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20. Mai 2021

Wie schön, dass du geboren bist!

so singt Rolf Zuckowski in einem bekannten Geburtstagslied. Weiter heißt es: »Wir hätten dich sonst sehr vermisst!«

Manche Geburtstagsfeiern ufern in Geschenkeberge und überfüllte Büffet-Tische aus. Partylöwen genießen sie, graue Mäuschen freuen sich, wenn die Gäste endlich gegangen sind. Doch eines haben alle Geburtstagsfeiern gemeinsam: Sie zeigen die Freude darüber, dass es diesen Menschen auf unserer Welt und in unserem Leben gibt!

So feierten die Menschen in der Antike

Bereits im Alten Ägypten wurde der Geburtstag zu Ehren des Pharaos gefeiert. Immerhin war er der Sohn der Himmelsgottheiten.

Im Alten Rom war es Brauch, dass zum Geburtstag die Schutzgeister angerufen wurden, damit das Geburtstagskind auch im kommenden Lebensjahr vor allem Übel bewahrt würde. Die Geschenke waren damals eigentlich dafür gedacht, die Schutzgeister positiv zu stimmen. Gleichzeitig wurde all jener Menschen gedacht, ohne die das Geburtstagskind nun gar nicht da wäre: aller seiner Vorfahren. Dass die Römer zu feiern verstanden, weiß man aus den erhaltenen Schriften. So waren bereits zur damaligen Zeit Geburtstagslieder, Geburtstagssprüche und -gedichte, Einladungen und Segenswünsche fixer Bestandteil einer solchen Feier. Herodot verrät, dass der Geburtstag das höchste Fest der Perser war, bei dem sich buchstäblich die Tische bogen.

Auch verschiedene Weissagungen waren Teil der Geburtstagsrituale. Der Geburtstag als astrologisch bedeutsamer Tag gab auch Anlass für verschiedenes »abwehrendes« Brauchtum.

Geburtstag in unterschiedlichen Kulturen und Religionen

In der Bibel wird die Feier des Geburtstages mit Negativem in Verbindung gebracht. Zum einen waren die Geburtstagskinder Herrscher, die weit vom Glauben entfernt waren, zum anderen haben sie das auch in ihren Taten ausgedrückt. Die Herrscher hatten durchaus grausame Vorstellungen davon, wie sie ihren Geburtstag begehen möchten.

Immer aber standen am Geburtstag die Götter und die Ahnen im Mittelpunkt, nie das Geburtstagskind selbst.

In den christlichen Religionen bekam das Geburtstagsfest erst durch die Geburt von Maria, Jesus und Johannes eine positive Bedeutung. Zuvor galt es als heidnischer Brauch.

Im Jüdischen Glauben ist die Bar Mizwa bzw. Bat Mizwa für 13jährige Jungen, bzw. 12jährige Mädchen das einzige Fest, das mit einem Kalendarischen Geburtstag gemeinsam gefeiert wird.

Der Geburtstag wird - im Gegensatz zum Namenstag - gezählt. Damit verbunden ist immer die Erinnerung daran, dass wir jedes Jahr älter werden.

Der Namenstag erinnert allerdings in anderer Weise an die Endlichkeit. Denn die Gedenktage der Namenspatrone sind in den allermeisten Fällen deren Sterbetage, also ihre »Geburtstage im Himmel«.

Am Übergang zur Neuzeit

Im Mittelalter begannen die Christen, den Tag ihres Namenspatrons mehr zu feiern als den Geburtstag. Das hatte eine einfache Erklärung: Der kirchliche Festtag des Heiligen existierte schon, er war im Festkreis verankert. Der eigene Geburtstag wäre ein Tag mehr gewesen, an dem die arbeitenden Menschen sich von der Arbeit freinehmen, hätten müssen, um sich auf die Festvorbereitungen zu konzentrieren. Das konnten sich die meisten Menschen aber gar nicht leisten. Nur die reichen Adeligen hielten an der Feier ihres eigenen Geburtstages fest.

Später begannen die Menschen, sich selbst als Individuum wahrzunehmen und zu feiern. Jeder einzelne Mensch ist wichtig. In der Aufklärung vertraten Pädagogen und Philosophen die Meinung, dass die Kinder als empfindsame Wesen behutsam in die Welt begleitet werden sollen. Dadurch entwickelten sich auch die Geburtstage zu einem wichtigen symbolischen Datum. Heute werden Geburtstage auch in Kindergärten und Schulen gefeiert.

Fiebern die Kleinen jährlich ganz aufgeregt ihrem großen Tag entgegen, so betrachten viele Erwachsene ihren Geburtstag mit anderen Augen. Viele hadern mit dem Älterwerden, und auf rauschende Geburtstagsfeste haben nur manche so richtig Lust.

Warum also sollte man seinen Geburtstag feiern?

Es gibt Menschen, die sich freuen, dass das Geburtstagskind vor xx Jahren zur Welt kam. Dieser Freude wollen sie auch Ausdruck geben!

Es ist doch auch mal schön, sich feiern zu lassen. Es müssen keine teuren Geschenke und keine High Society-Party sein. Ein Spaziergang mit dem Partner und mit einem schönen Picknick darf es ruhig auch sein.

Ein kleiner Rückblick auf das eigene Leben tut manchmal auch gut. Warum nicht am Geburtstag mit der Familie in Dankbarkeit die heiteren Momente Revue passieren lassen?