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Conrad Ferdinand Meyer

schweizerischer Schriftsteller (1825 - 1898)

11 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Du warest mir ein täglich Wanderziel, / viellieber Wald, in dumpfen Jugendtagen; / ich hatte dir geträumten Glücks so viel / anzuvertraun, so wahren Schmerz zu klagen. / Und wieder such ich dich, du dunkler Hort, / und deines Wipfelmeers gewaltig Rauschen / jetzt rede du! Ich lasse dir das Wort! / Verstummt ist Klag und Jubel. Ich will lauschen.

  • Bei der Abendsonne Wandern / wann ein Dorf den Strahl verlor, / klagt sein Dunkeln es den andern / mit vertrauten Tönen vor. / Noch ein Glöcklein hat geschwiegen / auf der Höhe bis zuletzt. / Nun beginnt es, sich zu wiegen, / horch, mein Kilchberg läutet jetzt!

  • Ich bin kein ausgeklügeltes Buch; / ich bin ein Mensch mit seinem Widerspruch.

  • Frommer Augen helle Lust / überstrahlt an voller Brust / blitzendes Geschmeide / geh und lieb und leide! / / Merke dir's, du blondes Haar: / Schmerz und Lust Geschwisterpaar, / unzertrennlich beide / geh und lieb und leide!

  • Erwirbt ein Erdensohn sich Lob und Preis, / gleich bildet sich um ihn ein Sagenkreis.

  • Der Quell echter Reue sprudelt in heiligen Tiefen, und nur in der einsamen Stille eines göttlichen Ursprungs waschen sich schuldige Hände und Seelen rein.

  • Was Gott ist, wird in Ewigkeit / kein Mensch ergründen, / doch will er treu sich allezeit / mit uns verbünden.

  • Meine eingelegten Ruder triefen, / Tropfen fallen langsam in die Tiefen. / Nichts das mich verdroß! Nichts das mich freute! / Niederrinnt ein schmerzenloses Heute.

  • Im Paradiese selber träfe man / wohl einen an, den man nicht leiden kann.

  • Ewig jung ist nur die Sonne, / Sie allein ist ewig schön.

  • Je schwerer sich / ein Mensch befreit, / Je mächt'ger rührt er / unsre Menschlichkeit.

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