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André Gide

französischer Schriftsteller (1869 - 1951)

30 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • "Haben Sie darauf geachtet, daß alles Bemühen der modernen Musik dahin geht, uns gewisse Akkorde, die bisher als disharmonisch galten, nunmehr als erträglich, ja sogar als angenehm erscheinen zu lassen?" "Ganz recht," antwortete ich, "alles muß sich schließlich fügen und bequemen zur Harmonie." "Zur Harmonie?" wiederholte er achselzuckend. "Ich sehe darin nur Anpassung an das Böse, an die Sünde! Abgestumpft ist heutzutage jede Feinfühligkeit; getrübt die Reinheit, zermürbt die...

  • Es sind gerade die Inkonsequenzen eines Lebens, welche die größten Konsequenzen haben.

  • Ich glaube, es gibt gewisse Tore, die nur die Krankheit öffnen kann. Es gibt jedenfalls einen Gesundheitszustand, der es uns nicht erlaubt, alles zu verstehen. Vielleicht verschließt uns die Krankheit einige Wahrheiten, ebenso aber verschließt uns die Gesundheit andere oder führt uns davon weg, so daß wir uns nicht mehr darum kümmern. Ich habe unter denen, die sich einer unerschütterlichen Gesundheit erfreuen, noch keinen getroffen, der nicht nach irgendeiner Seite hin ein bißchen...

  • Das ist das Eigentümliche an der Liebe, daß sie sich niemals gleich bleiben kann; sie muß unaufhörlich wachsen, wenn sie nicht abnehmen soll.

  • Aber selbst auf ideologischem Gebiet beweisen uns die Ereignisse, daß die große russische Einigung sich ganz und gar nicht um die sozialistische Idee herum vollzog und weiter vollziehen kann, sondern nur um eine Restauration der Idee des Vaterlandes.

  • Es ist ein Gesetz im Leben: Wenn sich eine Tür vor uns schließt, öffnet sich eine andere. Die Tragik ist jedoch, daß man nach der geschlossenen Tür blickt und die geöffnete nicht beachtet.

  • Unwillkürlich, unbewußt bilden zwei Wesen, die sich lieben, sich jedes nach den Ansprüchen des anderen. Ein jedes ist bemüht, dem Idol zu gleichen, das es im Herzen des anderen erspäht.

  • Das strahlende Licht ihres Glaubens macht diese Frommen blind für die Umwelt und für sich selbst. Mir hingegen ist nichts wichtiger, als klar zu erkennen, was ist, und ich stehe entsetzt vor der Undurchdringlichkeit der Lüge, in der ein Frommer sich wohlfühlen kann.

  • Als ich noch jünger war, faßte ich Entschlüsse, die ich für tugendhaft hielt. Es lag mir weniger daran, der zu sein, der ich war, als vielmehr der zu werden, der ich zu sein beabsichtigte. Heute bin ich beinahe so weit, in der Entschlußlosigkeit das Geheimnis des Nicht-Altwerdens zu erkennen.

  • In einem Staate die Opposition zu unterdrücken oder auch nur sie zu hindern, sich zu äußern und zu zeigen, ist eine außerordentlich schwerwiegende Sache, nämlich die Ermunterung zum Terrorismus.

  • Leute, die darauf stolz sind, daß sie hart arbeiten, mag ich nicht. Wenn ihre Arbeit sie so hart ankommt, sollten sie sich eine andere suchen. Die Freude an unserer Arbeit ist das Zeichen, daß sie zu uns paßt.

  • Ideen, ich gestehe es, interessieren mich mehr als Menschen, interessieren mich über alles. Ideen leben, kämpfen und sterben ganz wie die Menschen. Freilich kann man sagen, daß wir sie nur durch die Menschen kennenlernen, gleicherweise wie man das Wehen des Windes an der Bewegung des Schilfrohres erkennt, das er niederbeugt. Aber der Wind ist von größerer Bedeutung als das Schilf.

  • Es ist mir klargeworden, daß das, was wir unseren Willen nennen, die Drähte sind, die uns Marionetten bewegen und an denen Gott zieht.

  • In den meisten Fällen wird " Konsequenz" des Wesens nur durch eitle Verkrampfung erzielt und auf Kosten jeglicher Natürlichkeit. Je reicher, je quellender an Möglichkeiten die Natur eines Menschen ist, um so wandlungsfähiger bleibt sie auch.

  • Vertrauen Sie denen, die nach der Wahrheit suchen, und misstrauen sie denen, die sie gefunden haben.

  • An den Pessimismus gewöhnt man sich zuletzt wie an ein zu enges Sakko, das sich nicht mehr ändern läßt.

  • Nicht wissen, wen man zum Vater hat, ist ein Mittel gegen die Furcht, ihm ähnlich zu sein.

  • Wenn heutzutage die Männer ernster sind als die Frauen, so deshalb, weil ihre Kleidung nicht mehr so farbenprächtig ist wie in vergangen Zeiten.

  • Das beste Mittel, sich selber kennenzulernen, ist der Versuch, andere zu verstehen.

  • Ich nenne Lyrismus den Zustand eines Menschen, der es hinnimmt, von Gott überwunden zu werden.

  • Ich nenne "Journalismus" alles, was morgen weniger interessant ist als heute.

  • Er suchte gern einen Halt für seine Bescheidenheit in der Achtung der anderen. Fehlte es einmal an dieser Achtung, so war es auch mit der Bescheidenheit schnell vorbei.

  • Als wenn die Resignation nicht ein integrierender Bestandteil wäre dessen, was man bei den Frauen ,Anständigkeit' nennt!

  • Die Furcht, daß wir uns lächerlich machen könnten, verursacht unsere größten Feigheiten.

  • Das Alter hat auch gesundheitliche Vorteile: Zum Beispiel verschüttet man ziemlich viel von dem Alkohol, den man trinken möchte.

  • Nur der vollkommene Künstler bleibt vor dem Alter bewahrt.

  • Man entdeckt keine neuen Erdteile, ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren.

  • In der Entschlusslosigkeit liegt das Geheimnis des Nicht-Alterns.

  • Ich glaube, nichts lehrt einen besser Bescheidenheit, als wenn man einen wertvollen Menschen liebt.

  • Der Mensch kann nicht zu neuen Ufern aufbrechen, wenn er nicht den Mut aufbringt, die alten zu verlassen.

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