Wer die Armut erniedrigt, der erhöht das Unrecht. Es ist nicht erniedrigend, unglücklich zu sein; aber den Unglücklichen zertreten, das erniedrigt wahrhaft.
Wer die Armut erniedrigt, der erhöht das Unrecht.
Es ist für den Reichen viel leichter, Gutes zu tun, als für den Armen, sich vom Bösen fernzuhalten.
Es ist die Natur des Reichtums, dass mit seinem Wachsen auch der Durst nach ihm, die Armut, wächst.
Armut lässt den Menschen vieles versuchen.
Der Armut mangelt es an vielem, dem Geiz an allem.
Ein einziger Undankbarer schadet allen Armen.
Schändlich ist die Armut, die aus Reichtum hervorgeht.
Ich friere. Das bringt die Jahreszeit mit sich, sagt der Reiche.
Denn Armut ist ein großer Glanz aus Innen
Wenn arme Leute nachdenken, soll man sie nicht stören.
Ist ein Mensch wertvoller als sein Besitz, so muss er arm sein; darum scheinen die Reichen so wenig zu gelten; und daher die Vorliebe der Philosophen für die Armen.
Man braucht den Appetit des Armen, um das Vermögen des Reichen zu genießen, den Geist eines Privatmanns, um wie ein König zu leben.
Der Schwabe tut so, als ob er arm sei, aber er ist beleidigt, wenn andere ihm das glauben.
Man hört jetzt mit dem Schlagwort werben: / "Wer arm ist, der muss früher sterben!" / Doch oft ist auch nicht zu beneiden / Der Reiche: Er muss länger leiden!
Du bist arm, ohne frei zu sein. Dies ist der elendste Zustand, in den ein Mensch geraten kann.
Lass uns glücklich und arm sein; oh welche Schätze werden wir uns dann erworben haben!
Ein Reicher in der Fremd' ist überall zu Haus / und fremd ein armer Mann in seinem eignen Haus.
Sei rechtschaffen und arm dazu, / so geschieht dir nirgends ein Harm! / Der Satan läßt den, der gut ist, in Ruh / und der Sultan den, der arm.
Armut und Sklaverei sind also nur zwei Formen, fast möchte man sagen zwei Namen, derselben Sache, deren Wesen darin besteht, dass die Kräfte eines Menschen großenteils nicht für ihn selbst, sondern für andere verwendet werden.
Zwischen beiden ist der Unterschied, dass Sklaven ihren Ursprung der Gewalt, Arme der List zuzuschreiben haben.
Es ist etwas Schönes, sagt Epikur, um eine vergnügte Armut. Aber das ist schon nicht mehr Armut, wenn man dabei vergnügt ist. Wer mit der Armut gut auskommt, der ist reich.
Willst du dich überzeugen, daß Armut schlechterdings kein Unglück sei, so vergleiche nur des Armen und des Reichen Miene miteinander! Öfter und herzlicher lacht der Arme.
Anspruchslosigkeit ist freiwillige Armut.
Einen Nackten lässt der Straßenräuber vorbei, auch auf einer belauerten Straße hat der Arme Frieden.
Nicht wer zu wenig besitzt, sondern wer mehr begehrt, ist arm.
Verachtet die Armut: Niemand stirbt so arm, wie er geboren ward.
Wenn du den Geist frei haben willst, musst du entweder arm sein oder einem Armen ähnlich.
Wer sich mit der Armut einrichtet, ist reich.
Woher kann ich wissen, wie viel Widerstandskraft gegen Armut du hast, wenn du im Gelde schwimmst?
Dank, des Armen Kasse.
Arm und vergnügt ist reich und überreich.
Haben Sie nicht beobachtet, daß die Armen den Wert der Dinge, die sich nicht besitzen, immer überschätzen? Die Armen glauben, daß sie nichts Reichtümer brauchten, um vollkommen glücklich und gut zu sein.
Wer Zahnweh hat, hält jeden, dessen Zähne gesund sind, für glücklich. Der an Armut Leidende begeht denselben Irrtum dem Reichen gegenüber.
Gott ist das ärmste Ding, er steht ganz bloß und frei: Drum sag ich recht und wohl, dass Armut göttlich sei.
Keine Gesellschaft kann gedeihen und glücklich sein, in der der weitaus größte Teil ihrer Mitglieder arm und elend ist.
Der Arme, der gern reich sein möchte, redet unaufhörlich vom Mißbrauch des Geldes und den Lastern des Reichen, wodurch er aber nichts anderes erzielt, als daß er sich ärgert und anderen zeigt, wie er nicht bloß über seine eigene Armut, sondern auch über der anderen Reichtum Unmut hegt.
Als hätten die Reichen die Armut verschuldet und verschuldeten nicht gleicherweise die Armen den Reichtum!
Wer je gelebt in Liebesarmen, / Der kann im Leben nie verarmen.
Die Armut bringt uns in die engste Berührung mit dem Leben und der Welt; denn als Reicher leben heißt meistens durch Stellvertreter leben und infolgedessen in einer Welt von geringerer Wirklichkeit.
Man erringe den Mut, sich arm zu zeigen! So raubt man der Armut den schärfsten Stachel.
Ihr irrt, ihr Ärmsten, wenn ihr glaubt, ein Reicher könne durch Beschämung, Rührung oder Überredung dazu gebracht werden, mit euch zu teilen.
Redet nicht von materieller Not der Armen und wie ihnen zu helfen ist. Not und Leiden haben keine materiellen Ursachen. Wenn man helfen will, dann nur mit geistigen Geschenken, die Arme wie Reiche gleichermaßen benötigen.
Wie quälend ist die Lage dessen, der inmitten von Armut in Wohlstand lebt.
Arme Leute um etwas zu bitten ist leichter als Reiche.
Wir waren alle einmal arm und haben uns empört, aber haben wir je etwas getan für die Armen?
Wer die Armut für sich erwählt und sie liebt, besitzt einen großen Schatz und wird die Stimme seines Gewissens immer deutlich hören. Wer diese Stimme, die Gottes beste Gabe ist, hört und ihr folgt, findet schließlich in ihr einen Freund und ist nie allein.
Armut demütigt die Menschen so, daß sie selbst über ihre Tugenden erröten.
Armut kann starke Seelen nicht demütigen, Reichtum niedrige nicht erheben; man kann berühmt werden, auch wenn man wenig bekannt ist, und Schande bleibt auch Hochgestellten nicht erspart. Das Schicksal, das man für allmächtig hält, ist ohnmächtig ohne die Natur.
Den Armen nimmt die Not gefangen, den Reichen zerstreuen seine Vergnügungen. Jede Lage hat ihre Pflichten, Gefahren, Ablenkungen, und nur das Genie wird ihrer Herr.