Sprichwort über Teufel
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Der Teufel ist alt.
Gedanken zum Zitat
Das Sprichwort »Der Teufel ist alt« ist ein Teil einer oft vollständiger zitierten Redewendung: „Der Teufel ist alt – man muss früh aufstehen, um ihn zu überlisten.“ Es drückt in bildhafter Weise aus, dass Erfahrung – selbst im Negativen – einen mächtigen Vorteil darstellt. Der Teufel, Symbol für List, Verführung und Bosheit, ist nicht etwa ein junger, impulsiver Gegner, sondern ein alter, erfahrener Widersacher, dem niemand leichtfertig begegnen sollte.
Diese Redensart verweist auf einen tiefen menschlichen Erfahrungswert: Alter bringt Wissen, Routine und Menschenkenntnis mit sich – auch im Schlechten. Wer viel erlebt hat, hat viele Wege kennengelernt, wie man andere täuscht, manipuliert oder austrickst. Der »alte Teufel« ist also nicht dumm oder naiv, sondern berechnend und klug. Man kann ihn nicht mit jugendlichem Übermut oder spontaner Intuition bezwingen – es braucht Klugheit, Vorsicht und vorausschauendes Denken.
Gleichzeitig enthält das Sprichwort eine indirekte Warnung: Unterschätze nie deinen Gegner, vor allem nicht, wenn er über jahrzehntelange Erfahrung verfügt. Das gilt nicht nur für zwischenmenschliche Beziehungen, sondern auch im politischen, wirtschaftlichen oder sozialen Kontext. Schnellschüsse oder naive Gutgläubigkeit können gefährlich werden, wenn man es mit »alten Teufeln« zu tun hat – also mit Menschen oder Strukturen, die gelernt haben, wie man Macht ausübt, Einfluss nimmt oder andere manipuliert.
Doch das Sprichwort lässt sich auch umkehren und positiv deuten: Wer selbst älter wird, gewinnt nicht nur an Jahren, sondern auch an Einsicht. Das Alter – ob im Guten oder im Bösen – verleiht eine gewisse Überlegenheit. Man lernt, Muster zu erkennen, Fallen zu vermeiden und klüger mit Herausforderungen umzugehen. Die Figur des »alten Teufels« kann also auch als Mahnung verstanden werden, Weisheit nicht zu unterschätzen – egal, auf welcher Seite sie steht.
In der heutigen Zeit, in der Jugend, Schnelligkeit und Innovation oft höher geschätzt werden als Besonnenheit und Erfahrung, ist dieses Sprichwort aktueller denn je. Es erinnert daran, dass mit dem Alter ein Schatz an Kenntnis einhergeht – und dass man gut beraten ist, diesen Schatz nicht nur zu erkennen, sondern ihm mit Respekt zu begegnen.