gibt es eigentlich auch auch keinen Sinn für ein gut geführtes Leben...