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03. Juli 2014

Kindheitsträume

Es kommt immer anders als erwartet, meint Sarah Walter

Wenn man ehrlich zu sich ist, läuft nie etwas zu hundert Prozent nach Plan. Allein schon, wenn man sich daran erinnert, wie man sich früher als Kind die Zukunft ausgemalt hat. Was ist davon ist letztlich wirklich so eingetroffen? Ist alles so gekommen, wie man es sich erhofft hat?

Die Zeit verändert die Menschen. Aber ändert man sich auch so, wie man es erwartet hätte? Es geht dabei nicht um die großen Veränderungen der Persönlichkeit durch ein Einschneidendes Ereignis, sondern lediglich um die kleinen Dinge. Diese Veränderungen fangen schon mit der Kindheit an. Ständig versuchen wir alles in unserem Leben voraus zu planen. Versuchen, alles zu kontrollieren, damit es so läuft, wie wir es uns wünschen. Aber ist es wirklich möglich, alles ganz genau zu planen?

Wenn man ehrlich zu sich ist, läuft nie etwas zu hundert Prozent nach Plan. Allein schon, wenn man sich daran erinnert, wie man sich früher als Kind die Zukunft ausgemalt hat. Diese typischen "Wenn ich mal groß bin..."-Sätze, die man als Kind selbstbewusst und optimistisch als selbstverständlich betrachtet hatte. Was ist davon ist letztlich wirklich so eingetroffen? Ist alles so gekommen, wie man es sich erhofft hat?

Viele ersparen sich die deprimierende Statistik und reden sich ein, dass es ja nur Kindheitsträume waren. Doch woran liegt es, dass die Träume sich nicht erfüllen? Waren es wirklich alles nur dumme, kindische Vorstellungen und Wünsche?

Es kann gut sein, dass all die Kindheitsträume aufgrund der fehlenden Erfahrung als einfach realisierbar betrachtet wurden. Wenn man Kind ist, stellt man sich die Welt so einfach vor. Je älter man wird, desto näher kommt man der Realität des Lebens. Man wird sich nach und nach bewusst, was möglich ist und was nicht.

Ich habe mir früher immer gewünscht, reich zu sein und stellte es mir so einfach vor. Mehr Geld als ich brauche und ich kann mir alles kaufen, was ich will. Heute weiß ich, dass es gar nicht so einfach ist. Für etwas Geld muss ich hart bzw. lange arbeiten und wenn ich dann mal endlich was habe, ist es schnell wieder ausgegeben. Da wird es schon schwer, reich zu werden.

Muss es denn aber auch gleich heißen, dass mit der Kindheit ebenso die Chance auf die Verwirklichung all der der Träume schwindet? Sollte es so sein, könnte man alle seine Pläne und Träume vergessen. Aber das wäre absurd.

Genauer überlegt, geht es eher darum, was die Realität möglich macht und was unmöglich ist. Die Schwere liegt jedoch in der Unterscheidung. Schließlich ist es ja nicht völlig unmöglich reich zu werden; wie, ist eine andere Frage.

Doch wozu diese Anstrengungen, zu unterscheiden, was möglich ist und was nicht? Nur weil die Zeit einen erfahrener gemacht hat, heißt es nicht unbedingt, dass die Realität jeden Plan zugrunde gehen lassen muss, vorausgesetzt man ist nicht so pessimistisch, sondern so optimistisch, wie man in der Kindheit war.

Vielleicht sollte man aber auch nicht alles planen, sollte manchen Dingen einfach ihren Lauf lassen und nur grobe Vorstellungen, wie in der Kindheit haben. Letztendlich kommt doch sowieso alles so, wie man es nicht erwartet hätte.