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01. April 2012

Der T-Euro

Das feste Versprechen um Ver-T-Euerung, von Christa Schyboll

Vor zirka zehn Jahren wurde der Euro eingeführt. Man wählte diesen Namen nicht etwa wegen des Anklangs an Euro-pa, sondern weil man die deutsche Nation vorbereiten wollte auf das, was unvermeidlich war und viele vorher wussten: Es würde teuer werden. Damit der Mensch, der ein Gewohnheitstier mit schleichenden Gedanken ist, sich an diese Teuerung psychologisch vorab gewöhnt, nannte man ihn Euro. Das kleine T davor sollte klammheimlich später kommen.

Heute ist später. Es ist soweit. Wir bezahlen mit dem Teuro. Egal, was das Statistische Bundesamt uns da an Zahlen um die Ohren schlägt und frech behauptet, zwischen 1945 und 2001 sei die Inflation aber noch viel höher gewesen. Ja, ja, Statistiken! Wir kennen doch diese Tricks.

Tatsache ist, dass wir durch die Gewöhnung des Begriffes Euro, die Teuero-Rate innerlich mit geschluckt haben. Nun werden die Geld-Pressen angeworfen. Wir verschieben Milliarden um Milliarden in den letzten Jahren.. und es hat immer noch kein Ende. Die letzte leise Scham vor der Billionenmarke ist merklich gesunken. Dafür ist der gute alte Goldthaler in ungeahnte Höhe geklettert - jedoch nicht für jene Klasse erschwinglich, die vor dem Euro die Lira in Münzen abrechnete.

Wir sind nun psychologisch herausgefordert. Nachdem wir sprachlich vorbereitet wurden, brauchen wir eine Umkehr, die nicht nur phantasievoll ist, sondern auch unser erhitztes Mütchen besänftigt. Denn wir sind ja nun Wutbürger geworden. Und als Wutbürger muss man sich Luft verschaffen. Da alle damit rechnen, dass in spätestens drei bis vier Jahren der Euro begraben wird, wollen wir uns nicht nochmals reinlegen lassen. Der nächste Währungsname muss Hoffnung vermitteln und nicht die Fratze schon vorher an die Wand malen.

Der "Deutscho" wäre eine nationale Überlegenheit, die vermutlich wieder Neider auf den europäischen Plan bringt. Den "Soli" gibt es ja schon, obschon er lange nicht mehr gebraucht wird, aber man locker andere Verwendung fand. Immerhin leben die Bundespräsidenten heutzutage auch unmöglich lange. Der "Prollo" könnte suggerieren, dass wir es am Ende mit der sozialen Unterstützungsleistung mal wieder zu übertreiben gedenken und sich der Rest der Welt eingeladen fühlt, sich selbst hier schön zu bedienen.

Und was wäre mit dem "Denksto"?... Er würde zeigen, dass wir ein Volk der Dichter und Denker wären, die sich sehr wohl etwas dabei denken, wenn sie sich für einen Währungsnamen entscheiden. Gleichzeitig ist dieser Name auch Warnung an alle, dass wir diesmal aber echt nachdenken, aufpassen und uns nicht mehr so schnell reinlegen lassen wie mit dem Begriff des Euro/Teuro.

Fällt Ihnen dazu aber etwas Passenderes ein: Bitteschön! - Jeder intelligente Vorschlag ist willkommen, der uns nicht mehr das Geld aus der Tasche zieht und es vorher sogar noch wahrheitsgetreu im Namen ankündigt.