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Heinrich von Treitschke

preußischer Historiker und Politiker (1834 - 1896)

18 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Heute aber ist die herrschende Vorstellung, daß jeder Mensch eine Masse von Notizen in seinem Kopf herumtragen solle, und das nennt man dann allgemeine Bildung.

  • Der Staat kann nicht blos Form sein; bloße Formen giebt es gar nicht.

  • Wäre die Geschichte eine exakte Wissenschaft, so müßten wir im Stande sein die Zukunft der Staaten zu enthüllen. Das können wir aber nicht, denn überall stößt die Geschichtswissenschaft auf das Räthsel der Persönlichkeit. Personen, Männer sind es, welche die Geschichte machen.

  • Personen, Männer sind es, welche die Geschichte machen.

  • Zwischen genialen Männern und den echt weiblichen Frauen wird immer eine ganz natürliche Verbindung bestehen. Die Stärke des echten Weibes ist die Genialität des Verstehens, daher die immer wiederkehrende Erscheinung, daß die in Art und Unart bedeutenden Männer einen so starken Zug zu den Frauen gehabt und grade im Verkehr mit ihnen ihr Bestes und Edelstes gezeigt haben.

  • Unsere Briefe aber sind infolge der Schnelligkeit des Verkehrs und des billigen Portos so furchtbar inhaltslos geworden, daß man geistreiche Briefe wie in früheren Kulturperioden gar nicht mehr findet.

  • Der höchste denkbare Grad der Gleichheit, der Kommunismus, ist, weil er die Unterdrückung aller natürlichen Neigungen voraussetzt, der höchste denkbare Grad der Knechtschaft.

  • Kein Volk hat Gott verlassen, das sich nicht selbst verließ.

  • Von allen menschlichen Begabungen liegt keine dem Weibe so fern wie der Rechtssinn. Fast alle Frauen lernen, was Recht ist, erst durch ihre Männer.

  • Unermeßlich ist die Macht des Neides gerade in freien, demokratischen Nationen. Die Vorstellung der Gleichheit wird krampfhaft festgehalten, eben weil sie nicht wahr ist, weil die Ungleichheit der Personen als solcher uns überall entgegentritt.

  • Keine Kultur ohne Dienstboten. Es versteht sich doch von selbst. Wenn nicht Menschen da wären, welche die niedrigen Arbeit verrichten, so könnte die höhere Natur nicht gedeihen.

  • Das Übermaß der Freiheit wird Sklaverei, denn wenn es keine Autorität mehr gibt, so ist der Starke unumschränkt, und der Schwache verfällt dem Rechte der Faust. Die Überspannung der Freiheit führt nicht allein zur Knechtschaft, sondern ist selbst schon Knechtschaft.

  • Der schweren deutschen Natur fehlt eine gefährliche Gabe der Franzosen, die Anmut der Sünde. Wenn der Deutsche auf solche Wege gerät, dann er plump und ungeschickt.

  • Wer irgendeinen Begriff davon hat, in welcher ungeheuern Ausdehnung der Glaube an die Dogmen der christlichen Offenbarung dem jüngeren Geschlecht geschwunden ist, der kann nur mit schwerer Sorge beobachten, wie gedankenlos, wie träge, ja wie verlegen Tausende einem Lippenglauben huldigen, der ihrem Herzen fremd geworden.

  • Unsere Natur ist so wesentlich auf das Bedürfen und Wünschen angelegt, daß jedes befriedigte wirtschaftliche Bedürfnis neue weckt in unendlicher Folge.

  • Politischen Stolz hat der Deutsche sehr wenig, aber den Kulturstolz auf die Freiheit und Universalität des deutschen Geistes pflegen auch Philister bei uns zu haben. Und das ist ein Glück; denn ein solches Gefühl ist notwendig, damit ein Volk sich erhalte und behaupte.

  • Der Staat ist sich selbst Zweck wie alles Lebendige; denn wer darf leugnen, daß der Staat ein ebenso wirkliches Leben führt wie jeder seiner Bürger?

  • Der Trieb der menschlichen Natur, das Interesse, das dem Staate zu Grunde liegt, ist überall dasselbe.

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