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Schauspiel Zitate

25 Zitate, Sprüche & Aphorismen über Schauspiel

  • Jeder Mensch erwartet von den Künsten der Einbildungskraft ein gewisse Befreiung von den Schranken des Wirklichen. Er will sich an dem Möglichen ergötzen und seiner Phantasie Raum geben. Der am wenigsten erwartet, will doch sein Geschäft, sein gemeines Leben, sein Individuum vergessen; er will sich in außerordentlichen Lagen fühlen, sich an den seltsamen Kombinationen des Zufalls weiden. Er will, wenn er von ernsthafter Natur ist, die moralische Weltregierung, die er im wirklichen Leben...

  • Überhaupt glaubt man nicht, wie sehr das Theater wenn man so zehn Jahre lang es alle Abende besucht, bildet. Da kommt denn doch alles vor: Welt, Kunst, Moral

  • Der gebildete Pariser sieht die klassischen Stücke seiner großen Dichter so oft, daß er sie auswendig weiß und für die Betonung einer jeden Silbe ein geübtes Ohr hat. Hier in Weimar hat man mir wohl die Ehre erzeigt, meine Iphigenie und meinen Tasso zu geben; allein wie oft? Kaum alle drei bis vier Jahre einmal. Das Publikum findet sie langweilig. Sehr begreiflich. Die Schauspieler sind nicht geübt, die Stücke zu spielen, und das Publikum ist nicht geübt, sie zu hören. Würden die...

  • Ich sah ein, was ich vordem nicht wußte, daß das Spiel in der Maske viel spannender ist als das Zeigen des nackten Gesichts.

  • Über den Gebrauch des Chors in der Tragödie / Wenn du das große Spiel der Welt gesehen, / so kehrst du reicher in dich selbst zurück; / denn, wer den Sinn aufs Ganze hält gerichtet, / dem ist der Streit in seiner Brust geschlichtet.

  • Das Theater ist weder eine Schulstube noch ein Priesterseminar. Die Leut' sollen entweder lachen oder flennen. Oder beides.

  • Goethe erzählte mir neulich, er habe am Hofe der Herzogin Amalie viele seiner damals soeben geschriebenen Stücke von den Hofleuten aufführen lassen, ohne daß irgendeiner mehr als seine eigene Rolle gekannt hätte und das Stück in seinem Zusammenhang allen unbekannt und daher bei der Aufführung auch den Spielenden neu war.

  • Paradox ist, wenn bei einer Premiere alles, was Rang hat, im Parkett sitzt.

  • Eh' noch der Held den Dolch, die Heldin Gift erkohr, / starb schon das Drama selbst den sanften Tod: Erfror.

  • Von einem Dichter nur mittelmäßig gezeichnete Charaktere werden bei der Theaterdarstellung gewinnen, weil die Schauspieler, als lebendige Menschen, sie zu lebendigen Wesen machen und ihnen zu irgendeiner Art von Individualität verhelfen. Von einem großen Dichter meisterhaft gezeichnete Charaktere dagegen, die schon alle mit einer durchaus scharfen Individualität dastehen, müssen bei der Darstellung notwendig verlieren, weil die Schauspieler in der Regel nicht durchaus passen und die...

  • Es wird schwer halten, daß das deutsche Publikum zu einer Art von reinem Urteil komme, wie man es etwa in Italien und Frankreich findet. Und zwar ist uns besonders hinderlich, daß auf unseren Bühnen alles durcheinander gegeben wird. An derselbigen Stelle, wo wir gestern Hamlet sahen, sehen wir heute den Staberle, und wo uns morgen die Zauberflöte entzückt, sollen wir übermorgen an den Späßen des Neuen Sonntagskindes Gefallen finden.

  • Von der Tragödie bis zur Posse war mir jedes Genre recht; aber ein Stück mußte etwas sein, um Gnade zu finden. Es mußte groß und tüchtig, heiter und graziös, auf alle Fälle gesund sein und einen gewissen Kern haben. Alles Krankhafte, Schwache, Weinerliche und Sentimentale, so wie alles Schreckliche, Greuelhafte und die gute Sitte Verletzende war ein für allemal ausgeschlossen.

  • Hätte ich mich in irgendeinen Liebeshandel eingelassen, so würde ich geworden sein wie ein Kompaß, der unmöglich recht zeigen kann, wenn er einen einwirkenden Magneten an seiner Seite hat. Dadurch aber, daß ich mich durchaus rein erhielt und immer Herr meiner selbst blieb, blieb ich auch Herr des Theaters.

  • Das ist eben recht, daß man nicht fortkann und gezwungen ist, auch das Schlechte zu hören und zu sehen. Da wird man recht von Haß gegen das Schlechte durchdrungen und kommt dadurch zu einer desto besseren Einsicht des Guten. Beim Lesen ist das nicht so, da wirft man das Buch aus den Händen, wenn es einem nicht gefällt.

  • Und was die Bühne künstlich vorgestellt, / erträgt man leichter in der Werkelwelt; / die Toren läßt man durcheinander rennen, / weil wir sie schon genau im Bilde kennen.

  • Viele Regisseure erfüllen heute den Tatbestand der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener.

  • Maske ist blicklos; aber die leeren Höhlen schreien mehr nach Gesichten als Augen, die von viel Halberblicktem abgenutzt sind.

  • Schöne Zeit, als mit dem Karren / Thespis fuhr, der Possen Vater! / Schwer ist's, einen Staat regieren, / zehnmal schwerer ein Theater!

  • Die feierlichen und allegorischen Aufzüge von Tugenden und Lastern, Künsten und Wissenschaften, Weltteilen und Jahreszeiten versinnlichten dem Volke eine Menge Begriffe und gaben ihm Ideen entfernter Gegenstände.

  • Ein Schauspiel, das einen in niedergeschlagener Stimmung nach Hause gehen läßt, gehört nicht der höchsten Gattung an.

  • Wenn mir bei jedem Versehen ein Abzug von meiner Gage in Aussicht steht, so muß mir auch eine Ermunterung in Aussicht stehen, wenn ich mehr tue, als man eigentlich von mir verlangen kann. Dadurch aber, daß alle mehr tun als zu erwarten und zu verlangen, kommt ein Theater in die Höhe.

  • Was sie heute auf dem Theater aufführen, sind die "Affären" kranker Leute. Wie gesund war so ein Othello!

  • Nichts ist für das Wohl des Theaters gefährlicher, als wenn die Direktion so gestellt ist, daß eine größere oder geringere Einnahme der Kasse sie persönlich nicht weiter berührt.

  • Und bietet aller Bildung nicht die Schauspielkunst / mit hundert Armen, ein phantast'scher Riesengott, / unendlich mannigfalt'ge, reiche Mittel dar?

  • Welch Schauspiel! aber ach! ein Schauspiel nur!

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