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Saadi

persischer Dichter (um 1210 - 1292)

26 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Ein guter Ruf, der fünfzig Jahre währt, / Wird oft durch eine schlechte Tat entehrt.

  • Ein Wissender, der keinen frommen Sinn hegt, ist ein Blinder, der eine Fackel trägt: »er führt und ist selbst nicht geführt.

  • Decke die verborgenen Fehler der Leute nicht auf, denn du raubst ihnen die Ehre und dir das Vertrauen.

  • Handle an mir, wie es deiner würdig ist, nicht wie es meiner würdig ist.

  • Was immer in Hast erstellt, ist vergebene Müh.

  • Lieber ein dankbarer Hund als ein undankbarer Mensch.

  • Ein Weiser soll die Dummheit eines gemeinen Menschen nicht mit Nachsicht hingehen lassen, denn es bringt auf beiden Seiten Schaden; das Ansehn jenes wird verringert, und die Torheit dieses wird verstärkt.

  • Der Gebildete wird, wohin er auch kommt, geschätzt und auf den Ehrenplatz gesetzt, der Ungebildete aber wird, wohin er kommt, nur Bettelgaben aufheben und Not erleben.

  • Ein Guter ließ sich einst von einem Bösen schmähn. / Er trug es still und sprach: "Mög' es dir glücklich gehn! / Viel schlimmer bin ich noch, als du es ausgesprochen; / denn besser ja als du weiß ich, was ich verbrochen."

  • Der Hund vergißt den einzigen Bissen nicht, / und wirfst du ihm auch hundert Steine nach. / Im Menschen, den du jahrelang gepflegt, / wird durch ein Nichts Verrat und Feindschaft wach.

  • Oft nennt die Welt im eitlen Trug / den Weisen dumm, den Narren klug.

  • Die Dame, schön von Wuchs und edlem Antlitz, / braucht Ringe nicht und Schminke schwarz und rot.

  • Nicht ist's schwacher Spinnen Sache jagend Beute zu erlangen; / sie zu nähren, müssen Fliegen / sich in ihren Netzen fangen.

  • Die Menschenkinder sind ja alle Brüder / Aus einem Stoff wie eines Leibes Glieder / Hat Krankheit nur einzig Glied erfasst / So bleibt anderen weder Ruh und Rast / Wenn anderer Schmerz dich nicht im Herzen brennt / Verdienst du nicht, dass man noch Mensch dich nennt.

  • Wer mit der eigenen Ehre schlecht verfahren, / wird auch der anderen Ehre nicht bewahren.

  • Es rechnet nie der kluge Mann / als Schande sich die Armut an.

  • Wer sich am Unglückstag der Hilfe will erfreuen, / muß edelmütig sich zur Zeit des Glückes zeigen.

  • Wandert auch der Schneider in die Ferne, / Not und Elend leidet er doch wenig.

  • Vermögen dient zur Bequemlichkeit des Lebens, nicht das Leben zur Anhäufung des Vermögens.

  • Im Elend stirbt der Alchimiste, / der Dumme findet Gold im Miste.

  • Man wisse, daß sich bei den Unverständigen hundertmal mehr Widerwille gegen den Verständigen findet, als der Verständige Abneigung gegen den Unverständigen hat.

  • Wenn du weißt, daß du etwas auf jeden Fall erfahren wirst, so beeile dich nicht, darnach zu fragen; denn dieses schadet deinem Ansehen.

  • Wer gern verschenkt, von dem ist Reichtum fern, und wer den Reichtum hat, verschenkt nicht gern.

  • Wen du beleidigt hast, / und hättst du ihm, zur Versöhnung, / Tausend Gutes erzeugt, / traue dem Manne nie ganz.

  • Erst Scharfsinn, Klugheit und Verstand bedarf's, und dann Besitz; Besitz und Macht des Toren sind des eignen Krieges Waffen.

  • Würde sich auch die Wüste / mit Perlen statt mit Sand füllen, / so wäre es doch unmöglich, / die Gier von Bettlern zu stillen.

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