Zitate mit "h"

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Uns Alten rechnet man den Irrtum zugute, weil wir die Wege nicht gebahnt fanden; wer aber später in die Welt eintritt, von dem verlangt man mehr. Der soll nicht abermals irren und suchen, sondern er soll den Rat der Alten nutzen.

Was Rat! Hat Rat bei Menschen je gegolten? / Ein kluges Wort erstarrt im harten Ohr. / Sooft auch Tat sich grimmig selbst gescholten, / bleibt doch das Volk selbstwillig wie zuvor.

Wenn ich ein Nachtwandler wäre und auf dem gefährlichen Gipfel eines Hauses spazierte - ist es freundschaftlich, mich beim Namen zu rufen und mich zu warnen, zu wecken und zu töten? Laßt jeden seines Pfades gehn, er mag sich wahren.

Wenn man eine Weile in der Welt gesehen hat, wie die gescheitesten Dinge mißlingen und das Absurdeste oft zu einem glücklichen Ziele führt, so kommt man wohl davon zurück, jemandem einen Rat erteilen zu wollen. Im Grunde ist es auch von dem, der einen Rat verlangt, eine Beschränktheit und von dem, der ihn gibt, eine Anmaßung. Man sollte nur Rat geben in Dingen, in denen man selber mitwirken will.

Willkür bleibet ewig verhaßt den Göttern und Menschen, / wenn sie in Taten sich zeigt, auch nur in Worten sich kundgibt; / denn so hoch wir auch stehn, so ist der ewigen Götter / ewigste Themis allein.

Sprichst du zum Volke, zu Fürsten und Königen, allen / magst du Geschichten erzählen, worin als wirklich erscheinet, / was sie wünschen und was sie selber zu leben begehrten.

Such Er den redlichen Gewinn! / Sei Er kein schellenlauter Tor! / Er trägt Verstand und rechter Sinn / mit wenig Kunst sich selber vor.

Wer vor andern lange allein spricht, ohne den Zuhörern zu schmeicheln, erregt Widerwillen.

Ehrlichkeit macht unbesonnen, auch wohl trotzig.

Jeder solcher Lumpenhunde / wird vom zweiten abgetan; / sei nur brav zu jeder Stunde, / niemand hat dir etwas an.

Man tue nur das Rechte, / am Ende duckt, am Ende dient der Schlechte.

Wenn du dich selber machst zum Knecht, / bedauert dich niemand, geht's dir schlecht. / Machst du dich aber selbst zum Herrn, / die Leute sehn es auch nicht gern. / Und bleibst du redlich, wie du bist, / so sagen sie, daß nichts an dir ist.

Denn jung ward ihm der Thron zuteil, / und ihm beliebt es, falsch zu schließen: / Es könne wohl zusammengehn / und sei recht wünschenswert und schön, / regieren und zugleich genießen.

Der kann sich manchen Wunsch gewähren, / der kalt sich selbst und seinem Willen lebt; / allein wer andre wohl zu leiten strebt, / muß fähig sein, viel zu entbehren.

Die deutschen Kaiser zogen umher, und diese Einrichtung ist dem Sinne freier Staaten am allergemäßesten. Wir fürchten uns vor einer Hauptstadt.

Es ist nichts schrecklicher als Macht und Übereilung.

Herrschen und genießen geht nicht zusammen. Genießen heißt, sich und andern in Fröhlichkeit angehören; herrschen heiß, sich und andern im ernstlichsten Sinne wohltätig sein.

Jeder, der sein inneres Selbst / nicht zu regieren weiß, regierte gar zu gern / des Nachbars Willen.

Sieht man am Hause doch gleich so deutlich, wes Sinnes der Herr sei, / wie man, das Städtchen betretend, die Obrigkeiten beurteilt. / Denn wo die Türme verfallen und Mauern, wo in den Gräben / Unrat sich häufet und Unrat auf allen Gassen herumliegt, / wo der Stein aus der Fuge sich rückt und nicht wieder gesetzt wird, / wo der Balken verfault und das Haus vergeblich die neue / Unterstützung erwartet: Der Ort ist übel regieret.

Welche Regierung die beste sei? Diejenige, die uns lehrt, uns selbst zu regieren.

Welches Recht wir zum Regiment haben, darnach fragen wir nicht: Wir regieren. Ob das Volk ein Recht habe, uns abzusetzen, darum bekümmern wir uns nicht: Wir hüten uns nur, daß es nicht in Versuchung komme, es zu tun.

Wer aber geliebt ist, hat leicht regieren.

Du trägst sehr leicht, wenn du nichts hast, / aber Reichtum ist eine leichtere Last.

Nicht das Sparen allein, um spät zu genießen, / macht das Glück, es macht nicht das Glück der Haufe beim Haufen, / nicht der Acker am Acker.

Wem ererbte Reichtümer eine vollkommene Leichtigkeit des Daseins verschafft haben, wer sich, wenn ich mich so ausdrücken darf, von allem Beiwesen der Menschheit von Jugend auf reichlich umgeben findet, gewöhnt sich meist, diese Güter als das erste und größte zu betrachten, und der Wert einer von der Natur schön ausgestatteten Menschheit wird ihm nicht so deutlich.

Willkürlich handeln ist des Reichen Glück! /

Wohlhabend ist jeder, der dem, was er besitzt, vorzustehen weiß; vielhabend zu sein ist eine lästige Sache, wenn man es nicht versteht.

Wollt ihr wissen, woher ich's hab, / mein Haus und Hab? / Hab allerlei Pfiff ersonnen, / es mit Müh, Schweiß und Angst gewonnen. / Genug, ich bin reich, / drum - ich auf euch!

Bösen Felsweg auf und nieder / trösten, Hafis, deine Lieder, / wenn der Führer mit Entzücken / von des Maultiers hohem Rücken / singt, die Sterne zu erwecken / und die Räuber zu erschrecken

Darum hab ich gewünscht, es solle sich Hermann auf Reisen / bald begeben und sehn zum wenigsten Straßburg und Frankfurt / und das freundliche Mannheim, das gleich und heiter gebaut ist; / denn wer die Städte gesehn, die großen und reinlichen, ruht nicht, / künftig die Vaterstadt selbst, so klein sie auch sei, zu verzieren.

Die Fremde hat ein fremdes Leben, und wir können es uns nicht zu eigen machen, wenn es uns gleich als Gästen gefällt.

Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite.

Es fällt mir dabei jener junge Engländer in Rom ein, der abends, in einer Gesellschaft, sehr zufrieden erzählte, daß er doch heute sechs Kirchen und zwei Galerien beiseite gebracht habe. Man will mancherlei wissen und kennen und gerade das, was einen am wenigsten angeht.

Es wandelt niemand ungestraft unter Palmen, und die Gesinnungen ändern sich gewiß in einem Lande, wo Elefanten und Tiger zu Hause sind.

Für Naturen wie die meine, die sich gerne festsetzen und die wichtigen Dinge festhalten, ist eine Reise unschätzbar; sie berichtigt, belehrt und bildet.

Ich will euch keine Schmerzen, sondern Freuden, keine dunkle, sondern klare Begriffe mitbringen, euch nicht nur sagen "Ich hab es gesehn", sondern es euch sehen machen.

Ich will, solang ich hier bin, die Augen auftun, bescheiden sehen und erwarten, was sich mir in der Seele bildet.

Jeder muß wissen, worauf er bei einer Reise zu sehen hat und was seine Sache ist.

Man muß sich hüten, nicht mit Gedanken zurückzukommen, die später für unsere Zustände nicht passen. So brachte ich aus Italien den Begriff der schönen Treppen zurück, und ich habe durchaus offenbar mein Haus verdorben, indem dadurch die Zimmer alle kleiner ausgefallen sind, als sie hätten sollen.

Man reist ja nicht, um anzukommen, sondern um zu reisen.

Nur wünschte ich, daß du als ein fleißiger Heftschreiber auch ein Reiseheft schriebst, nicht um die Gegenden zu beschreiben, sondern nur von manchen Lokalitäten, Menschen, Gasthöfen, Preisen, gegenwärtigen Zuständen, Gesinnungen und so weiter eine feste Notiz zu behalten. Dergleichen Aufsätze sind für uns und andre sehr belehrend und in der Folge, wenn wir wieder an solche Orte kommen, unschätzbar.

Um zu begreifen, daß der Himmel überall blau ist, braucht man nicht um die Welt zu reisen.

unvorbereitetes Wegeilen bringt unglückliche Wiederkehr.

Wer sein Vaterland nicht kennt, hat keinen Maßstab für fremde Länder.

Daß der Mensch ins Unvermeidliche sich füge, darauf dringen alle Religionen. Jede sucht auf ihre Weise, mit dieser Aufgabe fertig zu werden.

Die Religion, sagt man, sei nur ein prächtiger Teppich, hinter dem man jeden gefährlichen Anschlag nur desto leichter ausdenkt. Das Volk liegt auf den Knien, betet die heiligen gewirkten Zeichen an, und hinten lauscht der Vogelsteller, der sie berücken will.

Es findet sich in dem Werke des Herrn Bourrienne eine Liste der Bücher, die Napoleon in Ägypten bei sich geführt, worunter denn auch der Werther steht. Das Merkwürdige an dieser Liste aber ist, wie die Bücher unter verschiedenen Rubriken klassifiziert werden. Unter der Aufschrift Politique zum Beispiel finden wir aufgeführt: Le vieux testament, le nouveau testament, le coran. Woraus man denn sieht, aus welchem Gesichtspunkt Napoleon die religiösen Dinge angesehen.

Fahrt fort in unmittelbarer Beachtung der Pflicht des Tages und prüft dabei die Reinheit eures Herzens und die Sicherheit eures Geistes. Wenn ihr sodann in freier Stunde aufatmet und euch zu erheben Raum findet, so gewinnt ihr auch gewiß eine richtige Stellung gegen das Erhabene.

Großen Dank verdient die Natur, daß sie in die Existenz eines jeden lebendigen Wesens auch so viel Heilungskraft gelegt hat, daß es sich, wenn es an dem einen oder dem anderen Ende zerrissen wird, selbst wieder zusammenflicken kann; und was sind die tausendfältigen Religionen anders als tausendfache Äußerungen dieser Heilungskraft.

Ich ehre die Religion, das weißt Du. Ich fühle, daß sie manchem Ermatteten Stab, manchem Verschmachtenden Erquickung ist. Nur - kann sie denn, muß sie denn das einem jeden sein?

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