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Giuseppe Mazzini über Können

Das Geheimnis des Könnens liegt im Wollen.

Originaltext: Il segreto del potere sta nel volere!
Zitat von Giuseppe Mazzini
Giuseppe Mazzini
italienischer Freiheitskämpfer und "Carbonaro"
* 22.06.1805, † 10.03.1872

Weitere Zitate

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Gedanken zum Zitat von Christa Schyboll

Wie oft stehen Menschen verzweifelt vor Situationen, die sie nicht beherrschen. "Ich kann nicht!" schallt es laut oder leise in den Raum. Die Dinge, die zur Erledigung anstehen und geregelt werden sollen, bleiben wie sie sind – weil es niemand ändern kann. Auch Mazzini hat den Casus Knacksus des Problems erkannt und hinterlässt uns die Lösung in seinem Zitat. Danach ist die nicht ausreichende Willenskraft häufig das Hemmnis, das einen Erfolg oder eine gewünschte Veränderung verhindert.

Ist der Mensch tief im festen Willen verankert, kann er ungeheuer vieles. Viel mehr, als er sich in der Regel zutraut. Diese Brücke zum Willen jedoch muss zuerst gezimmert werden. Bei wenigen Menschen ist sie schon naturgemäß verankert. Das sind die Willensstarken, die uns schon immer kraftvoll entgegentreten. Die meisten Menschen jedoch haben an der Willensschwäche eine ihrer schwersten Lebensaufgaben zu meistern.

Was aber hindert uns denn tatsächlich, in ein ausreichendes Wollen zu kommen? In den meisten Fällen sind es nicht die fehlenden Talente, sondern eine innere Blockade. Pech für uns, dass es so viele davon gibt, die auch in sehr verschiedener Weise in Erscheinung treten und uns ausbremsen können. Zum einen sind da die Eigenschaften von Faulheit und Bequemlichkeit. Sie dürften einen besonders hohen Rang in der Liste der Hemmnisse einnehmen. Warum sich anstrengen, wenn es sich nicht direkt auch lohnt? Warum die schöne Bequemlichkeit verlassen, wenn der Erfolg oder ein angemessener Lohn anschließend nicht einmal gewiss ist? Auch die Trägheit gehört zu diesem Komplex wie auch der Müßiggang oder der Schlendrian.

Andere Hemmnisse der eigenen Willenskräfte können aus der Angst geboren sein. Auch sie kennt eine Reihe von Varianten, die eng mit ihr verknüpft sind. So lassen sich manche Menschen auf eine innere Überwindung für etwas Neues oft auch deshalb nicht ein, weil Minderwertigkeitsgefühle das erforderliche Tun hemmen können. Oder es ist eine gewisse Scheuheit veranlagt, die man nicht zu überwinden wagt. Mutlosigkeit, Unsicherheit, Verschüchterung oder Zaghaftigkeit sind weitere Eigenschaften, die mit dem Faktor Angst in engem Kontakt stehen und ebenfalls verhindern können, dass wir die ausreichenden Willenskräfte für etwas Neues aufbringen.


Von der zentralen Bedeutung der Begeisterung


Anderen Menschen, die diese Probleme nicht haben, fehlt es hingegen vielleicht an Phantasie, Lebensfreude und Inspiration, um das Können auch zu wollen. Sie gehören dann eher zu jener Gruppe die mangels Visionen vom Besseren nicht in die Puschen kommen, keine eigene Begeisterung in sich erzeugen können und eher phlegmatisch durch das Leben taumeln. Sie brauchen oftmals starke Anschubkräfte, um das ihnen innewohnende Potenzial zu erwecken.

Vision und Phantasie sind aber jene zentralen Punkte, die zugleich auch den Einstieg in die Lösung bieten. Entzündet man in sich jenes Feuer der Begeisterung für eine Sache oder Tat, dann sind die Willenskräfte stärker vorhanden. Dann kommt Motivation auf und vor allem die Bereitschaft für gewisse Überwindungen. Ohne Überwindungen sind viele Dinge nicht zu erreichen. Und diese Überwindungen kosten Zeit, Kraft, Nerven. Manchmal kosten sie auch Geld oder Mut. In jedem Fall aber fordern sie eine Bereitschaft zur Veränderung der jetzigen Lage.

Um diese Bereitschaft aktivieren zu können, muss das Ziel als lohnend erscheinen. Unabhängig davon, ob es sich dabei um ein materielles oder ideelles Ziel handelt. Auch frei davon, ob es einem selbst oder anderen Menschen dient. Willenskraft braucht die Bereitschaft zur Selbstdisziplin, an der neu gewerkelt werden will. Und diese Disziplin ist nicht selten damit verknüpft, dass man Rücksichtnahme, Mäßigung, Entsagung oder Bescheidenheit – je nach Fall und Ereignis – in Kauf nehmen muss. Diese Überwindung des Zurücksteckens schafft man dann vor allem, wenn das Ziel klar genug vor Augen steht und attraktiv genug erscheint, diese Mühen zunächst auf sich zu nehmen.

Nicht wenige Menschen machen dabei die Erfahrung, dass die Mühen oftmals aber weniger schwer und lastend sind, als man sich diese vorher vorstellte. Denn ein weiteres Hemmnis, um die Willenskräfte zu stärken, sind auch unsere falschen Vorstellungen, die wir uns von Dingen, Ereignissen oder der Zukunft machen. Wir malen uns in negativen Vorstellungen vieles dunkler oder beschwerlicher aus, als es letztlich ist. Insofern ist jeder Mensch gut beraten, wenn er auch seine eigene Vorstellungskraft einmal selbstkritisch unter die Lupe nimmt und hier jene gesunde Korrekturen anbringt, die es braucht. Schult man seine Willenskräfte in all diesen Bereichen wirksam, ist das Können dessen, was man möchte, in den meisten Fällen nur noch eine Frage von Zeit.