Sprichwort über Lob

  • Eigenlob, Narrenprob.

Gedanken zum Zitat

Das Sprichwort »Eigenlob, Narrenprob« ist eine scharfzüngige Kritik an der Selbstbeweihräucherung. Es drückt aus, dass es töricht, ja geradezu närrisch, ist, sich selbst zu loben. Wer die eigenen Leistungen oder Eigenschaften übertrieben betont, macht sich nicht nur unbeliebt, sondern wirkt auch unglaubwürdig. Denn wahre Größe zeigt sich nicht durch Worte, sondern durch Taten, und sie wird im besten Fall von anderen anerkannt, nicht eingefordert.

In unserer Kultur gilt Bescheidenheit als eine Tugend. Wer zu viel von sich selbst spricht, wer eigene Erfolge immer wieder hervorhebt, wird schnell als eingebildet oder arrogant wahrgenommen. Das Sprichwort bezeichnet solches Verhalten als »Narrenprob«, also Verhalten, das eines Narren würdig ist. Der Narr in diesem Sinne ist nicht nur jemand, der sich lächerlich macht, sondern auch jemand, der sich selbst nicht richtig einschätzen kann und durch sein Verhalten andere vor den Kopf stößt.

Eigenlob wirkt besonders dann ungünstig, wenn es nicht im Einklang mit der Realität steht. Wer sich selbst für außergewöhnlich klug, schön oder talentiert hält und das ständig betont, läuft Gefahr, sich zu überschätzen und sein Umfeld zu irritieren. Echtes Können und Charakter zeigen sich vielmehr in der stillen Souveränität, im Handeln ohne ständige Selbstvermarktung. Respekt und Anerkennung gewinnt man durch Leistung, nicht durch Lob in eigener Sache.

Allerdings ist es wichtig, das Sprichwort nicht als Aufruf zu falscher Bescheidenheit zu deuten. In einer Welt, in der Eigenvermarktung wie etwa im Berufsleben oder in sozialen Medien eine Rolle spielt, kann es notwendig sein, die eigenen Stärken zu benennen. Entscheidend ist jedoch, wie das geschieht: mit Maß, Authentizität und einem Sinn für den Moment.

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