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21. August 2012

21. Dezember 2012

Warum ist dieser Tag so interessant?, hinterfragt Christa Schyboll

Das Datum des Mayakalenders ist auf den 21. Dezember 2012 fixiert. Dann endet einer der Mayakalender abrupt und wird auch nicht mehr fortgeführt. Was hat es mit diesem Tag auf sich? Warum nicht der 19. September 2010 oder der 4. Oktober 2011?

Die verschiedenen Kalender der Mayas beruhten auf einer Tageszählung des Zwanzigersystems. Am bekanntesten sind dabei der spirituelle "Tzolkin-Kalender", der zivile "Haab"-Kalender und die "Lange Zählung", mit der außerordentlich große Zeiträume von den Mayas erfasst wurden.

Heute spricht man unkorrekter Weise von "dem" Maya-Kalender, der tatsächlich aber nur Teil eines Kalendersystems ist. Mit der "Langen Zählung", die am 11. August 3114 vor Christi Geburt beginnt (nach gregorianischer Zeitrechnung) und zur Wintersonnwende am 21. Dezember 2012 abrupt endet wurden vor allem Himmelsbeobachtungen möglich, die wiederum Auskunft über viele Zusammenhänge brachten, die man im Haab und im Tzolkin-Kalender qualifizierte. Also ca. 5000 Jahre präzise Angaben, die plötzlich aufhören und nicht weiter geführt werden. Warum nur? "Nur" etwa weil dann wiederum ein Großzeitraum von zirka 26.000 Jahren des irdischen Zeitzyklus zu Ende geht und ein neuer beginnt? Dieser Zeitraum wird auch das "platonische Jahr" genannt und beruht auf der Präzessionsperiode der Erdachse. Auch wenn der große griechische Philosoph Platon selbst, auf den die Namensgebung dieses großen kosmischen Zyklus zurückgeht, die Präzessionsperiode noch nicht beherrschen konnte, so wusste er jedoch wiederum aus den Kenntnissen der alten Ägypter um diese Geheimnisse. In seinem Werk Timaios erklärt er, dass die Planeten im Laufe langer Zeiträume wiederum in ihrem gemeinsamen Anfangs- und Frühlingspunkt zusammentreffen und dann wiederum ein Weltzyklus vollendet ist. Dies wussten auch andere Kulturen, wie eben auch die Mayas, die das Ende eben dieses "platonischen Weltenjahres" auf den 21. Dezember 2012 datierten. Insofern treffen sich die Kenntnisse gleich verschiedener Hochkulturen in Bezug auf lange Zeiträume in gemeinsamen Anschauungen und Berechnungen. Dies ist ein Umstand, jenes geheimnisvolle Datum nicht mit einer lächerlichen Handbewegung lapidar aus dem eigenen Fokus zu streichen. Es lohnt sich durchaus, einen Blick hinter die Spekulationen zu werfen, die damit verbunden sind und dem Thema angesichts der anstehenden Aktualität ernsthafte Aufmerksamkeit zu widmen. Rein astronomisch betrachtet entsteht zur Wintersonnenwende am 21.12.2012 eine durchaus interessante Konstellation, die man auch galaktische Konstellation nennt. Es überschneiden sich dann eine Reihe von Planeten mit ihren Stellungen, wie es nur einmal im Platonischen Jahr von eben ca. 26.000 Jahren vorkommt. Und genau dies geschieht zum 21.12.2012. Dabei zeigt die Erdachse mit ihrem Südpol genau in Richtung dieses besonderen und seltenen Schnittpunktes. Ob nun diese astronomischen Besonderheiten auch zu großen Umwälzungen auf der Erde oder innerhalb der Menschheit führen oder letztlich überhaupt keine spürbaren Spuren hinterlassen, werden wir erst im Nachhinein erfahren. Beides ist denkbar, nichts davon seriös voraussagbar.

Ganz sicherlich hätten die Mayas auch über den 21.12.2011 hinaus ihre Kalender berechnen können, angesichts dieser großen Zeiträume, mit denen sie bereits hantierten. Die spannende Frage dabei ist aber: Warum taten sie es nicht? Warum endeten sie bei diesem Zyklus? Dies wurde zur Basis abenteuerlicher Mutmaßungen und Spekulationen. Dem dennoch eine gewisse Bedeutung zuzumessen ist deshalb nicht unangebracht, weil diese kenntnisreiche Hochkultur neben spirituellen und religiösen Hintergründen eben auch die Mathematik und Astronomie aufs Höchste bereits entwickelt hatte. Hier geht es also nicht um Prophetie eines einzelnen Menschen oder Sehers und seinen tatsächlichen oder auch nur behaupteten Fähigkeiten, sondern um eine Kombination von Grundlagenwissen, dass sich sowohl kognitiv-intelligent wie zugleich auch spirituell umfassend ergänzte. Diese Kombination macht also dieses bald anstehende Datum so interessant. Gleichzeitig erleben wir aber auch, dass die Welt seit ca. 20 Jahren in einen fulminanten Umbruch auf allen Ebenen geriet, der vielen Menschen hier den Atem nimmt, so sie sich bewusst und klar schauend mit den diversen Entwicklungen beschäftigen… und sie nicht nur taub und fast wie träumend hinnehmen.

Ob wir Menschen dieses Rätsel noch vor Datumseintritt lösen, ist mehr als fraglich. Und selbst wenn wir es lösen würden: Würde es uns etwas "nützen"? Würde es uns schützen? Oder braucht niemand einen besonderen Schutz, weil all das Gerede darüber doch nur Unsinn ist? In wenigen Wochen werden wir es erleben. Bis dahin dürfen wir darüber nachdenken, können uns neu einrichten, können es verdrängen, vernachlässigen oder auch eine Chance darin wahrnehmen, ungute Entwicklungen auf eine bessere Schiene zu bringen. Persönlich wie global.