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Joachim Gauck

deutscher protestantischer Pfarrer (1940 - )

87 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Freiheit ist eine notwendige Bedingung von Gerechtigkeit.

  • Der Meinungsstreit ist keine Störung des Zusammenlebens, sondern Teil der Demokratie.

  • Wenn ich hier mit großer Freude die so spezifischen Fähigkeiten von Kunst und Wissenschaft preise, Menschen zu sich selbst zu führen, dann ist gleichzeitig davor zu warnen, anzunehmen, Kunst und Wissenschaft könnten das, was Politik nicht kann: alles. Oder sie hätten sogar ein Erlösungskonzept.

  • Ist denn wirklich in der ganzen Gesellschaft schon angekommen, dass wir in jeder Hinsicht und nicht nur räumlich "barrierefrei" werden müssen? Zuerst im Kopf, aber dann sozusagen in allen Lebenslagen. Ist wirklich schon bei allen Menschen angekommen, dass alle Menschen nicht so sehr behindert sind, als dass sie behindert werden? Ist wirklich schon bei allen angekommen, wie gerne Menschen mit Behinderung etwas leisten? Und zu welch unglaublichen Leistungen sie fähig sind?

  • Wie der Mensch träumt und hoffen kann, so kann er sich auch die Dinge der Welt erklären. Der Mensch hat den Genuss oder die Qual, aber eben auch die Fähigkeit zu wissen und in ungeahnte Räume des Erkennens vorzustoßen.

  • Politik muss sich zu definieren vermögen, muss die Fähigkeit haben, Abschied zu nehmen vom Anspruch, das Absolute zu gestalten.

  • Schaffenskraft in Kunst, Politik und Wissenschaft existieren nebeneinander und es sollte kein oben und unten geben, keine Wertehierarchie.

  • Wenn wir lernen, dann macht uns das zu selbstbewussten und eigenständigen Menschen.

  • Bildung hilft uns, erwachsen zu werden.

  • Die Frankfurter Paulskirche ist ein Ort mutiger Träume. Hier wurden neue Zeiten ausgerufen. Hier haben Menschen die Freiheit beschworen. Und vor allem haben sie daran geglaubt, dass eine Gesellschaft die Fehler der Vergangenheit hinter sich lassen kann und die Kraft zur Erneuerung aufzubringen vermag.

  • An Äußerlichkeiten lässt sich die Zugehörigkeit zu einer Nation kaum noch feststellen. Umso wichtiger sind die empfundene und die tatsächliche Zugehörigkeit zu unserem Staat, zu unserer Gesellschaft. Mit ihr manifestiert sich ein Identitätsgefühl.

  • Kluge und starke Mädchen werden eines Tages kluge und starke Frauen sein!

  • In der künstlerischen Bemächtigung der Welt oder Annäherung an die Welt darf das Element der Anarchie länger leben.

  • Wer sich der Freiheit im Inneren verpflichtet fühlt, vertritt sie auch nach außen.

  • Bildung bedeutet, Talente zu entdecken und zu entwickeln.

  • Demokratie muss Unterschiede nicht glattbügeln, sondern Raum geben für Differenz und Widerspruch, vor allem in einer Zeit, in der das politische Meinungsspektrum in Deutschland wieder breiter wird. Nur im Disput der Verschiedenen können Alternativen geprüft und Kompromisse gefunden werden, nur so kann Erneuerung in der Demokratie gelingen.

  • Geschichte wiederholt sich nicht. Wohl aber wiederholen sich menschliche Verhaltensweisen - im Guten wie im Bösen.

  • Wir sind irrende Menschen mit dürstenden Seelen, und die Wüsten und Ebenen der Politik, sie vermögen unsere Seelen nicht dauerhaft zu nähren. Deshalb brauchen wir Sie, die Künstler, deshalb brauchen wir die Wissenschaftler mit ihren Sinnangeboten.

  • Wir haben die Freiheit ersehnt, sie hat uns angeschaut, wir sind aufgebrochen, und sie hat uns nicht im Stich gelassen.

  • Es liegt an uns, wie wir in diesem Land zusammen leben wollen und werden.

  • Bevor die Freiheit gesellschaftliche Wirklichkeit werden kann, gewinnt sie die Herzen und Köpfe von Einzelnen und von kleinen Gruppen. Was spät alle ergreift, wird früh von wenigen geboren. Vor der freien Gesellschaft kommen freie Individuen, vor den freien Staaten freie Städte.

  • Es liegt an uns, Veränderungen nicht zu fürchten, sondern sie als Aufgabe anzunehmen.

  • Ich tue mir nichts Gutes, wenn ich nichts von mir erwarte.

  • Wer sich als Bürger in der Demokratie beheimatet, wer sie wertschätzt und bereit ist, sie zu verteidigen, wird sie erhalten wollen – für sich, für die eigenen Kinder und für die nachfolgenden Generationen.

  • Wir sind nämlich nicht nur Verstand, sondern wir haben eine Seele und wir haben ein Gemüt. Und alle Kräfte zusammen gestalten diese Welt.

  • Sehnsucht, meine Lieben, ist keine Endstation – niemals für jemanden, der das Leben und die Menschen liebt. Sehnsucht ist eine der großen Reserven, die wir Menschen in uns tragen. Sie lässt uns harte Zeiten überstehen, weil sie in uns etwas antreibt, das stärker ist als alle Furcht und Angst, die uns niederdrückt.

  • Wir stehen zu diesem Land, nicht weil es so vollkommen ist, sondern weil wir nie zuvor ein besseres gesehen haben.

  • In der Politik heißt Freiheit Verantwortung.

  • Hilfreich für unser Zusammenleben ist etwas, das allein in unserem Innern lebt: das Selbstverständnis als Bürger. Dazu gehört die Bereitschaft, auf andere zuzugehen und Anteil zu nehmen am Geschehen im öffentlichen Raum, sei es durch den Wahlakt, durch öffentliche Kommentierung der Ereignisse oder durch aktives Tun.

  • Bürgersinn, Redlichkeit und Solidarität: All das lässt sich nicht nur per Gesetz verordnen. Aber genau das sind die großen Versprechen, die in unserem nationalen Wertekanon mitschwingen.

  • Entscheidungen erhalten in der Demokratie durch Mehrheitsbeschlüsse die größtmögliche Legitimität.

  • Unterschiede, Widersprüche und sogar Gegensätze werden ein Teil unserer Wirklichkeit bleiben, ob uns das gefällt oder nicht.

  • Nur wenn wir unsere Vergangenheit kennen, unsere Ohnmacht von einst, unsere Schwäche und unser Versagen, aber auch unseren Mut von einst, werden wir von der Gefahr befreit, alte Lebensmuster ständig zu wiederholen.

  • Demokratie ist auch gar nicht bequem, sie ist sogar anstrengend, manchmal sehr anstrengend. Der große Vorteil der Demokratie besteht jedoch darin, dass sie beständig die Chance zur Selbstkorrektur in sich trägt, nicht zuletzt die Chance, eine neue Regierung zu wählen.

  • Wir leben in einer Ordnung, die nicht auf dem Recht des Stärkeren basiert, sondern auf der Stärke und der Unabhängigkeit des Rechts.

  • Freiheit von Kunst und Wissenschaft heißt: Die Ergebnisse und die Voraussetzungen sind nicht politischer Notwendigkeit verpflichtet.

  • Dies ist unser aller Hoffnung: Dass die Erinnerung an das Leid des Krieges nicht Rache gebiert, sondern immer mehr Menschen und Nationen den Ausweg in einem friedlichen Zusammenleben der Völker suchen lässt.

  • Freiheit will immer wieder neu errungen sein.

  • die Beschäftigung mit uns selber, die Art unseres Sehens, die Art unseres Empfindens, sie bilden auch unser Gewissen. Und unser Gewissen hängt mit unserer Moral zusammen. Und unsere Moral mit unserem Verstand. Und wenn wir Verstand haben ohne Moral wird daraus eine Politik, die diese Welt zugrunde richtet

  • Wie wäre es um die Kirche bestellt, wenn sie nur durch das geistliche Amt repräsentiert wäre.

  • Auch Mehrheitsmeinungen sind gelegentlich fehlbar.

  • Der Staat ist um des Menschen willen da. Er findet seine Daseinsberechtigung darin, die Entfaltung der Würde des Menschen zu fördern, sie zu schützen und dazu beizutragen, dass der Einzelne durch Entfaltung seiner Persönlichkeit ein menschenwürdiges Leben führen kann.

  • Welch ein Glück, wenn man mit seinem Leben etwas anzufangen weiß!

  • Mehr Europa zu denken, mehr Europa zu gestalten – dazu sind wir gerade heute wieder aufgerufen. Denn nur indem wir Ängste überwinden, werden wir unserer Verantwortung für Europa gerecht.

  • Erst wenn die Menschen aufstehen und sagen: "Wir sind das Volk", werden sie sagen können: "Wir sind ein Volk", werden die Mauern fallen.

  • Mitgefühl, Traurigkeit, manchmal auch eine richtige Wut über die Ungerechtigkeiten auf der Welt – das alles sind sehr menschliche Reaktionen.

  • Das Alter gibt es nicht, ebenso wenig wie die Alten. Den einen versagen schon mit Mitte 60 die geistigen oder körperlichen Kräfte, die anderen können noch mit über 90 völlig klar denken und sich selbst versorgen.

  • Dieses Land hat eine Armee, die die Akzeptanz und Achtung der Friedliebenden und Verantwortungsbewussten verdient.

  • In der Kunst wie in der Wissenschaft und der Religion begegnen wir dem Absoluten, das wir weder in der Politik, noch in der Ökonomie jemals antreffen werden.

  • Es gibt keinen besseren Nährboden für unsere Ideen und Problemlösungen als unsere offene Gesellschaft mit offenen Märkten und freiem und fairem Wettbewerb.

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