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Ludwig Börne

deutscher politischer Schriftsteller und Kritiker (1786 - 1837)

169 Zitate, Sprüche & Aphorismen

  • Das Unglück ist der Ballast, der uns auf dem Ozean des Lebens im Gleichgewichte erhält, wenn wir keine Glücksgüter mehr zu tragen haben.

  • Der Verstand, als Blitzableiter des Unglücks, kann es an dem Herzen der Menschen unschädlich herabführen, vermag aber nicht, es abzuwenden.

  • Die Menschheit ist die Unsterblichkeit der sterblichen Menschen.

  • Was ist selbst der glücklichste Mensch ohne Glauben? Eine schöne Blume in einem Glase Wasser, ohne Wurzel und ohne Dauer.

  • Wer glaubt, er könne die öffentliche Meinung benützen, ohne ihr wieder zu nützen, der betrügt nicht, der wird betrogen

  • Man kann verhindern, daß Völker lernen, aber verlernen machen kann man sie Nichts.

  • Es ist so schwer, Bescheidenheit zu erkünsteln.

  • Gesellschaften, die sogenannten moralischen Personen, sind gewöhnlich sehr unmoralisch.

  • Die Vorsehung ist auch weltklug, und heult mit den Wölfen, wie der schlaueste Mensch. Sobald aber ihr Wille reig geworden, wirft sie die Maske ab.

  • Nur die Glücklcihen kommen ins Paradies. Die Unglücklichen sind verdammt, in jedem wie in diesem Leben.

  • Jede Gegenwart ist eine Notherbin der Vergangenheit. Sie kann die Erbschaft weder ausschlagen, noch sub beneficio inventarii antreten! Sie muß sie und zwar ganz übernehmen, mit ihren Schulden und mit ihrer Schuld.

  • Als Pythagoras seinen bekannten Lehrsatz entdeckte, brachte er den Göttern eine Hekatombe dar. Seitdem zittern die Ochsen, sooft eine neue Wahrheit an das Licht kommt.

  • Eine Verschwörung hat nie zur Freiheit geführt. Wo Wünsche und Kräfte der Mehrzahl eines Volkes für die Freiheit reif sind, da bedarf es keiner Verschwörung; wo dieses nicht ist, nützt sie nicht.

  • Eitelkeit ist Ökonomie; man sollte sie nicht tadeln, sie ist eine Tugend.

  • Eitelkeit ist die sicherste Wächterin der öffentlichen Ruhe.

  • Löwen und Despoten sehen schärfer in der Dunkelheit, als bei Tage.

  • Der Eigensinn einer Frau ist auf eine ganz wunderliche Art befestigt. Der Graben ist hinter dem Wall. Hat man die steilsten Einwendungen erstiegen und glaubt, jetzt wäre alles geschehen, entdeckt man erst, daß das Schwerste noch zu tun sei.

  • Das Volk kann, einem Kinde gleich, nur weinen oder lachen. Daß es Schmerz hat oder Freude, erkennt man wohl; aber woran es leidet, und wessen es froh sei, ist oft schwer zu erforschen.

  • Die Lebenskraft eines Zeitalters liegt nicht in seiner Ernte, sondern in seiner Aussaat.

  • Nicht allen Revolutionen gehen Zeichen und Warnungen vorher; es gibt auch eine politische Apoplexie.

  • Eine brave Mutter gibt ihrem Stiefkinde ein gleich großes Stück Kuchen wie ihrem eigenen Kinde. Aber sie gibt es auf eine andere Art.

  • Gott hat seine Höflinge, die ihm schmeicheln, als wenn er ein Fürst wäre.

  • Denn der Geist sei König der Welt, und das Recht sein Schwert.

  • Ruhe ist Glück, wenn sie ein Ausruhen ist.

  • Nichts bereuen ist aller Weisheit Anfang.

  • Die Melancholie ist die Freudigkeit Gottes.

  • Zank ist der Rauch der Liebe.

  • Wer in der wirklichen Welt arbeiten kann und in der idealen leben, der hat das Höchste erreicht.

  • Das Geheimnis jeder Macht besteht darin zu wissen, daß andere noch feiger sind als wir.

  • Man versteht die Kinder nicht, ist man nicht selbst kindlichen Herzens. Man weiß sie nicht zu behandeln, wenn man sie nicht liebt, und man liebt sie nicht, wenn man nicht liebenswürdig ist.

  • Glücklich zu sein ist auch eine Tugend.

  • Das Philosophien ist eine angeerbte Krankheit des menschlichen Geistes, der Fluch des mit Schmerzen Gebärens.

  • Der Humor ist keine Gabe des Geistes, er ist eine Gabe des Herzens.

  • Einen Wahn verlieren macht weiser als eine Wahrheit finden.

  • Das Schmollen der Weiber ist nichts als ein Guerillakrieg, den sie gegen die konzentrierte Macht der Männer führen.

  • In einem wankenden Schiff fällt um, wer stillesteht, nicht wer sich bewegt.

  • Man heilt Leidenschaften nicht durch Verstand, sondern nur durch andere Leidenschaften.

  • Der Schmerz ist das Glück der Seligen. Am meisten lebt, wer am meisten leidet.

  • Revolution heißt eine Umgestaltung der öffentlichen Meinung.

  • Beschränkten Menschen ist es eigen, daß sie die wenigen Ideen, die in dem engen Kreise ihrer Fassungskraft liegen, mit einer Klarheit ergreifen, die uns in der Schätzung ihres Geistes oft irre macht. Sie sind wie Bettler, die das Gepräge und die Jahreszahl jedes ihrer Kreuzer kennen.

  • Alleinherrschaft kann nur bestehen, solange ein Volk in Stände zerfällt, welche, in einer unabwandelbaren Ordnung übereinandergebaut, die festen Stufen bilden, welche gemählich zum Throne führen.

  • Es kann auch das Volk sein eigener Tyrann sein - und ist es oft gewesen.

  • Kanonen- und Flintenkugeln sind oft Fleckkugeln zum Reinigen der beschmutzten Welt.

  • Nichts ist dauernd als der Wechsel.

  • Schädliche Ideen werden oft nur durch Mitheilung unschädlich gemacht.

  • Trost gibt der Himmel. Von dem Menschen erwartet man Beistand.

  • Wenn das Schicksal ruft: Le jeu est fait, messieurs! - so achten das die wenigsten. Erst wenn sie hören: Rien ne va plus! bekommen sie Lust, aber zu spät.

  • Aufrichtigkeit ist die Quelle aller Genialität.

  • In Republiken wird das Gefühl der Freiheit erst in ihrem Mißbrauche zum Genuß, ja die gesetzliche Freiheit selbst kann sich oft nur durch ihre Ausschweifungen erhalten.

  • Reichtum macht ein Herz schneller hart, als kochendes Wasser ein Ei.

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