Sprichwort über Zeit

  • Wer sich Zeit nimmt, kommt auch.

Gedanken zum Zitat

Das Sprichwort »Wer sich Zeit nimmt, kommt auch« enthält eine stille, aber kraftvolle Lebensweisheit. Es stellt dem heutigen Zeitgeist der Eile, des Drängens und der Ungeduld eine wohltuend einfache Wahrheit entgegen: Wer sich die nötige Zeit nimmtfür sich, für seine Aufgaben und für seine Entscheidungen, der wird am Ende ans Ziel gelangen. Nicht die Geschwindigkeit, sondern Beharrlichkeit, Ruhe und Entschlossenheit führen zum Erfolg.

Zunächst steckt in dem Sprichwort ein Appell zur Selbstverantwortung. »Zeit haben« ist heute oft ein Gefühl der Fremdbestimmung: Wir klagen, keine Zeit zu haben. Doch das Sprichwort erinnert daran, dass es nicht nur ums Haben geht, sondern ums Nehmen. Wer sagt, »ich nehme mir Zeit«, handelt aktiv. Er setzt Prioritäten, schiebt das Unwichtige beiseite und widmet sich dem, was zählt. In dieser Selbstbestimmung liegt Kraft.

Gleichzeitig ist das Sprichwort eine Absage an blinden Aktionismus. Nicht alles lässt sich mit Eile lösen. Manche Prozesse wie Lernen, Reifen, Verstehen oder Heilen brauchen Zeit. Wer sie sich nicht nimmt, riskiert halbe Wege, Fehler oder gar das Scheitern. Wer sich aber die Zeit nimmt, der geht bewusst, zielgerichtet, vielleicht langsam aber sicher. Und er kommt auch zum Ziel, zur Erkenntnis und zur inneren Ruhe.

In der heutigen Welt, die auf Effizienz und Schnelligkeit getrimmt ist, wirkt das Sprichwort fast wie ein leiser Protest. Denn es erinnert daran, dass der Wert einer Handlung nicht in ihrer Geschwindigkeit, sondern in ihrer Qualität liegt. Es gibt ein altes Sprichwort, das damit verwandt ist: »Eile mit Weile!«. Beides sagt: Es geht nicht ums Hetzen, sondern ums Durchhalten und darum, den Weg mit Bedacht zu gehen. In Zeiten von Selbstzweifeln oder Rückschlägen kann dieser Gedanke trösten: Nicht die Schnellen allein siegen. Sondern die, die ihren Weg bewusst und stetig gehen.

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