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07. August 2012

Sternbilder und Astrologie

Ist mein Horoskop mein Schicksal?, hinterfragt Christa Schyboll

Die meisten Menschen kennen Ihr Sternbild, unter dem sie geboren wurden. Einige davon schauen hin und wieder auch in ihr Horoskop, lachen oder wundern sich, hoffen auf gute Neuigkeiten oder halten es für blanken Unsinn.

Spricht man also im Zusammenhang der Geburt vom Stier, Wassermann oder von der Waage, so muss man keinem erklären, dass es sich hierbei nicht um ein Tier, eine mythische Gestalt oder einen Haushaltsgegenstand handelt. Fast jeder weiß, was damit gemeint ist.

Aber kaum jemand weiß auf Anhieb, dass unser Himmel heute in 88 Sternbilder eingeteilt ist. Dies geschah bereits vor über 4000 Jahren. Allerdings hatten die verschiedenen Völker, die sich mit der Himmelskunde befassten, durchaus für gleiche Sternbilder andere Namen, weil die Menschen verschiedene Assoziationen hatten, wenn sie in den Himmel schauten und die Sternbilder bildhaft erfassten.

Doch hinter dem Bild stand seit Jahrtausenden auch eine bestimmte Qualität, die vor allen Dingen in der Astrologie bedeutsam wurde. Die moderne Wissenschaft befasst sich in der Regel nur mit der Astronomie, die das Messbare und sinnlich Erfassbare der Sterne und des Kosmos wiedergibt.

Befasst man sich mit den Qualitätszuordnungen der Sternbilder tiefer als in den üblichen Horoskopen, so kann man ins Staunen kommen, angesichts der Aussagekraft in persönlichen Angelegenheiten. Wie gut oder schlecht, treffend oder nicht zutreffend dies aber ist, hängt keinesfalls von den Sternen oder den Sternbildern ab, sondern von der Kompetenz desjenigen, der in diesen Interpretationen auch wirklich erfahren ist. Dies ist eine sehr komplexe Angelegenheit, die eine ganz eigene Meisterschaft braucht. Dass hierbei auch viel Unsinn herauskommen kann, wenn sich selbsternannte "Könner" daran dilettantisch versuchen, ist hier, wie auch in allen anderen Gebieten, natürlich das Risiko.

Ein Grund mehr, niemals kritiklos, naiv oder leichtgläubig sich auf diese Dinge einzulassen. Erst recht nicht in der Hoffnung, dass man durch sein Horoskop quasi zu einer Marionette des eigenen Seins würde, weil die Geburtskonstellation nun einmal ist wie sie ist. Unsere Lebenswirklichkeit ist immer dynamisch. Das heißt, wir selbst haben es zu weiten Teilen nicht nur in unserer Hand, sondern auch in unserer Verantwortung, aus unserem Leben etwas Gutes zu machen. Das gilt für die angenehmeren wie auch die unangenehmeren Konstellationen. Der freie Wille bleibt von all dem unberührt. Aber weiß man mehr über diese Dinge, ist die Steuerung der eigenen positiven Fähigkeiten und Talente ein wunderbares Werkzeug, seiner Selbstverantwortung im Handeln, Sprechen, Fühlen und Denken voll Rechnung zu tragen.