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Angela Merkel über Selbstvertrauen

Wir schaffen das!
zur Flüchtlingskrise 2015
Zitat von Angela Merkel
Angela Merkel
deutsche Politikerin (CDU)
* 17.07.1954
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Gedanken zum Zitat von Tom Borg

Je öfter Angela Merkel ihr "Wir schaffen das" herunter betet, desto öfter fragt sich der Rest von Deutschland und inzwischen auch Europa, was das eigentlich wirklich bedeutet. Denn was das Flüchtlings-Sommermärchen letztlich wirklich für jeden einzelnen bedeutet, das ist kaum jemandem klar. Vermutlich weiß es auch Angela Merkel nicht bis ins letzte Detail.

Für viele, die noch vor wenigen Monaten fröhlich helfend durch die Flüchtlingslager zogen, bestand das "wir schaffen das" darin, ein paar Willkommenspäckchen zu überreichen. Es war eine Herzensangelegenheit, ein kleines Care-Paket zu packen und einer Flüchtlingsfamilie zu überreichen. Das fühlte sich gut an und tat der eigenen Seele gut.

Der nun immer drohender im Raum stehende Flüchtlings-Soli ist deutlich weniger willkommen. Aber ohne werden wir es wohl nicht schaffen. Denn auch ein Umschichten der verfügbaren Ressourcen von einem Budget zum anderen löst das Problem nicht, sondern gibt dem Kind nur einen anderen Namen.

Mit finanziellen Hochrechnungen, die sich im Rahmen von 15-30 Milliarden Euro pro Jahr für Flüchtlingshilfe belaufen - und das wohl für die nächsten 5-10 Jahre, mindestens - dämmert es inzwischen so manchem Bürger, dass es mit Willkommenspäckchen nicht getan ist. Ein jeder wird wohl seinen Gürtel spürbar enger schnallen müssen - die einigen mehr, die anderen weniger, aber alle irgendwie.

Doch wie eng ist "irgendwie"? So ganz genau wissen das vermutlich nicht einmal die Verantwortlichen in der Regierung, die ja selbst kaum dazu kommen, alle erforderlichen Ressourcen bereitzustellen oder gar genau zu schätzen, was das alles wirklich für uns bedeuten wird. Vermutlich wollen sie es auch gar nicht so genau wissen, weil sie es ihrem Volk eh nicht vermitteln könnten ohne größere Diskussionen oder gar Widerstand zu erzeugen.

Bisher blieb die Mehrheit der Deutschen ja noch erstaunlich ruhig, wenn es um die Belastungen durch Flüchtlinge geht. Viele Bürger haben den Eindruck, dass sie sich nur vorsichtig zur Flüchtlingsfrage äußern sollten. Zu schnell wird man in die rechte Ecke gedrängt oder auch als hartherziger Mensch bezeichnet, wenn man sich erlaubt, den eigenen Wohlstand nicht zu vergessen.


Fragt nicht, tut einfach...


Es weiß einfach niemand, was die Flüchtlingsfrage letztlich wirklich für uns bedeutet. Ja, wir wissen ja nicht einmal, wie viele Flüchtlinge 2015 ins Land kamen und wie viele es in 2016 und den kommenden Jahren sein werden.

Über allem steht die zentrale Frage: Wie sehen die Herausforderungen aus, was kommt auf Deutschland und Europa zu? Was werden die Bürger leisten und auf was werden sie verzichten müssen?

Konkrete Antworten gibt es nicht. Einzig die Ahnung, dass wir uns da ein gesellschaftliches Pulverfass ins Land geholt haben, dämmert immer mehr Menschen.

Allein die Unklarheit über das, was da auf uns zukommen könnte, reicht jedoch schon aus, um für Verunsicherung in immer weiteren Teilen der Bevölkerung zu sorgen.

Das Pikante ist aber, dass Angela Merkels "Wir schaffen das" offen lässt, was wir schaffen sollen, denn ohne dieses Wissen können wir auch nicht sagen, ob wir das überhaupt schaffen wollen. Dessen sind sich die Regierenden sicherlich bewusst, denn sie fragen vorsichtshalber erst gar nicht, ob wir das wirklich schaffen wollen. Es wird uns von oben verordnet.

Über die Flüchtlingsfrage gab es weder eine öffentliche Diskussion noch eine politische Legitimierung. In ihrer Eigenschaft als Bundeskanzlerin hat Angela Merkel einfach eine einsame Entscheidung getroffen und damit zugelassen, dass die Flüchtlingswelle unsere offenen Grenzen passiert und in unser Land schwappt. Wir, die Bürger, haben das gefälligst zu schaffen!

Doch so einfach verordnen lassen sich vielleicht Gesetze, aber keine Fremdenfreundlichkeit. Im Gegenteil, die aufgezwungene Aufnahme von mehr als 1 Million Flüchtlingen alleine in 2015 wird irgendwann in Fremdenfeindlichkeit umschlagen. Auch bei denen, die sich ganz und gar nicht politisch rechts sehen. Denn die Versorgung und der Integrationsversuch der Flüchtlinge werden gewaltige Ressourcen verschlingen. Es werden Gelder bereitgestellt, die vorher weder für Rentner noch für unsere Kinder zur Verfügung standen. Das Motto "Wir schaffen das" wird sich irgendwann wandeln in die Frage "Warum haben wir es vorher nicht für unsere Kinder geschafft?"

Diese Frage wird Angela Merkel nicht mehr beantworten müssen, weil sie bis dahin längst eine wohlversorgte politische Rentnerin ist. Aber die Flüchtlinge werden diese stille Frage zu spüren bekommen. Denn nicht alles lässt sich von oben verordnen. Schon gar nicht Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft nachdem der erste Flüchtlings-Hype vorüber ist, und wenn der Neid aufkommt, dass Flüchtlinge vieles nachgetragen bekommen, für das deutsche Bürger arbeiten müssen und es trotzdem nicht bekommen. Wir schaffen vieles - aber nicht alles. Und manches wollen wir auch gar nicht schaffen…