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Aufräumen war wieder einmal angesagt. Drei Kisten Akten, Dokumente, Zeitungsausschnitte. Zwischen all dem ein kleiner vergilbter Zeitungs-Schnipsel. Am Rand wenige Zeilen schwarz angezeichnet. Der Optik nach wohl 30-40 Jahre alt. Er fiel fast auseinander. Ich wollte ihn schon gleich mit entsorgen, da er nicht einmal ein Datum oder eine Quellenangabe trug, geschweige denn eine Autorenschaft auswies. Dann aber ruhten meine Augen doch kurz auf diesem mir unbekannten Text. Ich las: "Wer sich dem... weiterlesen
Christa Schyboll
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Friedrich II. der Große
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Friedrich II., auch "Friedrich der Große" und "Der Alte Fritz" genannt, gilt als ein Repräsentant des aufgeklärten Absolutismus, der sich selbst als "ersten Diener des Staates" bezeichnete. Er war ab 1740 König in und ab 1772 König von Preußen sowie Kurfürst von Brandenburg.

Geboren wurde Friedrich II. am 24. Januar 1712 m Berliner Stadtschloss. Als der älteste überlebende Sohn von insgesamt 14 Kindern König Friedrich Wilhelms I. stand ihm der Status des Kronprinzen zu.

Bis zu seinem sechsten Geburtstag lebte Friedrich gemeinsam mit seiner älteren Schwester Wilhelmine in der Obhut der französischen Hugenottin Marthe de Rocoulle, die schon seinen Vater betreut hatte.

Danach erhielt Friedrich eine strenge, autoritär und religiös geprägte Erziehung. König Friedrich Wilhelm legte alle Details der Erziehung bis hin zum exakten Tagesablauf des Kronprinzen fest. Von 1716 bis 1727 erhielt Friedrich Unterricht vom dem hugenottischen Flüchtling Jacques Égide Duhan de Jandun, ein hugenottischer Flüchtling. Neben dem vom König vorgegebenen Lernpensum lehrte Duhan auch Latein und weckte das Interesse an Literatur. Er half dem Prinzen auch bei der Anschaffung einer heimlichen Bibliothek.

Ab 1728 nahm Friedrich heimlich Flötenunterricht bei Johann Joachim Quantz, wofür sein Vater keinerlei Verständnis aufbrachte. Für den König besaßen das Militär und wirtschaftliche Fragen den höchsten Stellenwert. Die Aufsässigkeit des Prinzen führte regelmäßig zu körperlichen und seelischen Züchtigungen durch Friedrich Wilhelm. Im August 1730 versuchte Friedrich deshalb eine Flucht nach Frankreich, die jedoch vereitelt wurde. Sein Freund und Vertrauter Katte wurde daraufhin vor seinen Augen enthauptet und eine musikalische Freundin öffentlich ausgepeitscht.

Friedrich sollte anfangs auch wegen Verrats hingerichtet werden, wurde schließlich aber zur Festungshaft in Küstrin verurteilt, wo er das Brauerhandwerk erlernen musste. Ab 1731 diente Friedrich in der Küstriner Kriegs- und Domänenkammer. Erst im November 1731 wurde er wieder in die Armee aufgenommen.

Eine offizielle Versöhnung erfolgte erst 1732 nachdem Friedrich einer Heirat mit der Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern zugestimmt hatte, obwohl er diese Frau nicht mochte. Die spätere Ehe blieb denn auch kinderlos.

1736 zog Friedrich mit seiner Gattin nach Rheinsberg und verbrachte die Jahre bis zum Tod seines Vaters im Jahr 1740 auf Schloss Rheinsberg. Dort befasste er sich Philosophie, Geschichte und der Poesie in einem ausgesuchten Kreis meist älterer Schöngeister und Künstler, mit denen er korrespondierte oder die sich in Rheinsberg aufhielten.

1738 komponierte Friedrich seine erste Sinfonie und schrieb 1739 seinen "Antimachiavell".

In späteren Jahren folgten weitere politische Schriften wie das "Politische Testament" (1752) und "Regierungsformen und Herrscherpflichten" (1777). In diesem Werken stellte Friedrich II. sein Verständnis des aufgeklärten Absolutismus dar.

Am 31. Mai 1740 wurde Friedrich II. zum König gekrönt. Bereits sechs Monate später begann der Erste Schlesische Krieg gegen Österreich um den Besitz Schlesiens. Zwei weitere sollten folgen.

Friedrich II., der seine Kriege selbst leitete, litt unter dem Leid der Kriege. Insbesondere der Siebenjähriger Krieg von 1756 bis 1763 ließ ihn schnell altern und verbittern. Im Alter fühlte er sich mehr zu seinen Hunden als zu den Menschen seiner Umgebung hingezogen.

Dennoch umgab sich Friedrich II. auch auf Schloss Sanssouci mit intellektuellen Gesprächspartnern, die abends zur Tafelrunde erschienen. Ab 1751 verweilte Voltaire, mit dem Friedrich II. bereits seit 1739 korrespondierte, für etwa zwei Jahre in Potsdam bevor es 1753zum Zerwürfnis kam.

Den Künsten und vor allem der Literatur blieb Friedrich II. sein Leben lang treu und lieferte selbst die erste umfassende Darstellung der Entwicklung in Preußen mit seinen Werken "Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Hauses Brandenburg" (1748), "Geschichte meiner Zeit" (1746) und der "Geschichte des Siebenjährigen Krieges" (1764). Im Jahr 1775 ließ König Friedrich II. seinen Memoiren veröffentlichen. Sie prägten, sie auch seine anderen Schriften, das Image des aufgeklärten, schöngeistig interessierten Monarchen, der als "ersten Diener des Staates" ein Vorbild für nachfolgenden Monarchie-Generationen wurde.

Am 17. August 1786 starb Friedrich II. im Schloss Sanssouci in seinem Sessel.