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Christian Friedrich Hebbel

deutscher Schriftsteller (1813 - 1863)

276 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Aber es glänzt auch nicht alles, was Gold ist.

  • Man altert nur von 25 bis 30. Was sich bis dahin erhält, wird sich wohl auf immer erhalten.

  • "Ich bin nicht schön". So sprach das Mädchen leise / und überwandt im Stillen ihre Qual. / Und als sie nun in ihrer Schwester Kreise / zurücktrat, war sie es zum erstenmal.

  • Es ist möglich, daß der Deutsche noch einmal von der Weltbühne verschwindet; denn er hat alle Eigenschaften, sich den Himmel zu erwerben, aber keine einzige, sich auf Erden zu behaupten, und alle Nationen hassen ihn wie die Bösen den Guten. Wenn es ihnen aber wirklich einmal gelingt, ihn zu verdrängen, wird ein Zustand entstehen, in dem sie ihn wieder mit den Nägeln aus dem Grabe kratzen möchten.

  • Sehr oft ist das Wiedersehen erst die rechte Trennung.

  • Tausend Libellen umgaukeln den Menschen und schillern und locken, / aber die schönste ist grau, wenn er sie endlich erhascht.

  • Alles Sprechen und Schreiben heißt Würfeln um den Gedanken. Wie oft fällt nur ein Auge, wenn alle sechs fallen sollten.

  • Kinder sind Rätsel von Gott und schwerer als alle zu lösen, / aber der Liebe gelingt's, wenn sie sich selber bezwingt.

  • Den Augenblick immer als den höchsten Brennpunkt der Existenz, auf den die ganze Vergangenheit nur vorbereitete, ansehen und genießen, das würde Leben heißen!

  • Mit jedem Menschen verschwindet, er sei auch, wer er sei, ein Geheimnis aus der Welt, das vermöge seiner besonderen Konstruktion nur er entdecken konnte, das nach ihm niemand wieder entdecken wird.

  • Alles Leben ist Kampf des Individuellen mit dem Universum.

  • Das Leben mit seinen verschiedenen Epochen ist eine Schatzkammer. Wir werden reich in jedem Gewölbe beschenkt; wie reich, das erkennen wir erst beim Eintritt in das nächste Gewölbe.

  • Die Zeiten ändern sich. Und noch viel mehr die Menschen.

  • Das Publikum beklatscht ein Feuerwerk, aber keinen Sonnenaufgang.

  • Spielende Kinder sind lebendig gewordene Freuden.

  • Bildung ist ein durchaus relativer Begriff. Gebildet ist jeder, der das hat, was er für seinen Lebenskreis braucht. Was darüber ist, das ist vom Übel.

  • Wenn man montags grüne Blätter zu sich nimmt, dienstags Essig und mittwochs Öl: Kann man dann donnerstags sagen, man habe Salat gegessen?

  • Es gibt Dinge, die man bereut, ehe man sie tut. Und man tut sie doch.

  • Der Tod eines heißgeliebten Menschen ist die eigentliche Weihe für eine höhere Welt. Man muß auf Erden etwas verlieren, damit man in jenen Sphären etwas zu suchen habe.

  • Schüttle alles ab, was dich in deiner Entwicklung hemmt, und wenn's auch ein Mensch wäre, der dich liebt!

  • Der Hund ist der sechste Sinn des Menschen.

  • Der Blinde sitzt im stillen Tal / und atmet Frühlingsluft, / ihm bringt ein Hauch mit einem Mal / des ersten Veilchens Duft. / Um es zu pflücken, steht er auf, / sucht, bis die Nacht sich naht, / und ahnt nicht, daß in irrem Lauf / sein Fuß es längst zertrat.

  • Schäm dich! Es ist die billigste Art, sich zu schminken.

  • Du siehst die leuchtende Sternschnuppe nur dann, wenn sie vergeht!

  • Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.

  • Ist der Tod nur ein Schlaf, wie kann Dich das Sterben erschrecken? / Hast Du es je noch gespürt, wenn Du des Abends entschliefst?

  • Der Arme, der sich ganz von unten heraufarbeiten muß, wird, wenn wirklich etwas Bedeutendes in ihm liegt, wohl immer undankbar gescholten werden. Denn er hat eine Legion von Wohltätern und begegnet bei jedem Schritt einem, der von ihm verlangt, daß er sich bücken soll.

  • Halte das Glück wie den Vogel: So leise und lose wie möglich! / Dünkt er sich selber nur frei, bleibt er Dir gern in der Hand.

  • Du verleugnest dich selbst? Warum denn? "Ich will mich behaupten, / und man duldet mich nicht, zeig' ich mein wahres Gesicht!" / Aber behauptest du dich, indem du dich heuchelnd vernichtest? / Lebst du noch selber? Es spukt dann ja ein Schatten für dich!

  • Freundschaft und Liebe erzeugen das Glück des menschlichen Lebens / wie zwei Lippen den Kuß, welcher die Seele entzückt.

  • Monologe sind Atemzüge der Seele.

  • Allegorie entsteht, wenn der Verstand sich vorlügt, er habe Phantasie.

  • Es gibt keine reine Wahrheit, aber ebensowenig einen reinen Irrtum.

  • Originalität muß man haben, nicht danach streben.

  • Wer die Menschen kennen lernen will, der studiere ihre Entschuldigungsgründe.

  • Der Zufall ist ein Rätsel, welches das Schicksal dem Menschen aufgibt.

  • Klage nicht zu sehr über einen kleinen Schmerz! Das Schicksal könnte ihn durch einen größeren heilen.

  • Wären die Träume vielleicht nur unvollkommne Gedichte? / Ist ein gutes Gedicht ein vollkommener Traum? / In die wirkliche Welt sind viele mögliche andre / eingeschachtelt, der Schlaf läßt sie wieder heraus, / sei es der tiefe der Nacht, der alle Menschen bewältigt, / sei es der helle des Tags, der nur den Dichter befällt.

  • Schönheit ist Tiefe der Fläche.

  • Ein Arzt hat eine Aufgabe, als ob ein Mensch in einem dunklen Zimmer in einem Buche lesen sollte.

  • Der Name ist heutzutage das einzige, welches die Menschen am Teufel nicht mögen.

  • Der Traum ist der beste Beweis dafür, daß wir nicht so fest in unsere Haut eingeschlossen sind, wie es scheint.

  • Diejenigen Berge, über die man im Leben am schwersten hinwegkommt, häufen sich immer aus Sandkörnchen auf.

  • Man baut niemals Kapellen ohne Grund.

  • Selbst im Fall einer Revolution würden die Deutschen sich nur Steuerfreiheit, nie Gedankenfreiheit zu erkämpfen suchen.

  • Menschen, die wenig Verstand haben, werden leicht viel Phantasie zu besitzen scheinen. Das kommt aber nicht daher, daß dies Vermögen bei ihnen wirklich in einem höheren als dem gewöhnlichen Grade vorhanden ist; es kommt nur daher, weil die Dinge auf sie verworrene Eindrücke machen, und eben, weil der Verstand, der alles auf seine ursprünglichen Erscheinungsgründe zurückzuführen sucht, bei ihnen nicht tätig ist, zu allerlei wunderlichen Kombinationen Gelegenheit geben.

  • Lieben heißt: In dem anderen sich selbst erobern.

  • Die Menschheit verurteilt den einzelnen zur Todesstrafe und begeht dadurch gegen ihn ein größeres Verbrechen, als er gegen sie begangen hat, indem sie ihm die Besserung unmöglich macht.

  • Weißt du, was das heißt, zu lieben und verschmäht zu werden? Das ist nicht wie sonst ein Leid. Nimmt man mir sonst etwas, so lern' ich morgen, daß ich's entbehren kann. Schlägt man mir eine Wunde, so hab' ich Gelegenheit, mich im Heilen zu versuchen. Aber, behandelt man meine Liebe wie eine Torheit, so macht man das Heiligste in meiner Brust zur Lüge. Denn wenn das Gefühl, das mich zu dir hinzieht, mich betrügt, welche Bürgschaft hab' ich, daß das, was mich vor Gott darnieder wirft,...

  • Das Wortspiel ist in gewissem Sinn dem Reim entgegengesetzt. Beim Reim beruht der Reiz darauf, daß verschiedene Gedanken durch gleiche Klänge ausgedrückt werden, beim Wortspiel darauf, daß gleiche Klänge verschiedene Gedanken ausdrücken.

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