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Gedankensplitter
Giftige Typen
Viele moderne Frauen leben dem Zeitgeist gemäß mit modernen Begriffen, die es früher nicht gab. Auch mir begegnen hin und wieder sprachliche Novitäten, die mir staunendes Schmunzeln abringen. So auch der „Toxic Man“. Ein vergifteter Typ am Ende? Vielleicht mit einem Übermaß an Drogen oder sonst wie schräg drauf? Und dazu noch einer, der von Frauen „gedatet“ wird? Nein, es sind keine Junkies, die mit Crystal oder sonstigen Designer-Drogen chemisch flirten. Es geht um die Kleingeister und... weiterlesen
Christa Schyboll
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Max Frisch
VG Wort

Max Frisch gilt als einer der Hauptvertreter deutschsprachiger Literatur der Nachkriegszeit. Mit Theaterstücken wie "Biedermann und die Brandstifter" oder "Andorra" und seinen drei großen Romanen "Stiller", "Homo faber" und "Mein Name sei Gantenbein" erreichte er ein breites Publikum. Darüber hinaus veröffentlichte er Hörspiele, Erzählungen und Prosawerke sowie zwei, die Zeiträume von 1946 bis 1949 und 1966 bis 1971 umfassende, literarische Tagebücher.

Geboren wurde Max Frisch am 15. Mai 1911 in Zürich als zweiter Sohn eines Architekten. Die Familie lebte in einfachen Verhältnissen.

Bereits während seiner Zeit als Gymnasiast von 1924 bis 1930 schrieb Frisch erste Stücke, die er erfolglos zur Aufführung zu bringen versuchte und später vernichtete. Am Gymnasium lernte er darüber hinaus Werner Coninx kennen, dessen Vater einen Verlag besaß und dessen Kenntnisse über Literatur und Philosophie Frisch im Laufe ihrer langjährigen Freundschaft zahlreiche Impulse gaben.

Im Wintersemester 1930/31 begann Frisch ein Germanistik-Studium an der Universität Zürich. Von seinem Nebenfach "Forensische Psychologie" erhoffte sich Frisch tiefere Einsichten in den Kern menschlicher Existenz.

Im Mai 1931 erschien Frischs erster Beitrag in der "Neuen Zürcher Zeitung". Nach dem Tod des Vaters im März 1932 intensivierte Frisch die journalistische Arbeit, um sich und seiner Mutter ein Auskommen zu sichern. Neben seiner Arbeit für verschiedene Zeitungen belegte Max Frisch bis 1934 weiterhin Kurse an der Universität.

Von Februar bis Oktober 1933 unternahm Frisch eine ausgedehnten Auslandsreise, die er durch während der Reise verfasste Feuilletonbeiträge finanzierte. So berichtete er unter anderem für die NZZ von der Eishockey-Weltmeisterschaft in Prag. Weitere Stationen waren Budapest, Belgrad, Sarajevo, Dubrovnik, Zagreb, Istanbul, Athen, Bari und Rom. Aus den Erlebnissen dieser Reise entstand Frischs erster Roman "Jürg Reinhart", der 1934 erschien.

Drei Jahre später, 1937, erschien Frischs zweiter Roman "Antwort aus der Stille", mit dem Frisch aber sehr unzufrieden war. Er wollte die Schriftstellerei abhaken und begann 1936 ein Studium der Architektur., das er 1940 mit Diplom abschloss.

1939, mit Beginn des Zweiten Weltkriegs, wurde Frisch Kanonier der Schweizer Armee und leistete bis 1945 insgesamt 650 Aktivdiensttage. Während dieser Zeit begann er wieder zu schreiben und veröffentlichte seine Notizen 1939 unter dem Titel "Aus dem Tagebuch eines Soldaten" in der Zeitschrift "Atlantis".

1943 gewann Frisch den Architekturwettbewerb der Stadt Zürich für den Bau des Freibads Letzigraben. Er eröffnete daraufhin sein eigenes Architekturbüro - aber die Leidenschaft zum Schreiben ließ ihn nicht los. Er war meist nur vormittags im Büro und widmete einen großen Teil seiner Zeit der Schriftstellerei.

Bereits während des Studiums besuchte Frisch regelmäßig Vorstellungen am Schauspielhaus Zürich, das in der Zeit des Nationalsozialismus deutsche Exilanten aufnahm und ein hochkarätiges Programm bot. Sein Direktor Kurt Hirschfeld ermutigte Frisch 1944 zu Arbeiten für das Theater und bot ihm Unterstützung bei deren Umsetzung an. Sein erstes Stück "Santa Cruz" kam 1946 zur Uraufführung. Darin stellte der gerade verheiratete Frisch die Frage, wie sich Träume und Sehnsüchte des Einzelnen mit dem Eheleben vereinbaren lassen.

Aus den rund 130 Notizheften, die Frisch in der Nachkriegszeit anlegte, ging 1947 zunächst das literarische "Tagebuch mit Marion" hervor und später das von Peter Suhrkamp angeregte "Tagebuch 1946–1949", ein Mosaik aus Reiseberichten und autobiografischen Betrachtungen, politischen und literaturtheoretischen Essays sowie literarischen Skizzen, die Frischs Dramen und wesentliche Motive seines erzählerischen Schaffens des kommenden Jahrzehnts vorwegnahmen.

1954 erschien Frischs Roman "Stiller", der zu einem kommerziellen Erfolg wurde und Frisch eine breite Anerkennung als Schriftsteller einbrachte.

Im Januar 1955 schloss Max Frisch sein Architekturbüro, um nun ganz als freier Schriftsteller zu arbeiten, und begann Ende 1955 mit der Arbeit an dem Roman "Homo faber", der 1957 veröffentlicht wurde.

Das 1958 uraufgeführte Theaterstück "Biedermann und die Brandstifter" etablierte Frisch als Dramatiker von Weltrang.

Nachdem Frisch Ender der 1970er ernsthafte gesundheitliche Probleme durchlebt hatte, gründete er die Max-Frisch-Stiftung zur Verwaltung seines Nachlasses. Gleichzeitig rückten Alter und Vergänglichkeit zunehmend ins Zentrum von Frischs Werk. 1976 nahm er die Arbeit an dem im Totenreich spielenden Theaterstück Triptychon auf, das im April 1979 in einer Hörspielfassung gesendet wurde und im Oktober desselben Jahres in Lausanne zur Uraufführung kam.

Am 4. April 1991 starb Max Frisch in Zürich, kurz vor seinem 80. Geburtstag.

Im Laufe seines langen, schaffensreichen Lebens wurden Max Frisch viele Ehrungen zuteil. Darunter 1958 der Georg-Büchner-Preis und 1976 der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels für sein literarisches Schaffen. Die Ehrendoktorwürde verliehen ihm unter anderem 1980 das Bard College (Staat New York) ,die City University of New York (1982) und die Universität Birmingham (1984).

Max Frischs literarische Bedeutung zu bewerten, ist hingegen nicht einfach. Er machte Epoche aber war weder ein formaler Neuerer noch führte er nie dagewesene Thematiken ein. Marcel Reich-Ranicki skizzierte Max Frisch mit den Worten: "Anders als Dürrenmatt oder Böll, als Grass oder Uwe Johnson schrieb Frisch über die Komplexe und die Konflikte der Intellektuellen, und er wandte sich immer wieder an uns, die Intellektuellen aus der bürgerlichen Bildungsschicht. Er hat wie kein anderer unsere Mentalität durchschaut und erkannt."