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31. Januar 2016

Frühlingsgefühle

Wenn nicht nur laue Lüftchen wehen, von Christa Schyboll

Im Frühling aut nicht nur der Schnee auf - auch die ganze Natur erwacht aus dem Winterschlaf. Da macht der Mensch keine Ausnahme. Alles wächst und spießt - und auch beim Menschen toben die Hormone - er fühlt sich beschwingt und voller Tatendrang.

Sprechen Menschen von Frühlingsgefühlen, so fühlen sie sich in der Regel gut, beschwingt und voller Tatendrang. So mancher fühlt sich vielleicht auch verliebt oder sehnt sich nach Zärtlichkeit. Dieses Wohlbehagen im Menschen hat nicht nur gute psychologische Gründe, sondern auch bio-chemische Hintergründe, die uns heute gut bekannt sind und mit unserer Stimmungslage fein interagieren.

So wissen wir, dass sich mit dem Beginn des Frühlings auch die Lichtqualität in unserer Hemisphäre verändert. Das Licht wird intensiver. Dies bewirkt in unserem Körper eine vermehrte Ausschüttung von Serotonin und Dopamin. Dabei handelt es sich um sogenannte Glückshormone, die uns Gefühle von Gelassenheit und Zufriedenheit erleben lassen. Gleichzeitig dämpfen diese Hormone Angstgefühle, Kummer oder auch Aggressivität. Man kann also sagen, dass allein schon die veränderte Lichtqualität des Frühlings auf unsere Gefühle einen großen positiven Einfluss nach einer langen, dunkleren Winterszeit mit sich bringt. All dies lässt uns allgemein euphorischer, fröhlicher oder lockerer sein.

Mit beeinflusst wird durch diese Hormonumstellung im Frühling auch häufig der Wunsch nach einem Partner. Zwar gibt es dafür keinen wissenschaftlichen Nachweis, dennoch ist dieses Erleben eine psychologische Tatsache. Ob die leichtere Sommerbekleidung als äußerer Reiz eine Rolle spielt oder das bessere Allgemeinbefinden der meisten Menschen nach einem kalten Winter sei einmal dahingestellt.

Doch es gibt auch die Frühjahrsmüdigkeit, die so manchen Menschen zu schaffen machen kann. Hierfür ist auf der biochemischen Ebene das Schlafhormon Melatonin verantwortlich. Auch hier liegt die Ursache noch im Dunkeln. Will der Mensch seine Frühlingsgefühle fördern, so geht das besonders wirkungsvoll durch sportliche Aktivitäten oder einen ausgedehnten Spaziergang.


Frühlingsgefühle auch in der Tier- und Pflanzenwelt


Doch nicht nur der Mensch ist von all diesen Umstellungen betroffen, sondern die gesamte belebte Natur reagiert auf ihre Weise darauf. Die Pflanzen keimen, wachsen und sprießen und die Tierwelt bereitet sich auf den neuen Nachwuchs vor auf seine Weise vor. Dass dafür der Frühling besonders prädestiniert ist, hat auch mit den Überlebenschancen ihrer Brut oder der Aufzucht der Jungen zu tun. Besonders reproduktiv sind dabei die kleineren Tiere mit einer kurzen Tragezeit. Tiere mit längerer Tragezeit haben ihre Fortpflanzung im Herbst und Winter, damit der Nachwuchs in das wärmende Frühjahr hineingeboren werden kann.

Mit Aufbruch des Frühlings in der jeweiligen Zeitzone unseres Planeten kennen alle Kulturen diverse Formen von Frühlingsfesten, die mit vielen Ritualen begleitet werden. Die beweglichen Feiertage der Kirche leiten sich vom Datum des Frühlingsbeginns ab. Beispielsweise wird das persische oder kurdische Neujahr am Nouruz am 20. oder 21. März gefeiert, jenem Wende-Datum, das auch bei uns die neue Jahreszeit nach dem Winter einläutet.

Doch was genau versteht man unter dem Begriff Frühling? Es handelt sich um eine der vier Jahreszeiten. In unserem Kulturraum ist es die Zeit der erwachenden Natur. Aufgrund des Sonnenstandes zwischen dem südlichen und dem nördlichen Wendekreis wiederholt sich der Turnus jährlich. Man spricht von einem Nordfrühling und einem Südfrühling je nach Halbkugel der Erde, die gemeint ist.

Die Lage der Erde zur Sonne ist entscheidend, wenn wir vom astronomischen Frühlingsbeginn sprechen. Beachten wir jedoch die Entwicklung der Pflanzen, so sprechen wir von einem phänologischem Frühlingsbeginn oder auch vom meteorologischen Frühling. In unseren Breitengraden fällt die Frühlingszeit in die Monate April, Mai, Juni. Der 20. Oder 21. März ist der Start dieser Jahreszeit, die am 21. Juni in die Jahreszeit des Sommers übergeht.

In Erwartung des Frühlings haben sich die Menschen auch schon früh auf einen Vorfrühling eingestellt. Er beginnt bereits mit den ersten Blüten der Schneeglöckchen. Blühen jedoch die Apfelbäume, dann haben wir das Stadium des Vollfrühlings erreicht, das umgangssprachlich auch Frühjahr genannt wird.

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags gibt die persönliche Meinung des Autors wieder. Diese Meinung wird nicht notwendigerweise von der gesamten Redaktion geteilt.