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Dichtung Zitate

84 Zitate, Sprüche & Aphorismen über Dichtung

  • Von den dichterischen Kunstwerken, die uns Führer waren zu den Erkenntnissen der Individualpsychologie, ragen als Gipfel hervor: Märchen, die Bibel, Shakespeare und Goethe.

  • Auf der lyrischen Oase / wiegt als Palmbaum sich die Phrase.

  • Manche dichterischen Erzeugnisse haben uns, solange sie neu waren, zur Bewunderung hingerissen, aber als wir sie zehn Jahre später wieder hervorholten, sahen wir mit Schrecken, daß ihre Haut bereits zu schrumpfen begonnen hatte. Abermals zehn Jahre, und wir können sie gar nicht mehr zur Hand nehmen, so welk und runzlig sind sie unterdessen geworden. / Es sind die Hoffräulein des Rübezahl, die einen Tag lang im Sonnenlicht mit der Prinzessin lachen und spielen und vor ihr für lebendige...

  • Mein Sohn hat gesagt: Was einen drückt, das muß man verarbeiten, und wenn er ein Leid gehabt hat, da hat er ein Gedicht daraus gemacht.

  • Die romantische Poesie ist eine progressive Universalpoesie. Ihre Bestimmung ist nicht bloß, alle getrennten Gattungen der Poesie wieder zu vereinigen und die Poesie mit der Philosophie und Rhetorik in Berührung zu setzen. Sie will und soll auch Poesie und Prosa, Genialität und Kritik, Kunstpoesie und Naturpoesie bald mischen, bald verschmelzen, die Poesie lebendig und gesellig und das Leben und die Gesellschaft poetisch machen.

  • Eine notwendige Operation des Dichters ist Idealisierung seines Gegenstandes, ohne welche er aufhört, seinen Namen zu verdienen.

  • Schläft ein Lied in allen Dingen, / die da träumen fort und fort, / und die Welt hebt an zu singen, / triffst du nur das Zauberwort.

  • Leben heißt, dunkler Gewalten / Spuk bekämpfen in sich, / Dichten, Gerichtstag halten / über sein eignes Ich.

  • Die Poesie ist das echt absolut Reelle. Dies ist der Kern meiner Philosophie. Je poetischer, desto wahrer.

  • Sie hat auch schon ein Gedicht an mich gemacht, das von Liebe handelt. Sie beherrscht offenbar die Sprache nicht genug, um das Wort zu vermeiden.

  • Tausend Verse wiegen nicht ein einziges Weizenkorn auf.

  • Die Dichtkunst scheint dem Verstand aller derer gefährlich zu sein, die nicht im Besitze des Gegenmittels sind, nämlich der Erkenntnis der wirklichen Welt.

  • Was reif in diesen Zeilen steht, / was lächelnd winkt und sinnend fleht, / das soll kein Kind betrüben; / die Einfalt hat es ausgesät, / die Schwermut hat hindurchgeweht, / die Sehnsucht hat's getrieben.

  • Die Poesie der Alten war die des Besitzes, die unsrige ist die der Sehnsucht.

  • Wer der Dichtkunst Stimme nicht vernimmt, / ist ein Barbar, er sei auch, wer er sei.

  • Wer das Nützliche so mit dem Angenehmen zu verbinden weiß, daß er den Leser im Ergötzen bessert, vereinigt alle Stimmen.

  • Orpheus' Leier hat mehr getan als Herkules, Keule. Sie machte Unmenschen zu Menschen, und daher steht sie auch unter den Sternen.

  • Poesie ist die Muttersprache des Menschengeschlechts.

  • "Wozu nützt denn die ganze Erdichtung?" Ich will es dir sagen, / Leser, sagst du mir, wozu die Wirklichkeit nützt.

  • Das Benutzen der Erlebnisse ist mir immer alles gewesen; das Erfinden aus der Luft war nie meine Sache. Ich habe die Welt stets für genialer gehalten als mein Genie.

  • Die Poeten schreiben alle, als wären sie krank und die ganze Welt ein Lazarett. Alle sprechen sie von dem Leiden und dem Jammer der Erde und von den Freuden des Jenseits, und unzufrieden, wie schon alle sind, hetzt einer den anderen in noch größere Unzufriedenheit hinein. Das ist ein wahrer Mißbrauch der Poesie, die uns doch eigentlich dazu gegeben ist, um die kleinen Zwiste des Lebens auszugleichen.

  • Ein bißchen Narrheit, das versteht sich, gehört immer zur Poesie.

  • Nützlich sein wollen entweder die Dichter oder ergötzen.

  • Alle große Dichtung ist eine Frucht des Leidens.

  • Aber uns ist wonnereich, / in den Euphrat greifen / und im flüßgen Element / hin und wieder schweifen. / Löscht ich so der Seele Brand, / Lied es wird erschallen; / schöpft des Dichters reine Hand, / Wasser wird sich ballen.

  • Es ist ein wahres Glück, daß ich krank geworden bin; denn das Buch wird jetzt viel schöner.

  • "Warum willst du dich von uns allen / und unsrer Meinung entfernen?" / Ich schreibe nicht, euch zu gefallen; / ihr sollt was lernen!

  • Dichten selbst ist schon Verrat.

  • Ehe noch die Wahrheit ihr siegendes Licht in die Tiefen der Herzen sendet, fängt die Dichtungskraft ihre Strahlen auf, und die Gipfel der Menschheit werden glänzen, wenn noch feuchte Nacht in den Tälern liegt.

  • Dafern nur ein Poete will, / so steht der Himmel nimmer still, / die Sterne müssen tanzen. / Es springen auch die Stein' herfür, / da hüpfen Wälder, Berg' und Tier', / es zittern Wäll' und Schanzen. / Ja, was die schwarze Nacht bedeckt, / wird durch Poeten aufgeweckt.

  • Es ist ein großer Unterschied, ob der Dichter zum Allgemeinen das Besondere sucht oder im Besonderen das Allgemeine schaut. Aus jener Art entsteht Allegorie, wo das Besondere nur als Beispiel, als Exempel des Allgemeinen gilt. Die letztere aber ist eigentlich die Natur der Poesie. Sie spricht ein Besonderes aus, ohne ans Allgemeine zu denken oder darauf hinzuweisen. Wer nun dieses Besondere lebendig faßt, erhält zugleich das Allgemeine mit.

  • Jede Dichtung ist nichts anderes als eine enthusiastische Freundschaft oder platonische Liebe zu einem Geschöpf unseres Kopfes.

  • Der Mensch gebraucht den Dichter, um das auszusprechen, was er selbst nicht auszudrücken vermag. Von einer Erscheinung, von einer Empfindung wird er ergriffen, er sucht nach Worten, seinen eigenen Vorrat findet er unzulänglich, und so muß ihm der Dichter zu Hülfe kommen.

  • Unsere deutschen Ästhetiker reden zwar viel von poetischen und unpoetischen Gegenständen und sie mögen auch in gewisser Hinsicht nicht ganz unrecht haben, allein im Grunde bleibt kein realer Gegenstand unpoetisch, sobald der Dichter ihn gehörig zu gebrauchen weiß.

  • Der Dichter, auch wenn er die vollkommensten sittlichen Muster vor unsere Augen stellt, hat keinen anderen Zweck und darf keinen anderen haben, als uns durch Betrachtung derselben zu ergötzen.

  • Das kleinste gediegene Produkt der Feder - kann es nicht auf Jahrhunderte hinaus wirken und auf Millionen Menschen?

  • Poesie ist gewiß mehr als gesunder Menschenverstand, aber sie muß auf jeden Fall auch gesunder Menschenverstand sein, so wie ein Palast auch mehr als ein Haus sein muß, aber schließlich auch ein Haus.

  • Eine mit Schlagworten geohrfeigte Zeit produziert eine geschwollene Literatur.

  • Die Dichter sind gegen ihre Erlebnisse schamlos: Sie beuten sie aus.

  • Jede Zeit und jeder Ort / wird dir zum Gedichte taugen, / sagst du stets mit eignem Wort, / was du sahst mit eignen Augen.

  • Die antiken Geschichtsschreiber haben uns wundervolle Dichtungen als Tatsachen überliefert. Die modernen Erzähler langweilen uns mit Tatsachen, welche sie als Dichtung ausgeben.

  • Die Literatur ist der Ausdruck der Gesellschaft, wie das Wort der Ausdruck des Menschen ist.

  • Wisset nur, daß Dichterworte / um des Paradieses Pforte / immer leise klopfend schweben, / sich erbittend ew'ges Leben.

  • Mir sind daher immer die Gelehrten höchst seltsam vorgekommen, welche die Meinung zu haben scheinen, das Dichten geschehe nicht vom Leben zum Gedicht, sondern vom Buch zum Gedicht. Sie sagen immer: Das hat er dorther und das dort! Finden sie zum Beispiel beim Shakespeare Stellen, die bei den Alten auch vorkommen, so soll er es auch von den Alten haben!

  • Es ließe sich sehr gut durchführen, daß der Poesie die natürliche Ansicht der Dinge zu Grunde liege, der Prosa aber die gesellschaftliche. Die Poesie würdigt Personen und Zustände nach ihrer Übereinstimmung mit sich selbst oder der ihnen zu Grunde liegenden Idee, die Prosa nach ihrem Zusammenhang mit dem Ganzen.

  • Dichten ist nichts anderes als ein ewiges Symbolisieren: Wir suchen entweder für etwas Geistiges eine äußere Hülle oder wir beziehen ein Äußeres auf ein unsichtbares Inneres.

  • Die Dichtkunst ist die Erinnerung und die Ahnung der Dinge: Was sie feiert ist noch nicht tot. Was sie singt, lebt schon.

  • Einer Gesellschaft von Freunden harmonische Stimmung zu geben und manches aufzuregen. was bei den Zusammenkünften der besten Menschen oft nur stockt, sollte von Rechts wegen die beste Wirkung der Poesie sein.

  • Es liegen in den verschiedenen poetischen Formen geheimnisvolle große Wirkungen. Wenn man den Inhalt meiner Römischen Elegien in den Ton und die Versart von Byrons Don Juan übertragen wollte, so müßte sich das Gesagte ganz verrucht ausnehmen.

  • Ganz eigen ist's mit mythologischer Frau: / Der Dichter bringt sie, wie er's braucht, zur Schau. / Nie wird sie mündig, wird nicht alt, / stets appetitlicher Gestalt, / wird jung entführt, im Alter noch umfreit; / gnug, den Poeten bindet keine Zeit.

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