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Ludwig Börne

deutscher politischer Schriftsteller und Kritiker (1786 - 1837)

168 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Als Pythagoras seinen bekannten Lehrsatz entdeckte, brachte er den Göttern eine Hekatombe dar. Seitdem zittern die Ochsen, sooft eine neue Wahrheit an das Licht kommt.

  • Eine Verschwörung hat nie zur Freiheit geführt. Wo Wünsche und Kräfte der Mehrzahl eines Volkes für die Freiheit reif sind, da bedarf es keiner Verschwörung; wo dieses nicht ist, nützt sie nicht.

  • Der Eigensinn einer Frau ist auf eine ganz wunderliche Art befestigt. Der Graben ist hinter dem Wall. Hat man die steilsten Einwendungen erstiegen und glaubt, jetzt wäre alles geschehen, entdeckt man erst, daß das Schwerste noch zu tun sei.

  • Die Lebenskraft eines Zeitalters liegt nicht in seiner Ernte, sondern in seiner Aussaat.

  • Eine brave Mutter gibt ihrem Stiefkinde ein gleich großes Stück Kuchen wie ihrem eigenen Kinde. Aber sie gibt es auf eine andere Art.

  • Ruhe ist Glück, wenn sie ein Ausruhen ist.

  • Nichts bereuen ist aller Weisheit Anfang.

  • Die Melancholie ist die Freudigkeit Gottes.

  • Zank ist der Rauch der Liebe.

  • Wer in der wirklichen Welt arbeiten kann und in der idealen leben, der hat das Höchste erreicht.

  • Das Geheimnis jeder Macht besteht darin zu wissen, daß andere noch feiger sind als wir.

  • Man versteht die Kinder nicht, ist man nicht selbst kindlichen Herzens. Man weiß sie nicht zu behandeln, wenn man sie nicht liebt, und man liebt sie nicht, wenn man nicht liebenswürdig ist.

  • Der Humor ist keine Gabe des Geistes, er ist eine Gabe des Herzens.

  • Einen Wahn verlieren macht weiser als eine Wahrheit finden.

  • Das Schmollen der Weiber ist nichts als ein Guerillakrieg, den sie gegen die konzentrierte Macht der Männer führen.

  • In einem wankenden Schiff fällt um, wer stillesteht, nicht wer sich bewegt.

  • Man heilt Leidenschaften nicht durch Verstand, sondern nur durch andere Leidenschaften.

  • Der Schmerz ist das Glück der Seligen. Am meisten lebt, wer am meisten leidet.

  • Beschränkten Menschen ist es eigen, daß sie die wenigen Ideen, die in dem engen Kreise ihrer Fassungskraft liegen, mit einer Klarheit ergreifen, die uns in der Schätzung ihres Geistes oft irre macht. Sie sind wie Bettler, die das Gepräge und die Jahreszahl jedes ihrer Kreuzer kennen.

  • Alleinherrschaft kann nur bestehen, solange ein Volk in Stände zerfällt, welche, in einer unabwandelbaren Ordnung übereinandergebaut, die festen Stufen bilden, welche gemählich zum Throne führen.

  • Es kann auch das Volk sein eigener Tyrann sein - und ist es oft gewesen.

  • Nichts ist dauernd als der Wechsel.

  • Trost gibt der Himmel. Von dem Menschen erwartet man Beistand.

  • Wenn das Schicksal ruft: Le jeu est fait, messieurs! - so achten das die wenigsten. Erst wenn sie hören: Rien ne va plus! bekommen sie Lust, aber zu spät.

  • Aufrichtigkeit ist die Quelle aller Genialität.

  • Reichtum macht ein Herz schneller hart, als kochendes Wasser ein Ei.

  • Um alt zu werden, darf man keine Grundsätze haben.

  • Die unwandelbare Freundschaft und der ewige Friede zwischen allen Völkern - sind das denn Träume? Nein, der Haß und der Krieg sind Träume, aus denen man einst erwachen wird.

  • Die Freiheit, für die man kämpft, ist eine Geliebte, um die man sich bewirbt. Die Freiheit, die man hat, ist eine Gattin, die uns unbestritten bleibt. Glauben Sie, daß ein braver Mann sein Weib nicht liebt, weil sein Herz still und friedlich ist?

  • Das größte häusliche Unglück, das einem Mann begegnen kann, ist, wenn seine Frau einmal gegen ihn Recht hat, nachdem er es ihr abgestritten. Dieses einzige kleine Recht dient ihr wie ein Fläschchen Rosenöl; damit macht sie zwanzig Jahre all ihr Geräte und Gerede wohlriechend.

  • Völker sind wie die Oliven: Dem leichten Drucke geben sie süßes Öl, dem starken bitteres.

  • Vieles kann der Mensch entbehren, nur den Menschen nicht.

  • Die zackigste, härteste Selbstsucht ist nichts als gefrorenes Mitleid und die zärtlichste Teilnahme nur aufgelöste Eigenliebe.

  • Ein Mann von Geist wird nicht allein nie etwas Dummes sagen, er wird auch nie etwas Dummes hören.

  • Die Regierungen, welche die Freiheit der Rede unterdrücken, weil die Wahrheiten, die sie verbreitet, ihnen lästig sind, machen es wie die Kinder, welche die Augen zuschließen, um nicht gesehen zu werden.

  • Eine Frau von innerer Güte ist immer liebenswürdig befunden worden, und eine, die noch nach drei Tagen häßlich gefunden wird, ist gewiß nicht liebenswürdig.

  • Armut ist eine Sandbank, Reichtum ein Felsen im Meer des Lebens. Die Glücklichen schiffen hindurch.

  • Die meisten Menschen sind unzufrieden, weil die wenigsten wissen, daß der Abstand zwischen Eins und Nichts größer ist als der zwischen Eins und Tausend.

  • Der Hund heult, wenn er geschlagen wird, und der Mensch soll es nicht dürfen? Aber es gibt Menschen, die hündischer sind als Hunde und nicht heulen, wenn sie geschlagen werden.

  • Es sterben viel weniger Menschen an der Schwindsucht als an der Systemsucht der Ärzte. Das ist gewiß die traurigste aller Todesarten, wenn man an einer Krankheit stirbt, die ein anderer hat.

  • Die öffentliche Meinung ist die unsichtbare Rüstung des Volkes.

  • Die Fassung der Edelsteine erhöht ihren Preis, nicht ihren Wert.

  • Minister fallen wie Butterbrote gewöhnlich auf die gute Seite.

  • Es ist nichts zu fürchten als die Furcht.

  • Die Frauen haben zuviel Phantasie und Erregbarkeit, um viel Logik zu haben. Frauen sind gründefest.

  • Herrschsucht ist die Freiheitsliebe einzelner; Freiheitsliebe ist Herrschsucht aller.

  • Der Sauerteig eines widersprechenden Geistes scheint mir unentbehrlich, damit das Werk gedeihe und genießbar werde.

  • Höflichkeit ist Staatspapier des Herzens, das oft umso größere Zinsen trägt, je unsicherer das Kapital ist.

  • Der Leichtsinn ist ein Schwimmgürtel für den Strom des Lebens.

  • Beim Beginne einer Unternehmung und unweit des Zieles ist die Gefahr des Mißlingens am größten. Wenn Schiffe scheitern, so geschieht es nahe am Ufer.

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