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Martin Niemöller über Gemeinschaft

Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.
Zitat von Martin Niemöller
Martin Niemöller
deutscher evangelischer Theologe
* 14.01.1892, † 06.03.1984
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Gedanken von Christa Schyboll zum Zitat

Martin Niemöller war nicht nur ein evangelischer Theologe und ein führender Vertreter der Bekennenden Kirche, sondern auch Widerstandskämpfer und Vorbild für die Menschen. Er lebte, was er sagte. Und er sagte, was ihm sein Gewissen befahl. Als Häftling im Konzentrationslager in Sachsenhausen wurde er zum Widerstandskämpfer und später engagierter Vertreter der Friedensbewegung.

Er lernte leibhaftig kennen, was es bedeutete, Mut gegenüber einem wahnsinnigen Terrorregime unter Hitler aufzubringen. Doch auch er vollzog diese Schritte nicht von Anfang an. Sein starkes Eintreten für den Frieden ereignete sich in ihm als Prozess eines immer stärkeren Erkennens durch praktisches Erleben. Er blieb bei allem Eintreten für Menschenrechte und Frieden sehr differenziert in seinen Aussagen und seiner inneren Haltung. Vielleicht war es aber auch das, was ihm eine besondere Stärke verlieh?

An so mancher seiner Forderungen konnte man sich reiben. Wie beispielsweise seiner Aufforderung nach stärkerem militärischem Engagement der Amerikaner für Europa oder seinen Widerstand gegen die Trennung von Staat und Kirche. Besonders bemerkenswert ist jedoch auch seine Mitwirkung am Stuttgarter Schuldbekenntnis.

Neutralität war seine Sache nicht. Was er erkannte, dazu bekannte er sich auch gegen alle Widerstände. So stellte er sich gegen die Gründung der Bundesrepublik Deutschland, die Wiederbewaffnung, kritisierte die Position der Kirche im Kalten Krieg und geißelte die Rüstungspolitik. Dabei wusste er auszuteilen und scharf zu formulieren. Er war der geborene Polarisierer, mit dem Ergebnis von viel Freundschaft oder Feindschaft.

In den 50er Jahren wurde er radikal pazifistisch, arbeitete mit Kommunisten und stellte sich gegen den Militärdienst, den er mit dem christlichen Glauben als unvereinbar hielt. Ausgleichend machte er Versöhnungsreisen, die auch den orthodoxen Patriarchen von Moskau mit einschlossen.