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Leopold von Ranke

deutscher Historiker (1795 - 1886)

21 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Historie und Politik unterscheiden sich fast so, wie theoretische und praktische Philosophie; die eine bezieht sich auf die Schule und geschäftlose Menschen, die andre mehr auf den Markt, auf Zwiespalt und öffentliche Streitigkeiten; die eine wird im Schatten, die andre mehr im Lichte des Tages geübt; für die eine genügt es, zu erhalten, die andre erhält nicht nur, sondern schafft auch Neues.

  • In der Politik dürfte man sich nicht einmal an Vorbilder halten, da die Zeiten sich unaufhörlich verändern, und Einsicht in die sich bildende Gegenwart die Summe davon ausmacht.

  • Niemals ist in unserem Europa weder eine Macht noch auch eine Lehre, am wenigsten eine politische, zu vollkommener Alleinherrschaft gediehen.

  • Jede Epoche ist unmittelbar zu Gott, und ihr Wert beruht gar nicht auf dem, was aus ihr hervorgeht, sondern in ihrer Existenz selbst.

  • Nichts ist überzeugender als Erfolg.

  • Der Historiker hat die großen Tendenzen der Jahrhunderte auseinanderzunehmen und die ganze Geschichte der Menschheit aufzurollen, welche eben der Komplex dieser verschiedenen Tendenzen ist.

  • Große Männer schaffen ihre Zeiten nicht, aber sie werden auch nicht von ihnen geschaffen.

  • Staaten sind Gedanken Gottes.

  • Historie und Politik umfassen zugleich eine Wissenschaft und eine Kunst.

  • Ein großes Volk sowie ein selbständiger Staat wird nicht allein daran erkannt, daß es seine Feinde an den Grenzen abzuwehren wisse. Die Bedingung seiner Existenz ist, daß es dem menschlichen Geiste einen neuen Ausdruck erschaffe, ihn in neuen eigenen Formen ausspreche.

  • Jedes Jahrhundert hat die Tendenz, sich als das fortgeschrittene zu betrachten und alle andern nur nach seiner Idee abzumessen.

  • Dadurch unterscheidet sich der vorausdenkende Staatsmann von dem schwatzenden Pöbel oder der Leidenschaft der Partei, daß er die Elemente der Gefahr von ferne erkennt und ihnen vorzubeugen versucht.

  • Ein reines Urteil ist nur möglich, wenn man jedweden nach dessen eigenem Standpunkt, nach dem ihm innewohnenden Bestreben würdigt.

  • Eben darum sind die Gesetze ein menschliches, nicht ein göttliches Institut, damit sie, sobald es notwendig geworden, sobald das Leben einen andern Gang genommen hat, demgemäß verändert werden können.

  • Zwischen Gelingen und Mißlingen, in Streit, Anstrengung und Sieg bildet sich der Charakter.

  • Die Idee des Staates würde vernichtet werden, wenn er die Welt umfassen wollte: Staaten sind viele. Die Staaten sind geistige Wesenheiten, notwendig und in der Idee voneinander verschieden.

  • Wahrheit ist nie trostlos.

  • Nicht von umsichtigen Erwägungen werden die Völker geleitet. Sie werden von großen Gefühlen bestimmt.

  • Nichts mehr bedarf eine Nation als einen Überfluß an edlen Männern, die sich dem Allgemeinen widmen.

  • Siege werden bald erfochten; ihre Erfolge befestigen, das ist schwer.

  • Jede Gewalt, die sich erheben will, muss sich auf ein großes Verdienst gründen. Erst wirkliche Verdienste gewähren Autorität.

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