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Gedicht Zitate

42 Zitate, Sprüche & Aphorismen über Gedicht

  • Im Hexameter steigt des Springquells flüssige Säule, / im Pentameter drauf fällt sie melodisch herab.

  • Nur gelesen lebt ein Gedicht. Gedichte lesen heißt, mit dem Text ins Gespräch kommen, heißt, jeden Vers jedesmal neu für sich zu Ende schreiben. So lesend, vermehrt auch der Leser sich selbst, wiederholt sich ein Vorgang, ähnlich dem, den der Autor erlebt.

  • Ich hatte meine Balladen alle schon seit vielen Jahren im Kopf. Sie beschäftigten meinen Geist als anmutige Bilder, als schöne Träume, die kamen und gingen und womit die Phantasie mich spielend beglückte. Ich entschloß mich ungern dazu, diesen mir seit so lange befreundeten glänzenden Erscheinungen ein Lebewohl zu sagen, indem ich ihnen durch das ungenügende dürftige Wort einen Körper verlieh. Als sie auf dem Papiere standen, betrachtete ich sie mit einem Gemisch von Wehmut; es war...

  • Ein reiner Reim wird wohl begehrt; / doch den Gedanken rein zu haben, / die edelste von allen Gaben, / das ist mir alle Reime wert.

  • Ein gesunder Mensch wird immer rot, wenn er ein Gedicht gemacht hat.

  • Um Prosa zu schreiben, muß man etwas zu sagen haben. Wer aber nichts zu sagen hat, der kann doch Verse und Reime machen, wo denn ein Wort das andere gibt und zuletzt etwas herauskommt, das zwar nichts ist, aber doch aussieht, als wäre es was.

  • Warum die Rose besingen, Aristokrat! Besing die demokratische Kartoffel, die das Volk nährt!

  • Daß aber die wahre Kraft und Wirkung eines Gedichts in der Situation, in den Motiven besteht, daran denkt niemand. Und aus diesem Grunde werden denn auch Tausende von Gedichten gemacht, wo das Motiv durchaus null ist und die bloß durch Empfindungen und klingende Verse eine Art von Existenz vorspiegeln.

  • Die Krise der Lyrik hängt auch damit zusammen, daß man sie nicht verfilmen kann.

  • Am schwersten zu bergen ist ein Gedicht; / man stellt es untern Scheffel nicht. / Hat es der Dichter frisch gesungen, / so ist er ganz davon durchdrungen; / hat er es zierlich nett geschrieben, / will er, die ganze Welt soll's lieben. / Er liest es jedem froh und laut, / ob es uns quält, ob es erbaut.

  • Der Takt kommt aus der poetischen Stimmung, wie unbewußt. Wollte man darüber denken, wenn man ein Gedicht macht, man würde verrückt.

  • Kennst du die Hölle des Dante nicht, / die schrecklichen Terzetten? / Wen da der Dichter hineingesperrt, / den kann kein Gott mehr retten.

  • Das Wortspiel ist in gewissem Sinn dem Reim entgegengesetzt. Beim Reim beruht der Reiz darauf, daß verschiedene Gedanken durch gleiche Klänge ausgedrückt werden, beim Wortspiel darauf, daß gleiche Klänge verschiedene Gedanken ausdrücken.

  • Die Konsonanten als Knochengerüst der Sprache, als die geistige Struktur, die Vokale als das Gefühl, die Emotion der Sprache. Wie sich das durchdringt und verschlingt, das erfährt man aufs wunderbarste, wenn man Gedichte rezitiert.

  • Ein politisches Gedicht ist überhaupt im glücklichsten Falle immer nur als Organ einer einzelnen Nation und in den meisten Fällen nur als Organ einer gewissen Partei zu betrachten. Aber von dieser Nation und dieser Partei wird es auch, wenn es gut ist, mit Enthusiasmus ergriffen werden.

  • Stanze, dich schuf die Liebe, die zärtlich schmachtende: Dreimal / fliehest du schamhaft und kehrst dreimal verlangend zurück.

  • Lieder der Liebenden, sagte die schöne Frau, mag ich weder vorgelesen, noch vorgesungen. Glückliche Liebende beneidet man, eh' man sich's versieht, und die Unglücklichen machen uns immer Langeweile.

  • "Finden Sie selber sie gut?" So frug ich in Hamburg den Jüngling, / der mir den schwellenden Band seiner Gedichte gebracht. / "Freilich!" versetzt' er mit Ruhe; / "denn fänd' ich sie anders, so hätt ich / sie ja besser gemacht!" Ist es nicht einzig, dies Wort?

  • Gedichte und Verstehen haben nichts miteinander zu tun.

  • Alles an diesem Gedicht ist vollkommen, Sprache, Gedanke, / Rhythmus; das einzige nur fehlt noch, es ist kein Gedicht.

  • Gedichte sind gemalte Fensterscheiben! / Sieht man vom Markt in die Kirche hinein, / da ist alles dunkel und düster; / und so siehts auch der Herr Philister. / Der mag denn wohl verdrießlich sein / und lebenslang verdrießlich bleiben. / Kommt aber nur einmal herein! / Begrüßt die heilige Kapelle; / da ists auf einmal farbig helle.

  • Zwischen Blumen und Wald hinrieselt ein Brunnen, das Volkslied. / Dort ins verjüngende Bad taucht sich die Muse bei Nacht.

  • Könnten wir in die geheime Werkstätte der Poeten sehen, so würden wir zehnmal öfter finden, daß der Gedanke zum Reim, als daß der Reim zum Gedanken gesucht wird: Und selbst in letzterem Falle geht es nicht leicht ohne Nachgiebigkeit von seiten des Gedankens ab.

  • Schwindelnd trägt er dich fort auf rastlos strömenden Wogen, / hinter dir siehst du, du siehst vor dir nur Himmel und Meer.

  • Das Zeichen, woran man am unmittelbarsten den echten Dichter sowohl höherer als niederer Gattung erkennt, ist die Ungezwungenheit seiner Reime. Sie haben sich wie durch göttliche Schickung von selbst eingefunden. Seine Gedanken kommen ihm schon in Reimen. Der heimliche Prosaiker hingegeben sucht zum Gedanken den Reim, der Pfuscher zum Reim den Gedanken.

  • Man kann ein anständiger Mensch sein und doch schlechte Verse machen.

  • Die Welt ist so groß und so reich und das Leben so mannigfaltig, daß es an Anlässen zu Gedichten nie fehlen wird. Aber es müssen alles Gelegenheitsgedichte sein, das heißt, die Wirklichkeit muß die Veranlassung und den Stoff dazu hergeben.

  • "Unbedeutend sind doch manche von euren Gedichtchen!" / Freilich, zu jeglicher Schrift braucht man auch Komma und Punkt.

  • In das Gewölk hinauf sendet mich nicht mit Jupiters Blitzen, / aber ich trag euch dafür ehrlich zur Mühle den Sack.

  • Ich nenne Lyrismus den Zustand eines Menschen, der es hinnimmt, von Gott überwunden zu werden.

  • In der Poesie lassen sich gewisse Dinge nicht zwingen, und man muß von guten Stunden erwarten, was durch geistigen Willen nicht zu erreichen ist.

  • Willst du dich als Dichter beweisen, / so mußt du nicht Helden noch Hirten preisen. / Hier ist Rhodus! Tanze, du Wicht, / und der Gelegenheit schaff ein Gedicht!

  • Bei vielen Menschen ist das Versemachen eine Entwicklungskrankheit des Geistes.

  • In manchem Gedicht erhält man stellenweise statt der Darstellung nur eine Überschrift, welche anzeigt, daß hier eigentlich dies oder das dargestellt sein sollte, daß der Künstler aber Verhinderung gehabt habe und ergebenst um gewogene Entschuldigung bittet.

  • All deine poetischen Siebensachen, / ich schätze sie nicht ein Pfifferlein. / Nicht sollen die Frauen Gedichte machen, / sie sollen versuchen, Gedichte zu sein.

  • Jambe nennt man das Tier mit einem kurzen und langen / Fuß, und so nennst du mit Recht Jamben das hinkende Werk.

  • Ein Ton scheint sich dem andern zu bequemen, / und hat ein Wort zum Ohre sich gesellt, / ein andres kommt, dem ersten liebzukosen.

  • Es gibt Verse in unserer neuen deutschen Literatur, die selbst dann noch nicht entschuldigt wären, wenn es in den zehn Geboten hieße: Du sollst Verse machen!

  • Gedichte geben keine Antworten, sie rufen weitere und neue Fragen hervor. Solch ein Fragen ad ifinitum ist ein ewiger Beweggrund der Poesie.

  • Man kann in Versen nicht galant sein, ohne verliebt zu scheinen.

  • Die Reime sind barbarischer Abkunft.

  • Die alten Gedichte hatten gar keine Titel. Es ist dies ein Gebrauch der Neuern, von denen auch die Gedichte der Alten erst in einer späteren Zeit Titel erhalten haben.

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