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28. April 2013

Drohnen

Wenn sich Frau Müller sommers ölt und cremt… Von Christa Schyboll

Die Drohne ist eine männliche Honigbiene. Oder auch eine Hummel, Wespe oder Hornisse. Als solche hat sie unter anderem auch Staaten bildende Aufgaben.

Drohnen dürfen zudem die jungen Königinnen begatten. Das ist ein sehr schöner Lebensinhalt für einen Drohn. Das wird fast jeder Mann bestätigen. Sicherheitshalber hat die Natur ihnen keinen Stachel geschenkt. Man weiß ja schließlich, wie empfindlich Königinnen sein können!

Die Drohne ist aber auch ein unbemanntes Fahrzeug. Es kann zu Land, zu Wasser und in der Luft aktiv werden, brummen, hier und da etwas rumspionieren und noch ganz andere Dingelchen machen. Man kann auch damit allerlei abschießen. Als unbemanntes Fahrzeug im militärischen Bereich, hat es keine Staaten bildende, sondern eines Staats zerstörende Aufgabe. Die nimmt es vortrefflich wahr! Bummbummbumm… und schon gibt es viele Tote ohne auch ein einziges Leben des eigenen Volkes zu verschwenden. Das nennen manche geistigen Dumpfbacken besonders ethisch, weil es doch immer nur die Bösen trifft, sofern es denn ordentlich trifft und die Software nicht Viren verseucht ist. Auch haben diese Arten von Drohnen so gar nichts von Begattungsimpulsen, die etwa auf Königinnen, Kanzlerinnen oder Präsidentinnen gerichtet sind. Hauptgrund ist zumeist die Überschreitung des gebärfähigen Alters der Amtsinhaberinnen. Nicht das der Drohne!

Brummen tun derzeit noch beide Sorte von Drohnen. Sie zielen damit auch auf das Nervensystem der Nachbarstaaten oder des direkten Nachbarn, der sich friedlich zum Lesen in seinen ruhigen Garten legen wollte. Aber ist eine solche Drohne erst einmal in all ihren Möglichkeiten entfesselt, dann gibt es Krieg! Auch in und über Nachbars Garten. Weil diese Spielzeuge aber allzu nett sind, werden nur wenige Jahre vergehen und die Drohnen werden lautlos sein. In ein paar weiteren Jahren werden sie auch unsichtbar sein, obschon sie da sind. Denn in der Forschung des Tarnkappenmaterials ist man weit fortgeschritten.

Wenn wir ein wenig Geduld mit der archaischen staatlichen und privaten Kriegsführung aufbringen, werden wir bald einen lautlosen und unsichtbaren Krieg der Drohnen in unser aller Umfeld haben. Und natürlich brauchen wir diese Dinger auch nicht mehr direkt über Nachbars Garten zu lenken. Es reicht eine gewisse Höhe über dem eigenen Garten aus. Keine Luftraumverletzung ist angesagt. Vielleicht jedoch ein Beschuss aus dem gegenüberliegenden Garten, der im Falle eines Abschusses gewiss keine Spinatbombe birgt, sondern ganz andere hässliche, stinkende Dinge zu uns transportiert.

Und die Pazifisten unter uns, die privaten oder staatlichen Krieg so gar nicht leiden mögen, die dürfen ihrer Lust an der Spionage frönen. Es war doch schon immer höchst interessant, einmal zu schauen, wie denn die Nachbarinnen sonnenbaden… Nackte Evas, die sich sonst so stolz und unberührbar zeigen! Und man braucht sich auch nicht mehr peinlich vors Guckloch am Gartenzaun zu stellen, sondern kann genüsslich sein Bierchen am heimischen Computer trinken, wenn Frau Nachbarin cremt und ölt.

Richtige Profidrohnen kosten schon einmal um 30.000 Euro. Aber was ist das schon für ein Hobby, wenn man nur geil genug auf das Ergebnis ist! Und man kennt doch diese Zahlen. Die nächste Generation kostet schon 5.000 und die übernächste 250 Euro, weil die Massenproduktion dieses neuen Lieblingsspielzeugs diese Preise leicht möglich macht.

Die männlichen Honigbienen samt ihren frisch begatteten Königinnen dürften pikiert darüber sein, wenn sie wüssten, für welchen neuen Spielkick unserer sicht-süchtigen Voyeure ihre fleißige Spezies mit ihrem Namen herhalten muss.