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Georg Christoph Lichtenberg

deutscher Physiker und Schriftsteller (1742 - 1799)

373 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Mehr als das Gold hat das Blei die Welt verändert. Und mehr als das Blei in der Flinte das im Setzkasten.

  • Wer in sich selbst verliebt ist, hat wenigstens bei seiner Liebe den Vorteil, daß er nicht viele Nebenbuhler erhalten wird.

  • "Hüte dich vor den Gezeichneten" ist ein Schimpfwort, dem die Gezeichneten von einer gewissen Klasse der Nicht-Gezeichneten in der Welt seit jeher ausgesetzt gewesen sind. Mit größerem Recht könnten also die Gezeichneten sagen: "Hüte dich vor den Nicht-Gezeichneten! "

  • Man muß nie den Menschen nach dem beurteilen, was er geschrieben hat, sondern nach dem, was er in Gesellschaft von Männern, die ihm gewachsen sind, spricht.

  • Bei jedem Streit ziehe die Versöhnung selbst dem leichtesten Siege vor!

  • Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen, und es klingt hohl, ist denn das allemal im Buch?

  • "Wie geht's?" sagte ein Blinder zu einem Lahmen. "Wie Sie sehen", antwortete der Lahme.

  • Auf die Blüte folgt die unreife Frucht; die Blüte ist in sich eine Vollkommenheit. Ebenso ist es mit dem Menschen. Der Jüngling wird für vollkommener gehalten als der Mann von 30, 40 Jahren. Dann kommt erst wieder ein vollendeter Zustand, die Reife.

  • Wenn unsern Pädagogen ihre Absicht gelingt, ich meine, wenn sie es dahin bringen können, daß sich die Kinder ganz unter ihrem Einfluß bilden, so werden wir keinen einzigen recht großen Mann mehr bekommen.

  • Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen.

  • Zweifle an allem wenigstens einmal und wäre es auch der Satz "Zweimal zwei ist vier!"

  • Die gefährlichsten Unwahrheiten sind die Wahrheiten, mäßig entstellt.

  • Cato schloß seine Rede mit dem Refrain "Delendam esse Carthaginem" und ich alle Reden und Briefe mit "Uxorem esse ducendam."

  • Der gerade Weg ist der kürzeste, aber es dauert meist am längsten, bis man auf ihm zum Ziele gelangt.

  • Eine Ehe ohne die Würze kleiner Mißhelligkeiten wäre fast so etwas wie ein Gedicht ohne "r".

  • Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser wird wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.

  • Wir irren allesamt, nur jeder irret anders.

  • Die Ausdrücke "Herz verschenken ", "Gunst verschenken" sind poetische Blümchen. Kein Mädchen schenkt ihr Herz weg; sie verkauft es entweder für Geld oder Ehre oder vertauscht es gegen ein anderes, wobei sie Vorteil hat oder doch zu haben glaubt.

  • Krankheiten der Seele können den Tod nach sich ziehen, und das kann Selbstmord werden.

  • Wer nichts als Chemie versteht, versteht auch die nicht recht.

  • "Wie geht es?" fragte ein Blinder einen Lahmen. "Wie Sie sehen," war die Antwort.

  • Das Hutabnehmen ist eine Abkürzung unsres Körpers, ein Kleinermachen.

  • Die Leute, die niemals Zeit haben, tun am wenigsten.

  • Man liebt weder Vater, noch Mutter, noch Frau, noch Kind, sondern die angenehmen Empfindungen, die sie uns machen.

  • Es gibt eine Art, das Leben zu verlängern, die ganz in unserer Macht steht: Früh aufstehen, zweckmäßiger Gebrauch der Zeit, Wählung der besten Mittel zum Endzweck und, wenn sie gewählt sind, muntere Ausführung.

  • Das Buch hatte die Wirkung, die gemeiniglich gute Bücher haben: Es machte die Einfältigen einfältiger, die Klugen klüger, und die übrigen Tausende blieben ungeändert.

  • Ein etwas vorschnippischer Philosoph, ich glaube, Hamlet, Prinz von Dänemark, hat gesagt, es gäbe eine Menge Dinge im Himmel und auf der Erde, wovon nichts in unsern Kompendien stände. Hat der einfältige Mensch, der bekanntlich nicht recht bei Troste war, damit auf die Kompendien der Physik gestichelt, so kann man ihm getrost antworten: Gut, dafür stehen auch wieder eine Menge von Dingen in unseren Kompendien, wovon weder im Himmel noch auf der Erde etwas vorkommt.

  • Das Gefühl von Gesundheit erwirbt man sich nur durch Krankheit.

  • Das Aufschieben wichtiger Geschäfte ist eine der gefährlichsten Krankheiten der Seele.

  • Sagt, ist noch ein Land außer Deutschland, wo man die Nase eher rümpfen lernt als putzen?

  • Nichts kann mehr zur Seelenruhe beitragen, als wenn man gar keine Meinung hat.

  • Ehe man tadelt, sollte man immer erst versuchen, ob man nicht entschuldigen kann.

  • Wir leben in einer Welt, worin ein Narr viele Narren, aber ein weiser Mann nur wenige Weise macht.

  • Es ist gewiß besser, eine Sache gar nicht studiert zu haben, als oberflächlich. Denn der bloße gesunde Menschenverstand, wenn er eine Sache beurteilen will, schießt nicht so sehr fehl als die halbe Gelehrsamkeit.

  • Alles auf einmal wollen heißt alles auf einmal zerstören.

  • Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde. Das heißt vermutlich: Der Mensch schuf Gott nach dem seinigen.

  • Die Gesundheit sieht es lieber, wenn der Körper tanzt, als wenn er schreibt.

  • Wer sich selbst recht kennt, kann sehr bald alle anderen Menschen kennenlernen. Es ist alles Zurückstrahlung.

  • Man mag so alt, so gelehrt, so weise und geschmackvoll sein, als man will - eine Reise nach Italien gibt immer noch dem Geist ein neues Gepräge.

  • Wir fressen einander nicht, wir schlachten uns nur.

  • Wenn du die Geschichte eines großen Verbrechers liest, so danke immer, ehe du ihn verdammst, dem gütigen Himmel, der dich mit deinem ehrlichen Gesicht nicht an den Anfang einer solche Reihe von Umständen gestellt hat.

  • Weil er seine eigenen Pflichten immer vernachlässigte, so behielt er Zeit übrig, zu sehen, wer von seinen Mitbürgern seine Pflichten vernachlässigte, um es der Obrigkeit anzuzeigen.

  • Das alte Faß ist ausgetrunken, der Himmel steckt ein neues an. Wie mancher ist vom Stuhl gesunden, der nun nicht mit uns trinken kann. Doch ihr, die ihr wie wir beim alten mit so viel Ehren ausgehalten, geschwind die alten Gläser leer und setzt euch zu den neuen her!

  • Die meisten Menschen leben mehr nach der Mode als nach der Vernunft.

  • Ordnung führt zu allen Tugenden. Was aber führt zur Ordnung?

  • Ist es nicht seltsam, daß die Menschen so gern für ihre Religion fechten und so ungern nach ihren Vorschriften leben?

  • In jedes Menschen Charakter sitzt etwas, das sich nicht brechen läßt: Das Knochengebäude des Charakters.

  • Die unterhaltendste Fläche auf der Erde für uns ist die des menschlichen Gesichts.

  • Kluge Leute glauben zu machen, man sei, was man nicht ist, ist in den meisten Fällen schwerer, als wirklich zu werden, was man scheinen will.

  • Die Erschütterung der Luft wird erst Schall, wo ein Ohr ist.

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