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Christian Hofmann von Hofmannswaldau

deutscher Dichter (1617 - 1679)

8 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Auf, o Seele, du mußt lernen, / ohne Sternen, / wenn das Wetter tobt und bricht, / wenn der Nächte schwarze Decken / uns erschrecken, / dir zu sein dein eigen Licht!

  • Niemand weiß, wie schwer mir's fällt, / Flammen in der Brust zu hegen / und sie dennoch vor der Welt, / nicht ans freie Licht zu legen. / Feuer läßt sich nicht verhehlen, / denn sein Glanz ist allzu klar, / und die Glut verliebter Seelen / macht sich selber offenbar.

  • Die größte Kunst im Lieben ist, daß man schweigen kann.

  • Er ist ein Kranker, den ein sinnlich Fieber plaget, / ein Jäger, so allzeit auf einem Hirsche jaget, / ein Wetterhahn, der stets nach einem Winde steht, / ein Schiff, so ungehemmt nach Cypris Hafen geht. / Ein Märtyrer der Brunst, den Freund und Feind belachet, / ein Morpheus, der ihm selbst bei Tage Träume machet, / ein arm Gefangener, der seine Fessel liebt / und seinen Henker ehrt, wenn er ihm Streiche gibt. / Ein Aetna, der voll Glut, läßt Flut und Ströme fließen, / ein Hungriger,...

  • Ich will kein ander Wort auf meinem Leichstein haben / als dies: Der Kern ist weg, die Schalen sind vergraben.

  • Der Stände Gleichheit ist der Liebe Possenspiel.

  • Drauf fühlt ich einen Trieb, vermischt von Lust und Leiden, / den ich bekennen muß, doch nicht zu nennen weiß, / ein Mengsel von Begier, Bedenken. Furcht und Freuden, / bald ward mir wohl, bald weh, bald kalt, bald wieder heiß.

  • Alte Gefangene gehen nicht gern aus dem Kerker. Wir werden sehen, ob uns schon die Jugend, die wir brauchen, nachgewachsen ist; die Jugend, welche die Alten mitreißt, auf starken Armen hinausträgt und die Vernunftgründe umsetzt in Begeisterung.

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