Sprichwort über Lob

  • Jeder lobt das Seine.

Gedanken zum Zitat

Das Sprichwort »Jeder lobt das Seine« bringt eine menschliche Neigung auf den Punkt: Menschen neigen dazu, das zu schätzen und hervorzuheben, was ihnen selbst gehört, was sie geschaffen oder gewählt haben. Ob es um den eigenen Beruf, das Zuhause, den Lebensstil, die Heimat oder sogar politische Ansichten geht – das Eigene wird oft als das Beste dargestellt, nicht selten unbewusst. Dieses Verhalten ist Ausdruck von Identifikation, Stolz und manchmal auch Verteidigung gegenüber äußeren Meinungen.

Die Redensart kann zunächst mit einem verständnisvollen Augenzwinkern verstanden werden. Wer sich mit etwas verbunden fühlt, sei es der eigene Garten, das Auto, die Familie oder die Heimat, wird dazu tendieren, dessen Vorzüge zu betonen. In gewissem Maß ist das menschlich und psychologisch nachvollziehbar: Was einem gehört oder nahe steht, ist mit positiven Gefühlen verknüpft. Eigenlob, in Form von Stolz auf das Eigene, ist daher oft keine Eitelkeit, sondern Ausdruck von Wertschätzung.

Gleichzeitig ruft das Sprichwort auch zur Vorsicht auf. Denn wer nur das Eigene lobt, läuft Gefahr, andere Dinge abzuwerten oder sich dem Neuen und Fremden zu verschließen. Wer etwa nur seine eigene Kultur, Sprache oder Lebensweise in den Himmel hebt, kann schnell in Engstirnigkeit oder sogar Überheblichkeit verfallen. Hier schwingt also auch eine Kritik mit: Das Lob des Eigenen sollte nicht blind oder überzogen sein, es braucht Maß, Selbstreflexion und Offenheit.

Im Alltag erleben wir oft, wie dieses Sprichwort Realität wird, sei es in Diskussionen, im Marketing (»unser Produkt ist das Beste«), in politischen Debatten oder in persönlichen Gesprächen. Es erinnert uns daran, dass Bewertungen oft subjektiv geprägt sind. Objektivität ist selten und das Lob sagt oft mehr über den Lobenden aus als über das Gelobte.

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