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Sprichwort über Edelmut

Dem Mutigen gehört die Welt.

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Gedanken zum Zitat von Christa Schyboll

Die Welt, die wir kennen, ist voll von Ängstlichen, Bedenkenträgern, Verdrängern, Fleißigen, Verwegenen… und auch Mutigen. Die Welt birgt alle denkbaren Typen, wie wir tagein, tagaus erleben. Warum also sagt man: Den mutigen gehört die Welt?, wenn zugleich klar ist, dass die Welt doch alle beherbergt oder hervorbringt.

Mit dieser Aussage will der Volksmund eine Chance ausdrücken, die jedermann angeht. Es meint: Die Chance, sich die Welt nach eigener Manier zu erobern. Die Welt zu erkunden, sie mittels der eigenen Persönlichkeit mit zu formen und umzugestalten, wo es sinnvoll ist.

Doch was braucht es alles an Fähigkeiten, um dies auch tatsächlich zu verwirklichen? Die Sache mit dem Mut ist leicht gesagt und schwer getan. Denn den eigenen Mut zu beschwören bedeutet noch lange nicht, dass man ihn auch aufbringen kann.

Die Jugend schickt man gern hinaus in die Welt. Es gab Zeiten, da war dies keine Frage des persönlichen Abenteuers, sondern eine schlichte wie auch unbedingte Notwendigkeit, die der Existenzsicherung geschuldet war. Zeiten, als die Heranwachsenden mit 14 Jahren das Elternhaus verließen, um in die Welt zu ziehen. Vom Dorf in die Stadt, von der Stadt in ferne Provinzen oder vielleicht auch in fremde Länder.

Doch diese Wanderschaften waren in den meisten Fällen weniger romantisch, als es heute mit verklärtem Blick oft betrachtet wird. Es musste ein Lehrherr gefunden werden, bei dem man eine Ausbildung in einem Gewerk machen konnte. Es mussten oft Hunger und Not in Kauf genommen werden, das Schlafen unter freiem Himmel auch bei Nässe und Kälte, wenn man Pech hatte. Es waren Lebens- und Ausbildungsumstände, die den heutigen modernen und oftmals verwöhnten Menschen die Nackenhaare hochstehen ließen.

Ja, es brauchte tatsächlich Mut, das Elternhaus in so jungen Jahren zu verlassen. Mit 14 oder 15 Jahren war man noch lange nicht erwachsen. Lebenserfahrung fehlte ebenso wie Können, Selbstsicherheit und vieles andere mehr, um sich gegen die Widrigkeiten des Lebens durchzusetzen. Aber gerade weil das alles fehlte, brauchte es eben den Mut, es trotzdem zu tun.


Vom Mut, den Traum zu leben


Die gebildeten Stände hatten es zumeist etwas besser. Sie waren in ihren Studentenjahren zumindest doch materiell meist ein wenig besser ausgestattet als die Lehrlinge aus den armen Elternhäusern. Und auch der Drill an den Universitäten hatte zumeist nicht jene Härte, wie ihn so mancher junge Lehrling, kaum dem Kindesalter entwachsen, zu ertragen hatte. Doch nicht jedes Los war ein hartes und schon gar kein schlechtes. Die Menschen konnten so manche Härte, die uns heute undenkbar erscheint, auch deshalb besser ertragen, weil es die Normalität für alle war.

Tatsächlich aber gab es zu allen Zeiten aber auch schon immer die Abenteurer. Sie durchzogen, ob arm oder reich, auch ohne Fremdsprachenkenntnisse viele fremde Länder, manchmal ganze Kontinente. Sie lebten mit den Bräuchen und Sitten derer, die sie aufsuchten, passten sich an und konnten aufgrund ihrer flexiblen Haltung und Toleranz anderen Kulturen gegenüber tatsächlich sich ein Stück Welt erobern. Viele kamen in späteren Jahren mit großen Wissensschätzen zurück oder sie verblieben an den fremden Orten und wirkten an der Vermischung der Kulturen mit. Manch einer brachte es neben den neuen Kenntnissen auch noch zu Wohlstand und Reichtum.

Man denke an Alexander den Großen aus dem kleinen griechischen Makedonien, der bereits mit jungen Jahren ein Weltreich, ein neues Imperium begründete. Man denke an Kolumbus, der nach den Wikingern Amerika für die Neuzeit entdeckte. Man denke auch an die anderen Seefahrer, Land- und Luftpioniere, die es bis zum Mond schafften und mittlerweile auch bereits weitere Strecken im Weltraum zurücklegen. Auch sie alle waren einmal Kinder, die sich niemals erträumen konnten, zu was sie selbst einmal fähig sein würden.

Keiner kennt die Zahl derer, die auszog, um sich die Welt unter schwierigen, widrigen Umständen, ohne Begleitung, Sicherheit oder Gewährleistung zu erobern. Manch einer scheiterte, andere verloren Gesundheit oder Leben… aber die vielen, die es schafften, haben unsere große Bewunderung bis zum heutigen Tage.

Allen war gemeinsam, dass sie etwas wagten: Mut! Mut birgt Risiken. Diese Risiken jedoch waren sie bereit für ihren Lebenstraum einzugehen. Selbst dann, wenn sie ihren Traum mehr ahnten, als ihn schon konkret benennen konnten.

Mut ist auch die Fähigkeit, den Traum zu leben, wenn der Trauminhalt noch im Nebel der Zukunft liegt.