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William Shakespeare über Nacht

Jetzt beheult der Wolf den Mond,
durstig brüllt im Forst der Tiger.
Jetzt, mit schwerem Dienst verschont,
schnarcht der arbeitsmüde Pflüger.
Jetzo schmaucht der Brand im Herd,
und das Käuzlein kreischt und jammert,
daß der Krank' es ahnend hört
und sich fest ans Kissen klammert.
Jetzo gähnt Gewölb' und Grab,
und, entschlüpft den kalten Mauern,
sieht man Geister auf und ab,
sieht am Kirchhofszaun sie lauern.
Und wir Elfen, die mit Tanz
Hekates Gespann umhüpfen
und, gescheucht vom Sonnenglanz,
träumend gleich ins Dunkel schlüpfen,
schwärmen jetzo. Keine Maus
störe dies geweihte Haus!
Ein Sommernachtstraum V, 1. (Droll)
Zitat von William Shakespeare
William Shakespeare
englischer Dichter und Dramatiker
* 23.04.1564, † 23.04.1616

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