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28. September 2020

Auswirkungen der Digitalsierung auf den Arbeitsmarkt

Schlagzeilen über gefährdete Arbeitsplätze durch die immer weiter zunehmende Digitalisierung mehren sich. Obwohl die Industrie ein Wirtschaftswachstum prognostiziert, welches in Milliardenhöhe liegt, sieht der Arbeitsmarkt jeden zweiten Arbeitsplatz weiterhin gefährdet.

Um die Debatte zu versachlichen, wurde eine Studie in Auftrag gegeben, welche einen Beitrag zu diesem Thema leisten soll.

Ausgangslage auf welche die Studie aufgebaut wurde

Die ambivalenten Zukunftsversionen von denen der Arbeitsmarkt spricht, werden in der öffentlichen Wahrnehmung von der Digitalisierung begleitet. Da die Digitalisierung immer weiter voranschreitet, lässt den Arbeitsmarkt aufschreien. Laut diesem ist jeder zweite Arbeitsplatz – unabhängig von der Berufssparte – in Gefahr.

Zu welchen Hauptergebnissen kam die Studie?

Die Studie beschäftigte sich mit der Gesamtbeschäftigung ab 1999 in Deutschland und Bayern. Diese belegt, dass sich in dieser Zeit keine dramatischen Änderungen abzeichnen. Jedoch wurde festgestellt, dass Bayern über alle Berufe ein erhöhtes Beschäftigungswachstum aufweist, sowie deutliche Verschiebungen in bestimmten Berufen. In Deutschland sowie in Bayern wurden die Summen der Beschäftigungszunahmen in wachsenden Berufen, sowie die Beschäftigungsabnahmen in schrumpfenden Berufen mit der Gesamtzahl der Arbeitnehmer aus dem Jahre 1999 in Relation gesetzt und so eine Turbulenzrate erstellt werden. Diese liegt in Deutschland bei 20 Prozent und in Bayern bei 23 Prozent.

In den Sektoren Beschäftigungsstruktur und -entwicklung zeichneten sich innerhalb von Bayern weitere Unterschiede deutlich ab. So stieg von 2000 bis 2010 die Beschäftigungsentwicklung um 0,2 Prozent in Gesamtbayern, in Oberbayern ließ sich ein Anstieg von 3,1 Prozent verzeichnen, im Gegensatz dazu ließ sich in Oberbayern aber nur ein relativ niedriger Anteil davon bei Routineberufen verzeichnen. In Deutschland wird sich diese projizierte Gesamtbeschäftigung aber bis zum Jahr 2030 nicht wirklich stark verändern. Der Prozentsatz liegt hier zwischen -4,8 Prozent und 5,5 Prozent, je nach Projektion. In Bayern hingegen wird ein potenziell höheres Beschäftigungswachstum erwartet. Hier liegt der Prozentsatz zwischen 1,6 Prozent und 13,5 Prozent. Über die einzelnen Berufsgruppen werden sich auch weiterhin erheblichen Veränderungen abspielen, so dass man sich von der positiven Entwicklung nicht darüber hinwegtäuschen lassen sollte.

In den letzten Jahrzehnten beobachtete die Forschungsliteratur die Polarisierung des Arbeitsmarktes und konnte in jüngster Zeit beobachten, dass sich ein höheres Beschäftigungswachstum bei Berufen mit geringem und hohen Niveau an Qualifikation abzeichnete, als bei Berufen, bei den Qualifikationen mit einem mittleren Niveau notwendig sind, da sich diese dafür besonders zur Automatisierung eignen.

Welche politischen Handlungen werden von der Studie empfohlen?

Der durch neue digitale Geschäftsmodelle entstehende Aufbau von Beschäftigungen darf durch eine Überregulierung nicht behindert werden. Die Ausrichtung der politischen Maßnahmen muss sowohl für analoge als auch für digitale Geschäftsmodelle so geschaffen sein, dass ein faires Wettbewerbsumfeld geschaffen werden kann. Zusätzlich müssen sie in so in der Ausrichtung festgelegt werden, dass die Anpassung an den digitalen Wandel zielgerecht und bestmöglich unterstützt und für Beschäftigte erleichtert werden kann. Hierbei sollte die Förderung der digitalen Kompetenz als Schwerpunkt fungieren, sowie auf die ständigen und regelmäßigen Weiterbildungen während des Berufslebens.

Weiteres wird der Wissenstransfer von erfolgreichen Vorreiter-Unternehmen an Nachzügler-Unternehmen – welche in breiter Masse auftreten – bedeutsame Auswirkungen im Bereich der Digitalisierung auf den künftigen Arbeitsmarkt haben.