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Frank Wedekind

deutscher Schriftsteller (1864 - 1918)

33 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Glück ist, seinen Anlagen gemäß verbraucht zu werden.

  • Man soll die Männer so nehmen, wie sie sind, und die Frauen, wie sie sein möchten.

  • Dieses ewige Beinahe, das ist das Verhängnis, das Charakteristische meiner Natur. Ich war beinah verheiratet, wäre beinahe Schauspieler geworden, bin beinahe ein geschätzter Schriftsteller und verdiene beinahe eine Unmenge Geld. Mit diesem Beinahe hat man aber nicht viel Glück, am wenigsten bei Frauen, die in ihrem berechtigten Realismus wenig Empfänglichkeit für das Beinahe haben.

  • Nehmen ist seliger als Geben, wenigstens solange noch Aussicht ist, dass die Gabe nicht verweigert wird.

  • Übung ist doch schließlich die Hauptsache, wenigstens wenn man wirklich etwas zu geben hat.

  • Was Gott dem Menschen, ist der Mensch dem Hunde.

  • Es kreisen die Dohlen, es kriecht das Gewürm, / Die Menschen hassen und lieben; / Ich bin wie ein alter Regenschirm / In Gedanken stehengeblieben.

  • Verlier dich von dem Lebenspfad / Nie seitwärts ins Geheg, / Geh immer artig kerzengrad’ / Den goldenen Mittelweg.

  • Was braucht mich Deutschlands Größe denn zu kümmern! / Ist Deutschlands nicht längst schon groß genug? / Was schafft die Größe mir als größ're Steuern!

  • Ich liebe die Liebe, die ernste Kunst, / Urewige Wissenschaft ist, / Die Liebe, die heilige Himmelsgunst, / Die irdische Riesenkraft ist.

  • Der Tod kommt bald und sicher, / Hält stets sich in der Näh'. / Er ist ein fürchterlicher / Tröster im Erdenweh.

  • Greife wacker nach der Sünde; / Aus der Sünde wächst Genuß. / Ach, du gleichest einem Kinde, / Dem man alles zeigen muß.

  • Laß uns mit dem Feuer spielen, / Mit dem tollen Liebesfeuer; / Laß uns in den Tiefen wühlen, / Drin die grausen Ungeheuer.

  • Meine Seele hat gesehen, / Meine Augen wurden blind!

  • Vergangenheit wird uns ein düstrer Traum, / Am Horizont ein schwarzer Wolkensaum;

  • Ja, wir Menschen stolpern blind / Durch des Lebens Enge.

  • Mit dem Alter steigt man nicht im Werte.

  • Jeder Mensch hat wohl etwas Absonderliches, das ihn vorwärts treibt, und wird eventuell durch das Verlangen, diese Absonderlichkeit zu begreifen, vorwärts getrieben.

  • Humor ist ein Luxusgefühl.

  • Sünde ist eine mythologische Bezeichnung für schlechte Geschäfte.

  • Die Poesie des Pessimismus ist die Lebensfreude.

  • Im Streit zwischen Mann und Frau erscheint der Mann immer roh, die Frau immer gemein.

  • Immerhin finde ich es weniger unsittlich, von zwei Männern ein uneheliches Kind zu haben, als von einem zwei.

  • Hast du mich denn zur Welt gebracht, Mutter, damit ich mich als alte Jungfer zur Schöpfung hinausschleiche? Ich wollte mich nicht mit einem ungebildeten Menschen einlassen. Was soll man tun, wenn einem die Ehe von den eigenen Eltern als die scheußlichste Menschenquälerei vorgeführt wurde!

  • Ein gesunder Mensch wird immer rot, wenn er ein Gedicht gemacht hat.

  • Ein früherer Klassenkamerad schreibt mir aus Afrika, wenn man sich in Afrika unglücklich fühle, dann fühle man sich noch zehnmal glücklicher, als wenn man sich in München glücklich fühle.

  • Das glänzendste Geschäft auf dieser Welt ist die Moral.

  • Unter Moral verstehe ich das reelle Produkt zweier imaginärer Größen. Die imaginären Größen sind Sollen und Wollen. Das Produkt heißt Moral und läßt sich in seiner Realität nicht leugnen.

  • Das ist das Eigentümliche an Tagebuchblättern, wenn sie echt sind, dass sie keine Ereignisse enthalten. Sobald die Ereignisse ins Leben eingreifen, verlieren sich Freude, Interesse und Zeit für das Tagebuch, und der Mensch findet die spontane Naivität des Kindes oder des Tieres in seiner Wildnis wieder.

  • Sie hat auch schon ein Gedicht an mich gemacht, das von Liebe handelt. Sie beherrscht offenbar die Sprache nicht genug, um das Wort zu vermeiden.

  • Berlin ist eben keine Stadt, sondern ein trauriger Notbehelf, Berlin ist ein Conglomerat von Kalamitäten.

  • Das Leben hat es nicht gern und ist einem nicht gnädig und günstig, wenn man es zu ernst nimmt.

  • Trauert nicht, ihr Völkerscharen, / Ob der schweren Zeit der Not. / Packt das Leben bei den Haaren, / Morgen ist schon mancher tot.

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