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Jean Paul

deutscher Schriftsteller (1763 - 1825)

276 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Die Menschen verraten ihre Absichten nie leichter und stärker, als wenn sie sie verfehlen.

  • Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

  • Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist.

  • Männer sprechen selten und ungern von abgefallenen und bundbrüchigen Freunden.

  • Mit einer Kindheit voll Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten.

  • Die Kunst ist zwar nicht das Brot, aber der Wein des Lebens.

  • Kinder und Uhren dürfen nicht beständig aufgezogen werden. Man muß sie auch gehen lassen.

  • Bücher sind nur dickere Briefe an Freunde.

  • Kinder haben mit schwachen Menschen das Unvermögen, aufzuhören, gemein.

  • Musik ist die Poesie der Luft.

  • Ein Schmeichler ist's selten aus bloßem Eigennutz, sondern aus Charakter; denn er schmeichelt Niedrigen wie Hohen.

  • Selten verstehen die Nachfolger eines Genius das bis in den Leuchter herabgebrannte Licht hinaufzuschieben; daher schmilzt Licht und Leuchter.

  • Sprachkürze gibt Denkweite.

  • Nur in den Minuten des Wiedersehens und der Trennung wissen es die Menschen, welche Fülle der Liebe ihr Busen verbarg, und nur darin wagen sie es, der Liebe eine zitternde Zunge und ein überfließendes Auge zu geben.

  • Je mehr Schwäche, je mehr Lüge. Die Kraft geht gerade.

  • Liebe und Kraft oder innere Harmonie und Tapferkeit sind Pole der Erziehung. So erlernte Achilles vom Zentaur zugleich das Lyraspielen und das Bogenschießen.

  • Nicht unser Hirn, sondern unser Herz denkt den größten Gedanken. Unser Herz aber oder unsere Seele oder der Kern unserer Persönlichkeit ist ein Funke aus dem Lebenslichtmeer Gottes.

  • Die schlimmsten Fehler werden gemacht in der Absicht, einen begangenen Fehler wieder gutzumachen.

  • Wenn Selbsterkenntnis der Weg zur Tugend ist, so ist die Tugend noch mehr der Weg zur Selbsterkenntnis.

  • Der Besitz macht uns nicht halb so glücklich, wie uns der Verlust unglücklich macht.

  • Wenn Frauen lieben, lieben sie ganz. Liebende Männer haben zwischendurch zu tun.

  • In der Liebe wird der Ernst der Jungfrau bezaubern; in der Ehe, die selber ein langer Ernst ist, möchte leichtes Scherzen und Bescherzen der Welt besser einschlagen.

  • Die Menschen und die Gurken taugen nichts, sobald sie reif sind.

  • Die deutsche Sprache ist die Orgel unter den Sprachen.

  • Humor ist das umgekehrt Erhabene. Er erniedrigt das Große, um ihm das Kleine, und erhöht das Kleine, um ihm das Große an die Seite zu setzen und so beide zu vernichten, weil vor der Unendlichkeit alles gleich und nichts ist.

  • Man lebt oft wie die eilf Apostel und stirbt wie der Zwölfte.

  • Die Mütter geben unserem Geiste Wärme und die Väter Licht.

  • Kindergebete sind leer und kalt und eigentlich nur Überreste des jüdischchristlichen Opferglaubens, der durch Unschuldige statt durch Unschuld versöhnen und gewinnen will.

  • Wer nicht zuweilen zuviel und zu weich empfindet, der empfindet gewiß immer zuwenig.

  • Freuden sind unsere Flügel, Schmerzen unsere Sporen.

  • Das größte unzerstörbare Wunder ist der Menschenglaube an Wunder.

  • Die Probe eines Genusses ist seine Erinnerung.

  • Das Alter ist nicht trübe, weil darin unsere Freuden, sondern weil unsere Hoffnungen aufhören.

  • Die Kraftlosigkeit liebt Gesetzlosigkeit; denn nicht die Schwäche, nur die Kraft will immer dasselbe, und dasselbe heißt eben Gesetz.

  • Ohne Lächeln kommt der Mensch, ohne Lächeln geht er. Drei fliegende Minuten lang war er froh.

  • Wer die Seele einer Frau sucht, ist nicht immer enttäuscht, ihren Körper zu finden.

  • Wenn auch die Freude eilig ist, so geht doch vor ihr eine lange Hoffnung her, und ihr folgt eine längere Erinnerung nach.

  • Über Erziehung schreiben, heißt, beinahe über alles auf einmal schreiben.

  • Eigennützige Liebe ist ein Widerspruch.

  • Manche können nur fremde Meinungen, nicht ihre eigenen berichtigen.

  • Der Mensch ist nie so schön, als wenn er um Verzeihung bittet oder selbst verzeiht.

  • Nur die Vernunft lehrt schweigen. Das Herz lehrt reden.

  • Das Leben gleicht einem Buche: Toren durchblättern es flüchtig; der Weise liest es mit Bedacht, weil er weiß, daß er es nur einmal lesen kann.

  • Nichts ist gefährlicher, als zwei Menschen auszusöhnen. Sie zu entzweien ist viel sicherer und leichter.

  • In der Jugend kann man gegen niemand gleichgültig sein: Haß oder Liebe.

  • Die Natur hat das Weib unmittelbar zur Mutter bestimmt, zur Gattin bloß mittelbar.

  • Stille Unterordnung unter Willkür schwächt, stille Unterordnung unter Notwendigkeit stärkt.

  • Gegen das Fehlschlagen eines Plans gibt es keinen besseren Trost, als auf der Stelle einen neuen zu machen.

  • Der schönste, reichste, beste und wahrste Roman, den ich je gelesen habe, ist die Geschichte.

  • Man soll in den ersten sechs Jahren keinem Kinde befehlen, etwas zu verschweigen, und wäre es eine Freude, die man einem geliebten Wesen heimlich zubereitet. Den offenen Himmel der kindlichen Offenherzigkeit darf nichts verschließen, nicht einmal die Morgenröte der Scham. An euren Geheimnissen werden sie sonst bald eigne verstecken lernen. Die Heldentugend der Verschwiegenheit fordert zu ihrer Übungszeit die Kraft der angreifenden Vernunft. Nur die Vernunft lehrt schweigen; das Herz lehrt...

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