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19. Dezember 2014

Friedensbotschaft an DAS BÖSE

Gedanken zu Gut und Böse von Christa Schyboll

Die Tricks des Bösen sind offensichtlich. Sein ewiges Locken und Verführen gleicht einer Göttin oder einem Gott. Doch kann das Böse am Ende zum Guten verführen? Oder bedienen wir jede Schwäche und missachten jedes Tabu, wenn es darauf ankommt?

Hallo,
mein Problem mit Dir beginnt schon bei der Anrede! "Liebes" Böse, hätte ich ja gern geschrieben, erscheint mir jedoch nicht nur wegen des nahen Friedensfestes zu Weihnachten unpassend. Es wirkt etwas bizarr, mit einer leicht abstrus mundenden Lebkuchennote zu Unzeit. Obschon?... Da verbleibt schon die erste Unsicherheit. Denn trägt der Frieden nicht auch Verzeihen, Verstehen, Freundlichkeit mit im umfangreichen Gepäck? Und vergab nicht auch Jesus großmütig seinen Feinden? Ich jedoch bin schon froh darum, dass Du im himmlischen Duden-Zeichen von Kasus Nominativ Neutrum stehst und als "DAS" Böse bezeichnet wirst. Denn sonst müsste ich auch noch mühevoll einen langen Gender-Anhang diesen Gedanken beifügen. Dieser Umstand Deiner Neutralität macht es mir bei all den komplizierten Dingen, die ich Dir heute schreiben muss, ein klein wenig einfacher.

Hast Du eigentlich schon einmal einen Weihnachtsbrief bekommen? Viele? Echt? - Was ist daraus geworden? - Oder ist dies etwa der erste Brief zu Weihnachten an DAS BÖSE in der Geschichte der Menschheit, die auch Deine Geschichte sein könnte? Oder bist Du am Ende weit älter und nicht nur auf unseren kleinen blauen Planeten zwanghaft fixiert?

Du siehst schon an den Eingangsfragen, wie wenig ich von Dir weiß. Das einerseits. Andererseits bist Du mir wohlbekannt. Ich treffe Dich allerorten. Selbst in mir. Das macht die Sache spannend und lohnt auch die Auseinandersetzung mit Deinem Sinn und Deinem Wesen. Mir scheint jedoch, Du wohnst in (fast) jedem von uns. Bist Du am Ende eine Art umfassender Hausbesetzer? Die Frage, ob Du als solcher Miete bezahlst, ist wohl müßig. Interessanter ist eher: Wer hat Dich je eingeladen? Wer hat Dir weit Tür und Tor geöffnet und gesagt: "Nun komm schon! Ich brauch Dich dringend!" Und wenn ja, zu welchem Zweck? Angeblich will Dich ja niemand zur Untermiete beherbergen. Heimlich jedoch versteckt man Dich wie einen Kriegsflüchtling im Feindesland. Das wirft merkwürdige Fragen auf. Wie kommt es? Einerseits will niemand mit Dir befreundet sein, andererseits nutzt man Dein Dasein täglich neu, reichhaltig und für geradezu abstruse Situationen.

Zunächst zolle ich Dir meinen vollen Respekt darin zu, wie Du vorgehst. Du bist planvoll, schnell, effektiv, unerkannt, nachhaltig und unendlich raffiniert. Das soll Dir erst einmal jemand nachmachen! Dein Widersacher, das Gute, hat es bisher noch nicht so weit gebracht. Es stellt sich ziemlich dumm an, wenn es seine eigenen Interessen vertreten soll. Woran liegt das? Seid ihr beide vielleicht unterschiedlich alt und habt deshalb auch unvergleichlich andere Erfahrungshorizonte? Ist das Gute vielleicht noch zarter, jünger und unerfahrener als wir alle bisher glaubten? Befindet es sich nur deshalb unter den Menschen in Was ist es, das Dich so attraktiv macht, obschon Du "DAS BÖSE" bist?


Von den Verlockungen und Verführungen


Einer Deiner Tricks ist sehr offensichtlich. Es ist die Verführung. Dein ewiges Locken gleicht dem einer wunderschönen Göttin... na ja, für Männer zumeist. Bei den meisten Frauen dürfen es dann schon schöne Götter sein, um entsprechende Wirkung zu erzielen. Ist eigentlich eine einzige Verführung benennbar, wozu Du nicht verlockst? Eine, die Dich partout nicht interessiert? Hmmm... Lass mich kurz nachdenken...

Ah! Ich hab‘s! Du verführst nicht zum Guten. Oder?... Ich bin noch im Zweifel und lasse an dieser Stelle des Weihnachtsbriefes mein Fragezeichen noch einmal stehen.

Summa summarum ist dein Verführungspotenzial scheinbar unendlich. Es ist auf jede einzelne Menschenseele gezielt ausgerichtet. Du bedienst jeden Wunsch, jede Schwäche, jede Abartigkeit oder Perversität, wenn es drauf ankommt. Und vielen kommt es sehr wohl darauf an. Du kennst kein Tabu. Und damit benimmst Du Dich freier, als Dein Schöpfer es sich jemals ausmalte. Bist Du am Ende innerhalb des Schöpfungszyklus in einem unbedachten Augenblick entstanden? Oder war es umgekehrt: Bist du DAS GÖTTLICHE ZEICHEN an sich, das etwas zu Ende bringt, wenn wir Menschen es nur zu Ende denken... und tun?

Jede und jeden von uns hast Du fest im Fokus. Wer sich heraus windet, wird "bestraft" oder hat mit unangenehmen Konsequenzen zu rechnen. Gegen Dich zu sein, wird unbequem. Wer bei Dir verbleibt, ist auf Dauer aber ebenfalls nicht zu beneiden. Doch bis diese Folgen sichtbar werden, dehnen sich unter Umständen die Zeiträume auf ein solch überdimensioniertes Maß, das unser Weltbild erschüttern könnte. Auch das ist ein Trick aus Deinem Zauberkasten: Die Menschen verlieren den Überblick... oder bekommen ihn erst gar nicht.

Du verführst nicht nur zu Mord und Totschlag, zur Lüge, Beschiss und Völlerei, zum Trinken, das zum Saufen werden kann, zu Neidattacken oder missgünstigem, bösartigen Geschwätz. Nein, Du verführst zudem auch zum Klau, zum Betrug und zur Eitelkeit. Am liebsten jedoch verführst du zur Macht. Hier ist Dein Gipfel. Wer einmal an der Lust der Macht gesäugt hat, ist fällig und verloren... auf lange. Hast du einmal dieses Ass aus Deinem weiten Umhang gezogen, sind die anderen Verführungskünste fast alle untergeordnet bereits vorhanden. Denn wer erst einmal die Macht über alles liebt, setzt auch alles von Deinen vortrefflich wirkenden Werkzeugen ein, um sie auch zu behalten und zu festigen.

Damit bist du schon ziemlich bitterböse, Du Böses, hast aber in Deiner Unersättlichkeit noch immer nicht genug. Denn Du kennst Deine Kundschaft und weißt: Hier geht noch mehr! Denn das bekannte Vorgehen ist doch noch recht sauber und klar in seiner Offensichtlichkeit. Mord ist Mord, um einmal ein drastisches, wenngleich nicht einmal selten vorkommendes Beispiel zu nehmen. Zu steigern ist Deine Gewitztheit jedoch durch die Camouflage, die Verschleierung. Hier fährst Du zur Meisterschaft auf. Jetzt braucht es andere Tricks. Die Lunte brennt nun nicht mehr an einer Handgranate. Jetzt kommen schwere Waffen zum Einsatz: Du verkaufst Dich als "Das Gute"! Und Du machst es so perfekt, dass man es Dir glaubt! Damit erschlägst du gleich einen ganzen Fliegenschwarm mit einer Klappe.


Die Raffinesse der Camouflage


Als Das Böse hast Du Dir planvoll feine Mäntelchen gewebt. Du hängst sie Dir um und erscheinst den Menschen in immer neuem Licht. Du bleibst unerkannt in Deinem wahren Sein. Das eine Mäntelchen nennt sich zum Beispiel "Schutz", das andere "Gesetz", das dritte "Demokratie" und so weiter. Deine Garderobe, im Gewande des scheinbar Guten aufzutreten zu können, ist reichhaltig bestückt. Und die meisten Leute glauben tatsächlich daran, dass das etwas Gutes ist, was Du ihnen zeigst. Steht es doch zudem schwarz auf weiß in Präambeln und Paragraphen so geschrieben.

Und mal ehrlich! Schauen die Politiker, um nur eine von vielen Berufsgruppen herauszugreifen, nicht wirklich immer auch treusorgend und betroffen in die Kameras, wenn sie das sogenannte "Gute" hinter dem Du Dich so exzellent und raffiniert versteckst, uns allen angedeihen lassen möchten? Doch, das tun sie! Sie wirken seriös, glaubhaft, ehrlich. Aber Du benutzt uns alle! Inwieweit sie Dich alle schon durchschauen oder gar gewollt benutzen, kann ich nicht sagen. Da musst du dann auf weitere weihnachtliche Friedensbriefe hoffen, die Dir Antwort geben. Ich jedenfalls spüre Dir hinterher und habe meine guten Gründe dafür.

Wirklich, Du Böses, Deine Meisterschaft im Sinne Deiner Sinngebung ist schon ziemlich perfekt.

Trotzdem frage ich mich, wie es kommt, dass du mit diesem Fuzzi (Das Gute), das doch Dein stärkster Widersacher ist, nicht längst kurzen Prozess gemacht hast? Du könntest doch? Oder etwa nicht?...

Ein wenig zweifele ich schon an Deiner scheinbar so omnipotenten Macht angesichts Deines Kampfes. Denn wenn ich sehe, wie hochgerüstet Du bist und wie kümmerlich und kläglich doch das zarte, keimhafte Gute erst ist, werden kritische Fragen in mir laut. Warum nur erinnere ich mich in diesem Augenblick eigentlich an die Machtkonstellation von David und Goliath, wieso springt der Vietnamkrieg mir gerade störend in die Gedanken oder ein Herr Snowden?... Ach, kehren wir lieber zum Thema zurück.

Also was ist nun wirklich mit Deinem Widersacher los, dem Guten? Es wird im Gegensatz zu Dir von fast allen Menschen geliebt. Das wird zumindest behauptet. Behauptet! Hach! Das Haupt! Der Kopf! Der Intellekt! Die starken Argumente!... Aber was ist denn mit den Herzen der Menschen? Wer oder was wuselt da orientierungslos herum? Das Gute etwa ? Der Friede?... Wenn das Gute auch in Herz und Hand bei den meisten Menschen lebendig wären, hätte Dein Heer der Verführten doch nicht so viele Handlanger für Kriege auf allen Kontinenten unseres schönen blauen Planeten. Irgendwas stimmt doch da an dieser Sache mit euch beiden nicht.


Ist am Ende der Mensch das Problem?


Lass mich nachdenken: Das Gute wird gewollt, aber nicht getan! Das Böse wird gehasst, aber ständig bedient! Das ist doch bemerkenswert...

Oder liegt es am Ende gar nicht an Euch beiden, sondern am Wesen des Menschen? Ist es vielleicht so, dass wir als Spezies im Hinblick auf geistige Evolution ein wenig entartet sind? Oder sind wir gar nicht entartet, sondern steht uns die geistig-ethische Evolution erst noch bevor? Ist nicht noch immer jedes mögliche Todes-Stunt-Spektakel das absolute innere Highlight, wenn uns diese gruselige Show denn nur geboten wird? Erfreuen wir uns nicht am dunklen Grauen oder überfällt viele Menschen nicht ein wohlig- heimlicher Schauder, solange sie selbst nicht persönlich von Heimtücke oder Verbrechen betroffen sind?

Zur Frage der Evolution sei noch angemerkt: Das mit dem Körper im Hinblick auf schöpferischen Perfektionismus haben wir im Laufe der Jahrmillionen feiner Entwicklungen ja exquisit hinbekommen, solange wir diesem Wunderwerk nicht mit Fetten, Kokain oder alkoholischer Missbrauch und ähnlichem Zeugs übermäßig in die Tasten greifen. Aber im Hinblick auf Ethik und Moral sind wir quasi im Urzustand. Dafür braucht es keine langen Begründungen. Ein erbarmungslos klarer Blick in eine beliebige abendliche Nachrichtensendung zeigt uns den Status quo. Wir nehmen ihn hin. Wir haben nicht einmal einen Augenblick der Scham angesichts der Diskrepanz, wo wir einerseits technisch bereits stehen, nämlich in durchaus hoher Blüte. Andererseits stellt sich die Frage: Wo aber stehen wir in Sachen Humanität oder Schöpfungsverantwortung?

Und genau da spielst Du in uns Deine zentrale Rolle. Du bist ein effektiver Verhinderer. Wir haben Dich zwar nicht eingeladen, als Du bei uns einzogst, aber wir haben Dich auch nicht ausgeladen. Wir lassen Dich wirken, wie eine Darmbakterie. Wir hassen Dich und wir fesseln Dich zugleich mit unseren eigenen Wünschen und Plänen an uns.

Aber wo steckt das Gute? Manchmal wird es in Nachrichtensendungen kurz eingestreut, damit wir realisieren: Aha, das gibt es also auch! Es ist eine gezielte homöopathische Dosis. Davon wird man nicht süchtig. Man nimmt sie zur Kenntnis, dass es sie irgendwann und irgendwo einmal vorkommt. Und dann kommt das Gewohnte, Du, das Böse, das uns doch allen zur Gewöhnung wurde, ohne dass wir es noch realisieren. Das sind doch interessante Zustände voller Paradoxien.


Gesteigerte Verdachtsmomente


Sag mal, hast Du Dich eigentlich schon einmal mit Deinem Widersacher ernsthaft selbst auseinandergesetzt? Hast Du das Gute einmal gezielt hinterfragt? Hast du selbst einmal analysiert, warum Du trotz offensichtlicher Übermacht in Qualität und Quantität, diese Mücke nicht zur Strecke bringen kannst? Kann es sein, dass die Sache mit Gut und Böse noch ganz, ganz anders am Ende auf sich hat? Aber was?

Ich kann nur mutmaßen, ich bin kein Philosoph, sondern nur ein ebenfalls Haus besetztes durchschnittliches Menschenwesen und habe auch keine Wahrheit gepachtet. Ich gehöre jedoch zu jener Menschengruppe, die möglichst genau hinschaut und wenig Lust hat, sich korrumpieren zu lassen. Dabei nehme ich bei allzu scharfen Blicken durchaus eine Augenentzündung in Kauf und behandele mich lieber mit beißenden Augentropfen, statt wegzuschauen. Ich will Dich, das Böse, so genau wie nur möglich anschauen. Ich will Dich kennenlernen, um meinen eigenen, freien Umgang mit Dir zu erlernen. Weißt Du, ich hab nicht so gern eine unfreiwillige Dominanz über mein eigenes Sein, sondern möchte selbst steuern und nicht dem Kreis trunkener Verführter angehören. Und der religiös tröstend gemeinte Hinweis auf den "unerforschlichen göttlichen Ratschluss" reicht mir leider in Deinem Fall nicht aus.

Ich hege einen Verdacht. Und weil wir jetzt jahreszeitlich gerade einmal Weihnachten feiern, möchte ich Dich mit diesem Verdacht, der sich langsam zu einer inneren Erkenntnis in mir mausert, beschenken:

Mein Verdacht ist: DU, DAS BÖSE, bist der DIENER DES GUTEN!

Du spielst Dich zwar als Herr und Regent auf, aber das Gute weiß es besser. Es weiß: Das ist alles Theater! Und es weiß auch: Dieses Theater ist sinnerfüllt! Das Gute, das so mickrig ist und selten vorbei kommt, ist der wahre Boss.

Und das ist die Wahrheit über Dich und Deinen Widersacher... für mich!

Das braucht eine Begründung, meinst Du?... Nun gut, die sollst Du als kleine Zugabe auch noch bekommen: DU bist doch die einzige Chance, dass die Menschen das Gute wählen! Ohne Dich, das Böse wäre das Gute doch gar nicht zu erkennen. Immerhin leben wir in unserer Welt unter dualistischen Bedingungen. Das eine bedingt das andere. Das Leben den Tod, das Gute, das Böse, das Gerechte das Ungerechte.

Erkennen jedoch baut auf Voraussetzungen auf, die sich erst jeder einzelne Mensch selbständig und frei gedanklich erarbeiten muss: Er muss, um das Böse erkennen zu können, es doch zunächst einmal kennen, studieren, erfahren. Er muss es erproben, testen, verwerfen. Dann erst ist er reif für die Ablehnung, die doch mit so vielerlei Verführung und Verlockendem aufwartet und mit Attraktivitäten nicht geizt. Das geht bei jeder Menschenseele auf eigene Weise vonstatten. Langsam oder schneller, konzentrierter oder lascher, eifriger oder bequemer... je nach Charakter, Stärke und vielen weiteren Bedingungen.

Das Gute arbeitet mit anderen Methoden. Es verführt uns in der Regel nicht. Es kann uns jedoch führen, wenn wir um sein Geleit bitten. Es kommt oft anstrengend daher und fordert von viel uns zunächst etwas zu versprechen oder zu schenken. Es schmeckt oft bitter, tut weh, ist unbequem.


Vom Sinn des Bösen


Manchmal ist das Gute auch gefährlich. Zum Beispiel wenn man gegen eine Weltmacht zu Felde zieht und die Wahrheit öffentlich sagt. Eine Wahrheit, die aber nicht sein darf, weil sie die Felder der Macht berührt. Wenn man zu den Flüsterern gehört, die keine Schläfer im vermurksten System mehr sein wollen, sondern Täter des Guten, dann kann es übel werden, weil es um's Gute geht. Paradox? Ja! Und damit Zeugnis unserer Wirklichkeit.

Das zeigt: Zum Guten kann man im Regelfall eben nicht verführt werden, sondern man muss sich selbst hinführen, man muss sich dazu entscheiden. Das Böse jedoch kommt uns mit leichten Schwingen entgegen und ist immer schnell zur Stelle, wenn wir es in Gedanken oder Gefühlen rufen. Wir entscheiden es selbst... aus der Kraft der eigenen Reife.

Mit anderen Worten: Mein Weihnachtsgeschenk an Dich, du Böses, ist die Erkenntnis, dass ausgerechnete DU es bist, der uns zu der langsam in uns wachsenden Freiheit verhilft, ein volles JA mit allen Konsequenten zum Guten zu sagen. Ohne Dich gäbe es das Gute nicht. Das Gute braucht Dich, um selbst als solches wahrgenommen zu werden. Und dazwischen steht unser Wille, uns zwischen euch beiden jeden Augenblick neu entscheiden zu müssen.

Hat man den Sinn durchdrungen, beginnt das Pendel unruhiger als zuvor zu schlagen. Das ist ein guter Zustand. Ein konstruktiver Unruhezustand. Denn mit dem Erkennen alleine ist ja noch nichts getan. Das ist der erste Schritt, die erste wichtige neue Bewegung. Der Mensch, der erkennt, kommt raus aus der lauen Mitte, schlägt heftig eine Zeitlang aus, um die goldene, übergeordnete Mitte zum rechten Zeitpunkt zu erreichen. Dort wo er mit seiner Seele einst jenseits von Gut und Böse stehen wird.

Der Weg ist lang. Er verkürzt sich durch Begreifen. Es braucht Mut und Kraft ihn zu gehen...

Mögest Du Dich zur rechten Zeit entbehrlich machen. Aber was ist schon Zeit...?

Ich wünsche Dir friedliche Weihnachten und freue mich, Dich auch immer schneller und besser in den Gewändern Deiner umfangreichen er Camouflage zu erkennen. Ich lüfte Deine Schleier. Stück um Stück.

Vielleicht ist uns Menschen ja als Auftrag und Erbe zugleich in unser aller Blut geschrieben: Nimm das Böse an, um es in voller Freiheit zu verabschieden...!

Das Gute ist dann die logische Konsequenz daraus...

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