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Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi

russischer Schriftsteller (1828 - 1910)

126 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Alle glücklichen Familien gleichen einander. Jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Art unglücklich.

  • Gemeinsam stirbt es sich leichter.

  • Für das Leben wird ein Ideal benötigt. Ein Ideal ist jedoch nur dann Ideal, wenn es Vollkommenheit ist.

  • Die Stärke liegt im arbeitenden Volk. Wenn es sein Joch trägt, dann nur, weil es hypnotisiert ist. Und nur darauf kommt es eben an - diese Hypnose zu zerstören.

  • Um einen Staat zu beurteilen, muß man sich seine Gefängnisse von innen / ansehen.

  • Wenn ich mit einem Fuß im Grabe stehe, werde ich die Wahrheit über die Frauen sagen. Ich werde sie sagen, in meinen Sarg springen, den Deckel über mich ziehen und rufen: "Jetzt macht, was ihr wollt!"

  • Das Leben lieben heißt Gott lieben.

  • Musik ist die Kurzschrift des Gefühls.

  • Das Böse ist das Fehlen des Guten.

  • Gleich wie Feuer nicht Feuer löscht, so kann Böses nicht Böses ersticken. Nur das Gute, wenn es auf das Böse stößt und von diesem nicht angesteckt wird, besiegt das Böse.

  • In Widerspruch zur eigenen Vernunft zu leben, ist der unerträglichste aller Zustände.

  • Die Tränen der Gekränkten fallen nicht daneben. Sie fallen immer auf das Haupt des Schuldigen.

  • Besitz verlockt zur Sünde, und die Anhäufung von Reichtümern entsittlicht den Menschen.

  • Der Führer ist die Welle, die durch das Schiff vorwärtsgetrieben wird.

  • Jeder Mensch hat die Keime aller menschlichen Eigenschaften in sich. Manchmal kommen die einen zum Vorschein, manchmal die anderen.

  • Die Menschen, die berufen sind, den andern durch Geistesarbeit zu dienen, leiden immer in der Ausübung dieser Arbeit; denn die geistige Welt gebiert nur unter Schmerzen und Qualen.

  • Es gibt eine Grenze für das Aussprechen der Gefühle, die man nicht überschreiten soll.

  • In einer völlig klaren und einfachen Sprache kann man nichts Schlechtes schreiben.

  • Von einem Kunstwerk zu sagen, daß es gut, aber für die meisten Menschen unverständlich ist, das ist so, als ob man von einer Speise sagt, sie sei sehr gut, die meisten Menschen könnten sie aber nicht essen.

  • Nichts bringt solche Verwirrung in die Vorstellungen von der Kunst wie der Glaube an Autoritäten.

  • Das Glück ist mit Müdigkeit und Muskelkater billig erkauft.

  • Seit ich alt bin, verwechsle ich die Menschen, beispielsweise meine Kinder. Ich verwechsle auch fremde Menschen, die zum selben Typ gehören oder in meinem Gehirn als Typ registriert sind.

  • Überall ist das Unheil der Alkohol.

  • Menschen, die nicht arbeiten, das heißt eines der Gesetze ihres Lebens nicht befolgen, müssen einfach überschnappen.

  • Es genügt zu erwähnen, dass die meisten Menschen auf Arbeit wie auf eine Gnade warten, um deutlich zu machen, wie entsetzlich unser Leben ist, wie unsittlich, wie töricht.

  • Willst du, was du zu sagen hast, verständlich sagen, dann rede aufrichtig, und willst du aufrichtig reden, dann sprich so, wie dir der Gedanke gekommen ist.

  • Wenn die Vertreter der Kirche Christen sind, dann bin ich kein Christ; und umgekehrt.

  • Wie quälend ist die Lage dessen, der inmitten von Armut in Wohlstand lebt.

  • Wie viel Mühe kostet die Niederschlagung und Verhütung von Aufständen: Geheimpolizei, andere Polizei, Spitzel, Gefängnisse, Verbannungen, Militär! Und wie leicht sind die Ursachen für Aufstände zu beseitigen.

  • Niemand zählt diese Morde der Ärzte, wie man vorzeiten die Morde der Inquisition nicht zählte, weil man des Glaubens war, sie würden zum Heil der Menschheit begangen.

  • Alter ist Freiheit, Vernunft, Klarheit, Liebe.

  • Die Menschen verkaufen ihr Leben zu billig, nicht nach seinem Wert.

  • Welche geistige Arbeit du auch immer beginnst, lege sie erst beiseite, wenn du sie beendet hast.

  • Ästhetischer Genuss ist ein Genuss niederer Ordnung. Daher lässt uns höchster ästhetischer Genuss unbefriedigt.

  • Redet nicht von materieller Not der Armen und wie ihnen zu helfen ist. Not und Leiden haben keine materiellen Ursachen. Wenn man helfen will, dann nur mit geistigen Geschenken, die Arme wie Reiche gleichermaßen benötigen.

  • Ehe man vom Glück der befriedigten Bedürfnisse redet, sollte man entscheiden, welche Bedürfnisse das Glück ausmachen.

  • Arbeit, Arbeit! / Wie glücklich fühle ich mich, wenn ich arbeite!

  • Wenn ein Wasserstrahl gleichmäßig fließt, scheint es, er stehe still. Genau so erscheint uns unser Leben und das Leben allgemein. Aber dass der Strahl nicht still steht, sondern fließt, merkt man, wenn er schwächer wird.

  • Bescheidenheit wird häufig als Schwäche und Unentschlossenheit angesehen; doch sobald die Erfahrung den Menschen zeigt, dass sie sich geirrt haben, verleiht Bescheidenheit neuen Reiz und neue Stärke und flößt neuen Respekt ein.

  • Wir betrachten die Menschen der Antike häufig, als wären sie Kinder. Nein, gemessen an ihnen, an ihrer in die Tiefe dringenden, ernsten und unverdorbenen Lebensauffassung, sind wir Kinder.

  • Körperliche Arbeit ist wichtig, weil sie den Verstand hindert, müßige und sinnlose Arbeit zu tun.

  • Wissenschaftliche Argumente führen zu diametral entgegen gesetzten Schlussfolgerungen.

  • Ich will dort begraben werden, wo ich sterbe, auf dem billigsten Friedhof, falls es in einer Stadt ist, und im billigsten Sarg - wie Bettler beerdigt werden. Am Grab sollen keine Blumen und Kränze niedergelegt werden und keine Reden gehalten werden.

  • Statt dass diejenigen, die von der Arbeit anderer leben, denen dankbar wären, die für sie arbeiten, sind die, welche arbeiten, denen dankbar, die sie für sich arbeiten lassen. Welch ein Widersinn!

  • Die meisten Menschen leben, als steuerten sie rückwärts einem Abgrund zu. Sie wissen, hinter ihnen gähnt ein Abgrund, in den sie jeden Augenblick stürzen können, aber sie richten ihre Blicke nicht auf ihn, sondern erheitern sich an dem, was sie sehen.

  • Wie geheimnisvoll ist alles für alte Menschen und wie klar alles den Kindern!

  • In unserer Zeit herrscht ein schrecklicher Aberglaube, er besteht darin, dass wir begeistert jede Erfindung aufgreifen, welche die Arbeit erleichtert, und glauben, sie unbedingt nutzen zu müssen, ohne uns die Frage vorzulegen, ob diese die Arbeit erleichternde Erfindung unser Glück vermehrt oder vielleicht Schönheit zerstört.

  • In der Kindheit wünscht man sich alles, im Jugend- und Mannesalter etwas ganz Bestimmtes, im Alter nichts.

  • Hast du etwas angefangen, gib es nicht auf, sondern führe es zu Ende.

  • Das einzige Mittel, um zu leben, ist Arbeit. Um arbeiten zu können, muss man die Arbeit lieben. Um die Arbeit lieben zu können, muss sie interessant sein.

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