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Hugo von Hofmannsthal

österreichischer Schriftsteller (1874 - 1929)

17 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Um überhaupt etwas zu sehen, muß man den Sand aus den Augen kriegen, den die Gegenwart beständig hineinstreut.

  • Wer hieß dich mich zerren, mich! in diese Welt hinein? Laß mich erfrieren, verhungern, versteinen in der meinigen!

  • Wüßt' ich genau, wie dies Blatt aus seinem Zweige herauskam, schwieg ich auf ewige Zeit still; denn ich wüßte genug.

  • Der gute Geschmack ist die Fähigkeit, fortwährend der Übertreibung entgegenzuwirken.

  • Für gewöhnlich stehen nicht die Worte in der Gewalt der Menschen, sondern die Menschen in der Gewalt der Worte.

  • Der mittelmäßige Mensch hält zu knapp nach dem richtigen Gedanken inne; daher die vielen Halbwahrheiten in der Welt.

  • Das Schöne, auch in der Kunst, ist ohne Scham nicht denkbar.

  • Alten Menschen ist die Welt ein hartes, traumloses Ding; was ihre Hände halten, das halten sie.

  • Wer im Verkehr mit Menschen Manieren einhält, lebt von seinen Zinsen; wer sich aber über sie hinwegsetzt, greift sein Kapital an.

  • Und dennoch sagt der viel, der »Abend« sagt.

  • Einem beharrendem, auf Ausgleich statischer Mächte beruhenden Europa wäre nichts schwerer einzugliedern als Deutschland, das Land des Werdens und des Sichselbersuchens. Ein werdendes, sich suchendes Europa ist aus Deutschland vor allem gewiesen, als das Land, welches in ungeheuren Umschwüngen nicht den Mut verliert.

  • Wenn das Haus durchsichtig wird, gehören die Sterne mit zum Fest.

  • Man isoliert sich nie so leicht, als wenn das Haus voller Gäste ist.

  • Sie sind ernsthaft, sie sind tüchtig, sie arbeiten wie keine Nation auf der Welt, sie erreichen das Unglaubliche - aber es ist keine Freude, unter ihnen zu leben.

  • Menschen führen einander durch ihre Seelen wie Potemkin die Kaiserin Katharina durch Taurien.

  • Gelten lassen ist schwerer als sich begeistern.

  • Der politische Zionismus denkt nicht lediglich daran, die notleidenden Juden fortzuschaffen; es muß auch im vorhinein dafür gesorgt werden, daß sie das heutige Elend nicht mit einem unbestimmten, unberechenbaren vertauschen.

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