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Christa Schyboll über Krise

Die Krisis der Menschheit läuft mit riesigen Schritten dem Chaos unsichtbar voran. Doch unsere Augen sehen nur das Chaos und nicht den Urgrund der Krisis. So flicken wir immer weiter nur am Vermeintlichen des wahren Problems.
Wortgewitter und Gedankenblitze. Kritische Betrachtungen einer Querdenkerin. Alojado Publishing, Bacolod City, 2017, ISBN 978-621-8015-18-0
Zitat von Christa Schyboll
Christa Schyboll
deutsche Autorin
* 06.09.1952

Weitere Zitate

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Gedanken zum Zitat von Angelina Westhagen

Bevor ein offensichtliches Chaos zutage tritt, haben in der Regel vorher eine Reihe von destruktiven Prozessen oder Ereignissen stattgefunden, die oftmals im Stress des Alltags entweder verdrängt, übersehen oder in ihrer Bedeutung falsch eingeordnet wurden. Oder aber die Konsequenzen erreichten nicht einmal den Bewusstseinshorizont der Beteiligten, weil die innere Wachheit dafür noch nicht gegeben war.

Eine Krise ist auch eine Möglichkeit zu einem Wendepunkt im Leben. Eine Zäsur, an der sich die die Geister, die Kräfte oder das Leben selbst scheiden können. Ab welchem Stadium man jedoch einen Zustand bereits als Krise erkennt und definiert, hängt ebenfalls vom Aufmerksamkeitsgrad und der Urteils-Kompetenz der Involvierten ab. Ist es darum schlecht bestellt, verschärfen sich die Krisen. Sie können im schlimmsten Fall zu Ruin oder Tod führen.

Wird nun die Krise in ihrer Gefahr unterschätzt, so droht das Chaos - wie immer es sich letztlich darstellt. Die totale Unordnung, der aber vormals eine gewisse Ordnung zugrunde lag, tritt ein, weil Gesetzmäßigkeiten usw. nicht be- und ge-achtet wurden.. Insofern ist die Krise VOR dem Chaos da... aber sie muss als solche auch erkannt und geortet werden, wenn man das Chaos verhindern will.

In Bezug auf das obige Zitat, wo diese Faktoren auf die Menschheitsentwicklung bezogen sind, ist festzustellen, dass die schon lange bestehende Krisis von klugen Menschen zwar durchaus auch erkannt ist, aber nicht auch unbedingt von jener Gruppe, die politische Macht der Veränderung haben bzw. hätten. Die Machthabenden verdrängen, beschönigen, verharmlosen diese Krise und verschärfen sie zugleich mit diesem Verhalten. Sie flicken lieber an den bereits entstandenen Schäden herum (siehe Umweltschutzmaßnahmen) statt am Grundproblem zu arbeiten: wie beispielsweise an einem Globalbewusstsein, das in den Köpfen und Herzen der Menschen erst einmal geweckt werden müsste.

Da dies aber in seiner Konsequenz bedeutet, dass viele Egoismen hinten anstehen müssten, hält man sich mit dieser Erweckung für globales Bewusstsein zurück, zumal daran auch viele Systeme hängen - wie z.B. Kapitalismus, Finanz- und Weltwirtschaft.

Es ist also eine schwierige und komplexe Sache, wenn man große Zusammenhängen neu denken und dann auch konkret verändern will. Die dafür notwendige Bewusstseinsarbeit der Verantwortlichen passiert unter anderem auch deshalb nicht, weil damit die eigene Macht und die Pfründe in Gefahr geraten (ein Politikum). Und so verschärft sich die gesamte Lage.

Was die Blindheit (siehe Zitat) angeht, so ist das offene, sichtbare Chaos natürlich immer offensichtlicher als die (noch) versteckte und anschleichende Krise. Die Krisis selbst ist meist vor allem nur für jene klar erkennbar, die sich für die tieferen Zusammenhänge des Lebens interessieren und einen erbarmungslos klaren Blick auf die Zustände richten. Es versteht sich von selbst, dass diese letztere Gruppe teils aus egoistischen Gründen, teils aber auch aus existenziellen Nöten zu klein ist, um die sinnvollen Veränderungen in kurzer Zeit auch zu erreichen.