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Peter Hille

deutscher Schriftsteller (1854 - 1904)

118 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Was ein Streber werden will, krümmt sich beizeiten.

  • Das Weib ist ein vernünftiges Märchen.

  • Schrecklich sind die Anspruchslosen. Die nichts fordern, gewähren auch nichts.

  • Gottesfurcht ist Gotteslästerung.

  • Der Schweiß ist die Träne der Arbeit.

  • Vorurteil! Das Wort ist nicht übel, wollte nur das Urteil nachkommen.

  • Es ist nicht alles Talmi, was glänzt.

  • Mann kann auch hinauffallen. Und solche Fälle sind die tiefsten.

  • Nur einen Schmerz haben die Verleger; es geht noch immer nicht ohne die Schriftsteller.

  • Die Blume ist das Lächeln der Pflanze.

  • Eine Seele ohne Zwang ist auch ohne Laster.

  • Kultur muß Natur haben. Noch einmal werden wir Wilde, wenn wir ganz reif sind.

  • Freiheit ist eine Summe mikroskopischer Unfreiheiten.

  • Die Kindheit ist ein Kundschafter, den die rastlose Menschheit voraussendet, um einen sicheren Lebensgrund zu erspähen. So müssen wir sie sich selbst überlassen, ihrem Lebensinstinkt, der von Verrohung und haltungsloser Alberei wohl zu unterscheiden ist. Wie die Brieftauben müssen wir die Kinder aufstiegen lassen.

  • Manche Ehe ist ein Zellengefängnis der Sorge.

  • Dichtung ist eine besondere Ekstase.

  • Kritik: Wir finden vieles schlecht, weil wir schlechte Kritiker sind. Sind schlechte Kritiker, weil wir schlechte Freunde sind. Freundschaft macht Kritik, oft auch Kritik Freundschaft. Macht sie Freundschaft, dann taugt entweder die Kritik oder der Kritisierte nicht.

  • Schicksal und Triebe, auch den Mann können sie werfen und heben und anders gestalten; aber so mit einem Schlage durchschmutzt durch einen versengenden Hauch wird das Weib allein mit seiner tauigen Schönheit der jungen, leidenschaftflimmernden Seele.

  • Entdecken wir das Kind! Die größte Entdeckung, die noch aussteht, ist ein echtes Kinderspiel. Sie erfordert keine unerhörte Kühnheit, nicht den heroischen Vorsatz, mit allen Gefahren und Entbehrungen es aufzunehmen: sie ist keine Nordpolfahrt.

  • Es ist ein Unfug, die Kinder zu erziehen, will sagen, ihnen zu befehlen, dafür aber den Erwachsenen zu gehorchen. Es ist schon deshalb Unfug, weil die Kindheit Stil hat und eine freimütige Vornehmheit, die man wohl zerstören, aber durch nichts ersetzen kann.

  • Es ist wünschenswert, daß Mutter und Kind eines Sinnes sind. Läßt sich dieser Einklang nicht erzielen, so liegt die Entscheidung auf seiten des Kindes.

  • Neid macht Vorschriften. Schwäche, die nicht mehr genießen kann, verbietet.

  • Übertretungen kommen nur von Geboten, Hühneraugen von engen Schuhen.

  • Heimat ist Heimweh und Sehnen nach allen Weiten.

  • Liebe: zwei im Fliegen zu neuem Leben Geeinte.

  • Sterne sind Gottestänzer.

  • Was ist Sittlichkeit? Verinnerte Sinnlichkeit.

  • Gott will nicht die Verstümmelung, sondern die Vollendung unseres Wesens.

  • Wir sind zweimal vorhanden: das eine Mal im Persönlichen, das andre Mal im Weltplan.

  • Die Menschen stapeln gern in die Höhe, was nebeneinander stehen muß.

  • Die Kindheit soll aus eigenem Rechte da sein. Nicht bloß geduldet. Sie soll nicht von den Begriffen vergewaltigt werden, den greisen Begriffen.

  • Aus einigen Äußerungen des Lebens, die hier und da einmal vorgekommen sind und Hinz und Kunz so ausbündig gefallen haben, eine Gepflogenheit machen, sie Moral nennen und als allgemein verbindlich zu verehren, ist ein Verbrechen am Leben.

  • Regen: Ist das hienieden ein Jammertal! Auch der Himmel weint, wenn er auf die Erde kommt.

  • Es hat schon lange gebrannt, ehe man hinsieht, wo der Rauch wirbelt.

  • Katechismus! Eine gelehrte Religion ist an sich verdächtig.

  • Das Weib ist Sonntag, der Mann Alltag.

  • Das Schicksal, das erst so blödsinnig sich anstellte, beginnt nach unserer Flöte zu tanzen. Zuversicht und Kraft halten sich die Wage.

  • Braut – nichts kann schöner klingen, nichts natürlicher; Bräutigam – wie komisch das holpert, wie steif!

  • Gott ist die Liebe, starke Liebe, aber nicht gutmütig. Er ist elementar, nicht sentimental. Er ist das Weltgemüt und liebt den Mut, ist aber nicht gemütlich.

  • Der Mensch weist gar viele Fähigkeiten auf. Darin aber hat er's am weitesten gebracht: in der Kunst, möglichst wenig Mensch zu sein.

  • Katheder ist mehr als ein Ehrensessel: es ist ein Thron, und der nur darf ihn besteigen, der beim Lehren lernt.

  • Der Schüler der Mystik ist ein Afrikareisender der Seele: er betritt einen Urwald, der ihn erst nach Jahren als Geförderten entläßt. Und all diese Zeit muß er an sich arbeiten, dem hohen, stillen, unsensuellen Geist – Ich.

  • Sprache ist mir Empfindungsmelodie, ganz genau sich anpassend.

  • Es gibt Brunnen, in die nie ein Sonnenstrahl, Stirnen, in die nie ein Gedanke gefallen ist, und auch Glückliche, die nie den Geist aufzugeben brauchen.

  • Schulen und Universitäten sind dafür da, daß das Hirn sich gesellschaftlich benehmen lernt, Manieren annimmt.

  • Welt: Eine Dichtung in Taten.

  • Klavier: ein klingend Veilchen.

  • Es fällt kein Meister vom Himmel, wohl aber ein Himmel vom Meister.

  • Ein neues eigenes Herz fühlen die Dinge in sich pochen, da stoßen sie sich einander an: »Du, wir haben wieder einen Dichter.«

  • Wer hat nicht wie eine Schoßkatze gepurrt vor Vergnügen an einem runden Tisch unter stiller, mildkochender Lampe. Und Liebchen sittig zur Seite. Diese Abende, dieses blendend gare Glück muss man seiner Schwiegermutter nicht vergessen.

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